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70 Jahre Christkönigskirche: Viele teure Baustellen - Sorge bereitet Dach bei hoher Schneelast

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Von: Wolfgang Schörner

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Um Spenden werben Kirchenpflegerin Margareta Drexel und Pfarrer Bernhard Holz. Die farbigen Kacheln auf der Wand mit dem Christkönig-Bild zeigen, wie viel Geld bereits eingegangen ist – knapp über 161 000 Euro, ein Teil davon aus einer Erbschaft.
Um Spenden werben Kirchenpflegerin Margareta Drexel und Pfarrer Bernhard Holz. Die farbigen Kacheln auf der Wand mit dem Christkönig-Bild zeigen, wie viel Geld bereits eingegangen ist – knapp über 161 000 Euro, ein Teil davon aus einer Erbschaft. © Wolfgang Schörner

Die 70 Jahre alte Christkönigskirche in Penzberg muss grundlegend renoviert werden. Vor allem das Dach bereitet Sorgen – bei hoher Schneelast musste die Kirche schon gesperrt werden. Es gibt aber noch andere Baustellen. Die Kirche schätzt die Gesamtkosten auf 1,14 Millionen Euro. Ein Drittel muss die Pfarrei durch Spenden selbst aufbringen.

Penzberg – Vor knapp drei Jahren, im Januar 2019, musste die Christkönigskirche für einige Tage gesperrt werden. Es lastete nasser Neuschnee auf dem Kirchendach. Bereits damals war klar, dass der Dachstuhl verstärkt werden muss. Nach dem Einsturz einer Eislaufhalle 2006 in Bad Reichenhall hatte die Diözese alle Kirchendächer überprüfen lassen. Den Penzbergern bescheinigte sie, dass es bei viel nassem Schnee und zusätzlichem Regen gefährlich werden könnte. Normalerweise werde so eine Schneelast nicht erreicht, sagt Kirchenpflegerin Margareta Drexel. Sollte es aber doch der Fall sein, werde die Kirche geschlossen. „Es muss niemand Angst haben.“

Dachstuhl und Eisenbetonträger müssen verstärkt werden

Um das Problem zu beheben, sollen nun Dachstuhl und Eisenbetonträger verstärkt werden. Es ist die teuerste Baustelle im Rahmen der anstehenden Renovierung in der Christkönigskirche. Ein Statiker hat laut Drexel die Kosten für das Kirchendach auf eine halbe Million Euro geschätzt. Die Pfarrei hat deshalb einen zweiten Statiker gefragt, den Mittenwalder Schneelastexperten Wolfgang Schwind. Das Ergebnis steht noch aus.

Wegen Brandgefahr: Kirche muss elektrische Anlagen erneuern

Der Kirchenrenovierung geht aber noch viel weiter. Insgesamt schätzt die Pfarrei den Sanierungsbedarf auf 1,14 Millionen Euro. Den zweitgrößten Brocken mit rund 300 000 Euro macht die Erneuerung der elektrischen Anlagen und Leitungen aus. Sie haben, wie die Schaltanlage in der Sakristei, zum Teil Museumscharakter. Drexel spricht von „Flick- und Stückwerk“. Viele Leitungen seien alt und schadhaft, Isolierungen spröde und brüchig. Kurzschlüsse könnten einen Brand auslösen, erklärt sie.

Nach den Eingriffen ins elektrische Leitungsnetz wird eine Renovierung des Innenraums der denkmalgeschützten Kirche nötig sein. Ohnehin haben sich laut Drexel 35 Jahre nach der letzten Innenrenovierung Ruß und Schmutz an den Wänden festgesetzt. Teilweis erneuert werden muss ebenso der Kalkstein-Boden, der im Winter durch das Streusalz leidet, das über die Schuhe in die Kirche getragen wird. Für die Maler- und Steinmetzarbeiten sind 180 000 Euro veranschlagt.

Orgel und Funken: „Wir müssen dringend etwas tun“

Weitere 160 000 Euro machen Reinigung und Instandsetzung der Orgel aus. Ein Sonderfall: Es handle sich um eine elektropneumatische Orgel, bei der zwischen Tasten und Pfeifen Elektronik geschaltet ist, so Drexel. Die Ummantelung der dünnen Drähte sei jedoch spröde. Funken könnten einen Brand auslösen. „Wir müssen ganz dringend was tun.“ Deshalb soll zumindest ein Teil der Instandsetzung bereits im Frühjahr erfolgen – normalerweise ist die Orgel immer die letzte Etappe bei Kirchenrenovierungen.

Ansonsten gibt es bei der Gesamtrenovierung noch keinen Zeitplan. Nur so viel ist sicher: Es wird über mehrere Jahre gehen. „Ich bin gespannt, ob wir in dreieinhalb Jahren fertig sind“, sagt Drexel – dann endet ihre Amtszeit als Kirchenpflegerin. Momentan geht es darum, Geld zu sammeln. Von den 1,14 Millionen Euro wird die Diözese voraussichtlich 560 000 Euro übernehmen. Die Pfarrei hofft zudem auf Zuschüsse weiterer Stellen, etwa von Stadt und Land. Selbst wird sie, so eine Schätzung, circa 400 000 Euro an Spenden sammeln müssen. Fast die Hälfte ist schon geschafft.

Kirchenstiftung Christkönig hat ein Spendenkonto eingerichtet

Kath. Kirchenstiftung Christkönig, Sparkasse Oberland, IBAN DE87 7035 1030 0032 5750 60, Stichwort „Spende für die Kirchenrenovierung“. Bis 300 Euro gilt der Kontoauszug als Spendenquittung.

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