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Zum Testen ins Wirtshaus: In „Koinschaufe“ eröffnet zweite Penzberger Corona-Teststation

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Von: Franziska Seliger

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Bitte einmal die Nase frei machen: „Koinschaufe“-Wirtin Tamara Wirth führt bei der Penzbergerin Jasmin Gerhard einen Nasenabstrich durch.
Bitte einmal die Nase frei machen: „Koinschaufe“-Wirtin Tamara Wirth führt bei der Penzbergerin Jasmin Gerhard einen Nasenabstrich durch. © Franziska Seliger

Ab sofort gibt es in Penzberg eine zusätzliche Corona-Teststation. Bei Adrian Auer, dem Wirt der „Koinschaufe“ in der Stadthalle, kann man sich nun täglich auf Corona testen lassen.

Penzberg – Mitte November haben die Johanniter ihre Corona-Teststation in der Penzberger Stadthalle geschlossen. Seither gab es in Penzberg nur noch die Schnellteststelle im früheren „Postamt“ an der Philippstraße –zu wenig für eine 17 000-Einwohner-Stadt, wie von Bürgern zunehmend kritisiert wurde (wir berichteten). Diese Kritik kam auch Adrian Auer, dem Wirt der „Koinschaufe“ in der Stadthalle zu Ohren, wenn er sich mit seinen Gästen unterhielt, denn: „Wir sind hier nah an den Penzbergern dran.“

Viele Nachfragen brachten Wirt dazu, über eine eigene Teststation nachzudenken

Seit die Teststelle der Johanniter in der Stadthalle geschlossen worden sei, hätten außerdem täglich bis zu 20 Menschen bei ihm angerufen – nicht, um einen Tisch zu reservieren, sondern um einen Testtermin zu vereinbaren. Dass sie bei Auer im Wirtshaus dafür an der völlig falschen Stelle waren, mussten er und seine Mitarbeiter den Anrufern jedes Mal mühsam erklären. Aber diese vielen Anrufe hätten auch den großen Bedarf nach einer zusätzlichen Teststelle in Penzberg gezeigt. Die Anrufe brachten Auer aber auch erstmals dazu, über den Betrieb einer solchen Station in seinem Wirtshaus nachzudenken. Dass aus diesen Überlegungen nun Realität wurde, liege aber auch daran, dass es durch die neue 2G-Regel in der Gastronomie und hohe Inzidenzen im Landkreis zu deutlichen Umsatzeinbrüchen in seinem Wirtshaus gekommen sei. „Alles wurde abgesagt“, bedauert Auer und nennt als Beispiel die Weihnachtsfeiern von Firmen.

Antigen-Schnelltest: Wirt ließ eigene Mitarbeiter schulen

Statt aber seine Mitarbeiter in Kurzarbeit zu schicken, ließ er sie in den vergangenen Tagen eigens dafür schulen, Antigen-Schnelltests durchführen zu dürfen, denn „ich habe sehr gute Aushilfen“, betont Auer. Die wolle er nicht in Kurzarbeit schicken und dadurch riskieren, sie als Mitarbeiter zu verlieren.

Die neue Teststation werden Auer und seine Frau Tamara Wirth in Kooperation mit „Covitest – schnelltestzentrum.bayern“ betreiben, erläutert das Paar. Die Stadt unterstütze das Angebot, mit dem auch die örtlichen Betriebe entlastet werden sollen, wie Wirth betont. Sie müssten nun keine Schnelltests für ihre Mitarbeiter mehr kaufen, sondern könnten ihre Angestellten einfach zum Testen ins Wirtshaus schicken. Ein Test pro Tag und pro Person sei kostenlos, so Wirth.

Teststation im kleinen Stadthallen-Saal vorerst täglich von 7 bis 19 Uhr geöffnet

Aktuell sei die Teststation im kleinen Saal der Stadthalle montags bis sonntags täglich von sieben bis 19 Uhr geöffnet. „Aber wir wollen schauen, wie die Stoßzeiten sind“, so Auer. An den Öffnungszeiten könne sich also noch etwas ändern.

Bereits am ersten Öffnungstag am Dienstag sei das neue Angebot sehr gut angenommen worden, so Auer. Vor allem viele Bauarbeiter und Mütter mit kleinen Kindern seien gekommen. Auch Jasmin Gerhard nutzte die neue Teststation schon kurz nach ihrer Eröffnung. So ein Angebot habe gefehlt in der Stadt, findet die junge Penzbergerin. Sie brauche einen Corona-Test jeden Tag für ihre Arbeit und wolle nun täglich wiederkommen. Derzeit, sagt Auer, seien nur Antigen-Schnelltests möglich. Wer zum Testen komme, müsse symptomfrei sein, eine FFP2-Maske tragen und seinen Ausweis mitbringen, Kinder unter 18 Jahren außerdem ihre Krankenkassenkarte.

Bei der ersten Terminbuchung unter www.schnelltestzentrum.bayern müsse man sich einmal registrieren, so Auer. Im Anschluss erhalte man einen persönlichen QR-Code, mit dem man immer wieder zum Testen kommen könne – „ohne sich erneut anzumelden“. Wartezeiten sollen so gut wie möglich reduziert und Kontakte dadurch minimiert werden.

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