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DNA-Helix mit Kohlesockel: Die Idee für die Kreisverkehr-Skulptur stamm von Dr. Johannes Bauer (l.), der sie hier mit „Roche“-Werkleiter Dr. Ulrich Opitz zeigt.

Skulptur im Industriepark 

Doppelhelix für den Kreisverkehr

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Eine über sieben Meter hohe Skulptur soll nächstes Jahr in einem Kreisel im Industriepark Nonnenwald aufgestellt werden. Sie passt zum nahen „Roche“-Werk.

Penzberg – Die Skulptur, die in einem Kreisverkehr im Industriepark Nonnenwald aufgestellt werden soll, zeigt eine Doppelhelix. Das prominenteste Beispiel für dieses geometrische Gebilde, das sich nach oben windet und scheinbar von Sprossen zusammengehalten wird, ist das in allen Lebewesen vorkommende DNA-Molekül.

Das Modell für die Skulptur stammt von Johannes Bauer, dem Penzberger Vize-Bürgermeister und Grünen-Stadtratsmitglied. Er ist eigentlich Diplom-Informatiker. Zur Biologie hat er aber eine innige Beziehung. Er hat am Institut für organische Chemie der Technischen Universität München promoviert und dort gearbeitet. Schon während der Doktorarbeit, erzählt er, habe ihn „die Eleganz der dreidimensionalen Moleküle fasziniert“. Außerdem hat Bauer eine „intensive Sichtbeziehung“ zum Biotechnologie-Werk „Roche“ im Nonnenwald. Der 69-Jährige lebt seit seiner Geburt auf dem Zisthof bei Nantesbuch. Und von dort hat er über Wiesen und Wald hinweg Blickkontakt zu dem Werk.

Der Entwurf steht schon seit knapp zehn Jahren

Da lag die Idee für die Skulptur quasi nahe. Bauer hat die DNA-Helix auf einen Kohlebrocken montiert. Den Entwurf gibt es allerdings schon seit Jahren. Johannes Bauer hatte ihn gefertigt, als vor knapp zehn Jahren nach Ideen für den Kreisverkehr an der Seeshaupter Straße gesucht wurde. Bauer reichte damals seinen Entwurf für den Wettbewerb ein. Den Zuschlag erhielt er nicht. 

Im November 2012 wurde das 6,84 Meter hohe Stahlrohr-Stadtwappen in der Mitte des Kreisels aufgestellt. Bauer erhielt damals aber die Nachricht, dass seine Idee für einen anderen Kreisverkehr geeignet sein könnte. Als dann vor wenigen Jahren diskutiert wurde, den Kreisverkehr im Industriepark Nonnenwald neben „Roche“ und Druckzentrum – also den ersten Kreisel aus Richtung Steigenberg – zu gestalten, war die Doppelhelix-Idee wieder im Spiel. Das Stadtbauamt schlug vor, auf Bauers Entwurf zurückzugreifen.

Kohlebrocken-Sockel weißt auf Penzberger Bergbau-Vergangenheit hin 

„Roche“-Werkleiter Dr. Ulrich Opitz gefällt die Idee als Symbol sehr gut. Zum einen weise der Kohlebrocken-Sockel auf die Penzberger Bergbau-Vergangenheit hin, sagt er. Zum anderen enthalte die DNA-Helix den Bauplan für alles Leben. Und um Moleküle geht es eben auch beim Unternehmen „Roche“, das die Skulptur praktisch vor die Haustür gestellt bekommt. „Besser als in dem Modell hätte man es nicht machen können“, sagt Opitz.

Die Stadt Penzberg will die Skulptur im nächsten Jahr aufstellen, genau zum 100-Jährigen der Stadterhebung, womöglich Mitte Juli im Rahmen des Festwochenendes, wie Thomas Sendl von der Kulturabteilung des Rathauses sagt. Das Unternehmen „Roche“ sponsert das Stadtfest und damit auch die Skulptur. Bauer selbst schenkt der Stadt das Modell. „Es ist mir eine Ehre, ich bin stolz drauf“, sagt er.

Maßstab von eins zu einer Milliarde

7,50 bis 7,60 Meter hoch werden soll die Edelstahl-Skulptur mit Kohle-Sockel. Eine Münchner Firma berechne die Statik, eine Firma, die normalerweise mit Achterbahnen zu tun hat, wie Bauer schmunzelnd anmerkt. Übrigens: Bei einer Skulptur-Größe von siebeneinhalb Metern käme man ziemlich genau auf einen Maßstab von eins zu einer Milliarde gegenüber der tatsächlichen chemischen Struktur, so Bauer: „Eine einmilliardenfache Vergrößerung, die sich wegen der Sichtbarkeit durchaus lohnt.“

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