Coronavirus - China
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Anlieferung von Nachweisreagenzien in China für das neue Coronavirus.

Coronavirus: Roche in Penzberg produziert Reagenzien für Schnelltests

  • vonWolfgang Schörner
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Der Biotechnologie-Konzern Roche gehörte zu den ersten Unternehmen, die vor einigen Wochen einen Schnelltest zur Erkennung des Coronavirus auf den Markt brachten. Alle Reagenzien für diese Tests, die weltweit in Laboren zum Einsatz kommen, werden im Penzberger Roche-Werk von der Diagnostika-Produktion hergestellt, wie das Unternehmen auf Nachfrage bestätigte.

Penzberg – Über die Mengen wollte das Unternehmen auf Anfrage zwar keine Angaben machen. „Die Nachfrage ist jedoch so groß, dass wir die Produktionskapazitäten am Standort deutlich erhöht haben“, teilte das Unternehmen mit. Alle beteiligten Mitarbeiter in Produktion, Planung und Qualitätskontrolle würden ein „beeindruckendes Engagement“ zeigen, „möglichst viele Tests liefern zu können“. Ständig steigend sei die Zahl der Tests, die nach China geliefert werden, so das Unternehmen. Auch in anderen Ländern sei der Test verfügbar. Konkretere Angaben könne man aber nicht machen, weil sich die Situation schnell entwickle.

Entwickelt wurde der Schnelltest von einem Berliner Unternehmen

Die Tests wurden nicht von Roche selbst entwickelt, sondern von dem Berliner Unternehmen „Tib Molbiol“. Sie laufen auf dem „Lightcycler 480“-System von Roche. Die nötigen Reagenzien kommen aus Penzberg.

Bei dem Gentest werden Proben aus der Nase entnommen. Es dauere etwa dreieinhalb Stunden, um ein Ergebnis zu erhalten, so Roche.

Logistisches Problem: Tests in betroffene chinesische Regionen liefern

Brennpunkt der Epidemie ist weiterhin China. Dort in der Provinz Hubei mit ihrer Hauptstadt Wuhan nahm der Ausbruch des Coronavirus seinen Anfang, worauf die Regierung mit Transport- und Reisebeschränkungen reagierte – was es zu einem logistischen Problem machte, die Tests in die betroffenen Regionen zu liefern.

Roche erklärte dazu, dass man mit den chinesischen Gesundheitsbehörden und der Regierung eng zusammenarbeite und sie in der Region Hubei beim Umgang mit dem Coronavirus unterstütze. „Wir haben uns verpflichtet, so viele Tests wie möglich innerhalb der Grenzen des Angebots und unserer Lieferkette zu liefern“, teilte das Unternehmen mit.

Coronavirus: Bisher keine zugelassenen Medikamente oder Impfstoffe

Was es bislang noch nicht gibt, sind zugelassene Medikamente und ein Impfstoff gegen den Coronavirus. Dazu erklärte das Unternehmen, dass Roche nicht im Bereich Impfstoffe arbeite. Als äußerst unwahrscheinlich bezeichnete es außerdem, dass die hochspezifischen Roche-Medikamente Xofluza und Tamiflu gegen Grippeviren auch beim Coronavirus wirksam sind.

Man werde aber, fügte das Unternehmen auf Anfrage an, die Weltgesundheitsorganisation und andere Interessensgruppen bei Bedarf mit Fachwissen und Beratung zu Coronavirus und Pandemie-Prävention unterstützen, da Infektionskrankheiten „einen Kernbereich unseres Forschungs- und klinischen Entwicklungsprogramms bilden“.

Lesen Sie auch: Ticker zum Ausbruch des Coronavirus in Italien

Und: So bereitet sich Weilheim-Schongau auf den Coronavirus vor

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