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„Wo geht es hin mit der Demokratie?“ Um dieses Thema ging es bei einer Podiumsdiskussion.

70 Jahre Volkshochschuleverein

Diskussion bei der VHS: Wohin geht es mit der Demokratie?

Zum 70. Geburtstag des Volkshochschulvereins in Penzberg hat es eine Podiumsdiskussion zum Thema „Wo geht’s hin mit der Demokratie?“ gegeben. Es sei eine zentrale Aufgabe der Volkshochschule (VHS) „Räume zu bieten, in denen wir über Demokratie diskutieren können“, sagte Leiterin Katja Wippermann.

VON KATRIN FÜGENER

Penzberg – Knapp 50 Zuhörer, darunter Vertreter einiger politischer Fraktionen, kamen und diskutierten mit – vor dem Hintergrund von Populismus, Attentaten und „Fridays for Future“ in Deutschland. Einfache Lösungen gebe es nicht, befand das von Prof. Michael Spieker kurzweilig moderierte Podium.

Demokratie ist: Widersprüche aushalten

„Demokratie ist nicht, wenn alles so läuft, wie ich es mir vorstelle“ sagte Dr. Christian Boeser-Schnebel, Leiter des Netzwerkes „Politische Bildung Bayern“. Es sei leicht, andere zu beschuldigen, für Abläufe verantwortlich zu machen und sich selbst als Sprecher für „das Volk“ darzustellen. Widersprüche auszuhalten und zu diskutieren, das sei viel anstrengender. Jeder müsse sich unbedingt dem Populisten in sich selbst stellen. Ein großes Problem machte Andrea Borchert in der fehlenden gemeinsamen Sprache aus. Es gebe immer weniger Bildungskonsens, sagte die Lehrerin für Deutsch und Geschichte. Sie „hetze“ Schüler dazu auf, sich politisch zu interessieren, zu artikulieren und zu engagieren.

Politikverdrossene Bürger, bürgerverdrossene Politiker

Nico Wunderles politische Laufbahn begann mit einer Aktion gegen die Sanierung der Münchner Innenstadt. Als Rollstuhlfahrer wehrte er sich aktiv gegen das geplante und für ihn schwer überwindbare Kopfsteinpflaster. Seitdem engagiert sich der junge Mann, der gerade seinen Master in Bildungswissenschaften abgeschlossen hat, in der SPD. Schwierig sei, jüngere Mitstreiter zu finden und ganz aktuell, Gemeinderatslisten zu besetzen.

Nicht nur Bürger seien politikverdrossen, auch Politiker seien bürgermüde und das sei nachvollziehbar, sagte Boeser-Schnebel. „Die Erwartungshaltung an Politiker ist viel zu groß“. Jeder sei gefragt, sich für sein Land einzusetzen. Die Schule müsse Raum für den politischen Diskurs geben, forderte Borchert.

„Die Rahmenbedingungen sind beschissen“, sagte Bernhard Kerscher in der Diskussion. Es sei eine tägliche Herausforderung, so der Direktor des Penzberger Gymnasiums, jenseits des Sozialkundeunterrichts politische Bildung zu vermitteln. „Verständigung schaffen geht nur bei einem gewissen Wissensstand,“ sagte Spieker abschließend. „Andere sind anders, und das muss man aushalten können“.

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