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Per Spezialkran schwebt das Mittelstück der neuen Bahnbrücke ein.

Auf der Bahnstrecke bei Steigenberg

Bahnbrücke: Stahlkoloss mit dem Kran eingesetzt

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Das war Maßarbeit. In Penzberg wurde das Mittelstück für die neue Bahnbrücke eingesetzt. Der Stahlkoloss wog 50 Tonnen.

Penzberg – Langsam hebt sich der grau-blaue Stahlkoloss vom Auflieger in die Höhe. Gebannt schauen die Bau- und Projektleiter in ihren orangefarbenen Sicherheitswesten hinauf. Das 8,42 Meter lange und 7,50 Meter breite Ungetüm schwebt über die Bahngleise zu zwei Betonfundamenten. Dann senkt Kranfahrer Hubert Ertl seine Ladung vorsichtig ab. Kurz vor dem Aufsetzten stoppt er, die Bodencrew bereitet alles Weitere vor. Es ist eine Maßarbeit, die sich an der Bahn-Baustelle südlich des Penzberger Ortsteils Steigenberg abspielt. Unweit des Postens 10 erneuert dort die Bahn die Säubachbrücke der Kochelseebahn. Wie berichtet, geschieht dies im Zuge der Modernisierung der Technik auf der gesamten Strecke Tutzing-Kochel.

Gegen 9 Uhr stehen für das Einheben des Brückenüberbaus alle bereit. Kranfahrer Ertl hat seinen 200-Tonnen-Liebherr in Position gebracht. Der 40-Jährige hat das Ungetüm der Firma Thomas Hölzl aus Bad Tölz herüber gefahren. „Man muss darauf achten, dass der Boden passt“, sagt er. Gut, dass es am Vortag endlich mit dem Regen aufgehört hatte. Ertl sieht seiner Aufgabe gelassen entgegen. „Ich mach das nicht zum ersten Mal“, grinst er. „Das ist für mich nichts Besonderes.“ Lasterfahrer Uwe Hamann hatte zuvor das Brückenteil rückwärts durch die Baustelle an die passende Stelle rangiert, eingewiesen durch einen Kollegen. Der 52-jährige Hamann hatte eine 680 Kilometer lange Fahrt mit knapp 80 Tonnen Gesamtgewicht hinter sich gebracht. Start war in Genthin bei Magdeburg, wo der Mitarbeiter der Schwerlast-Spedition Schmechtig, das von einer dortigen Stahlbaufirma für die Bahn hergestellte Stahlelement in Empfang nahm. Mit der 600 PS starken dreiachsigen Mercedes-Zugmaschine und dem Fünf-Achs-Auflieger ging es über die Autobahn bis München und über die Westumfahrung, in Laim runter und rüber bis zur A 95. Abfahrt war in Penzberg/Iffeldorf, dann passierte das 18,70 Meter lange Gespann den Kreisel an der Seeshaupter Straße, über die Fischhaberstraße rollte es bis zum ESV-Sportplatz. Gefahren wurde in drei Nächten, erzählt Hamann. „Es war alles kein Problem.“

An der Baustelle ist alles vorbereitet für die Einhebung des Mittelstücks. Allerdings verzögert sich der Zeitplan dann doch. Aus dem Beginn gegen 9 Uhr wird nichts. Denn die Fachleute der Eschweger Baufirma wollen zur Sicherheit gleich die fehlenden Seitengeländer und Laufstege am Brückenstück montieren – wegen der über dem Gleisbett hängenden Oberleitung ist es nachträglich zu gefährlich. Erst gegen 11.30 Uhr beginnen diese Arbeiten. Kurz vor 13 Uhr ist es endlich soweit. Kranfahrer Hubert Ertl kann beginnen.

Die Zeit hat schon gedrängt, ist zu hören. Denn die Bahn hat einen engen Terminplan vorgegeben. „Sperrzeiten“ heißt es im Konzerndeutsch, wenn eine Bahnstrecke für Bauarbeiten gesperrt wird. Allzu lange darf so etwas aus Betriebsgründen verständlicherweise nicht dauern. Auf der Säubach-Baustelle steht deshalb jetzt Stress an. Zur Not geht es in Nachtschichten. Die Betonkappen an den Brückenseiten müssen hin, dann die Auflieger, auf denen der 50-Tonnen-Koloss ruht. Wichtig ist die Justierung der Brücke, damit sie genau mit den Gleisen anschließt. Passt alles, werden die Widerlager einbetoniert. Der Zeitplan der Bahn sieht vor, dass ab Freitag der Gleisbau erfolgt und die Oberleitung sowie Gleiskabel installiert werden. Zusätzlich müssen sämtliche Bahnübergänge auf der Strecke wieder freigemacht werden. Denn am Sonntag, 10. September, soll wieder der Zugbetrieb anlaufen. Pünktlich zum Ferienende.

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