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Leer steht das alte Gebäude an der Karlstraße, in dem sich bis 1970 der städtische Schlachthof befand. 

Eine Studie soll Klarheit bringen

Was bauen auf dem ehemaligen Schlachthofgelände?

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Einig ist sich offenbar der Penzberger Stadtrat, das ehemalige Schlachthofgebäude an der Karlstraße abzureißen und an dessen Stelle Mietwohnungen zu errichten. In welchem Umfang dies geschehen soll, ist aber weiterhin offen.

Penzberg– Zwei Mal hat sich der Penzberger Stadtrat kurz vor den Pfingstferien mit dem städtischen Gebäude an der Karlstraße 6 beschäftigt. Der Komplex, in dem in früheren Zeiten ein Schlachthof beheimatet war, steht seit einem Jahr leer. Im Gespräch waren für das Grundstück bislang ein fünfgeschossiges Altenpflegeheim, eine Kindertagesstätte und eine Wohnbebauung. Man wolle „klein geschnittenes, innerstädtisches Wohnen“, darüber bestehe „großes Einvernehmen“, fasste Bürgermeisterin Elke Zehetner auf Nachfrage die jüngsten Diskussionen zusammen. Ihr zufolge hat der Stadtrat kurz vor Pfingsten in einer nicht öffentlichen Sitzung erneut eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, die auch die Parkplatzsituation beleuchten soll. Erkenntnis erhofft sich die Stadt daraus, wie viele Wohnungen in welcher Form entstehen können. Laut Zehetner soll es sich um Mietwohnungen handeln.

Die Penzberger SPD hatte. wie berichtet, im vergangenen Januar einen Antrag namens „Wohnbau-Offensive Penzberg 2020“ eingebracht. Als kurzfristig zu realisierendes Projekt nannte die Fraktion darin den ehemaligen Schlachthof an der Karlstraße 6. Als kurz- oder mittelfristige Wohnbauprojekte führte die SPD die ehemalige Molkerei an der Christianstraße 6 an, die ebenfalls im Eigentum der Stadt ist. Langfristig, hieß es weiter, kann sie sich Wohnhäuser auf den Grünflächen zwischen den Ortsteilen Reindl und Heinz nahe dem Daserweg vorstellen. Auch private Bewerber, so die SPD in ihrem Antrag, sollen nach Kräften bei Wohnbauvorhaben unterstützt werden, da auch auf diesem Weg über die SoBon-Richtlinien sozialgerechter Wohnraum entstehen können.

Für den Antrag und speziell für eine Wohnbebauung an der Karlstraße 6 warb Regina Bartusch (SPD) in der jüngsten öffentlichen Sitzung des Stadtrats. Sie sprach von einer „Verdichtung mit einer innenstadt-typischen Bebauung“, die sich relativ kurzfristig umsetzen lasse. Ihr zufolge gibt es auch keine großen Hürden, da für das Gelände kein neuer Bebauungsplan aufgestellt werden muss. Im vergangenen Januar hatte Stadtbaumeister Justus Klement schon einmal skizziert, wie eine Wohnbebauung aussehen könnte: zur Straßenseite ein Haus mit vier Stockwerken plus Dachgeschoss und dahinter ein zweigeschossiges Rückgebäude, alles in allem mit einer Bruttogeschossfläche von circa 5500 Quadratmetern.

In der jüngsten nichtöffentlichen Sitzung stand der Antrag, eine Wohnbebauung an der Karlstraße zu schaffen, zwar nicht zur Abstimmung, allerdings gab es vorwiegend Zustimmung. „Die CSU steht dem wohlwollend gegenüber“, erklärte Christine Geiger. „Wir freuen uns über jeden Antrag, der Ideen der CSU aufgreift“, fügte deren Fraktionskollege Nick Lisson hinzu. Man sollte, so Lisson, „keine Zeit verlieren“. Seine Fraktion hatte im Oktober beantragt, das Gebäude abzureißen und die Fläche, bis zu einer neuen Verwendung, als Parkplatz zu nutzen. Daraus entwickelte sich eine Debatte, in deren Folge die SPD ihren Wohnbau-Antrag stellte.

In der aktuellen Sitzung signalisierte auch Kerstin Engel Zustimmung: „Wir können schon einen Beschluss fassen, damit wir vorwärtskommen.“ Manfred Reitmeier (BfP) sagte, dass der Antrag zu begrüßen sei. Allerdings warnte er davor, das ehemalige Molkereigelände nahe der Schulen für Wohnbebauung zu verkaufen. Ebenso kritisierte er, dass die SPD zwar private Investoren unterstützen will, aber eine Bebauung zwischen Reindl und Maxkron abgelehnt hat – was laut Adrian Leinweber (SPD) daran liegt, dass es sich um ein „hochsensibles Gebiet“ handelt und dessen Entwicklung zum jetzigen Zeitpunkt unverträglich sei.

Zum Gelände an der Karlstraße erklärte Stadtbaumeister Justus Klement, dass dafür der Bebauungsplan geändert werden müsse. Damit könnte man vor der Sommerpause starten. Klement hatte auch eine Zahl zu städtischen und privaten Bauwünschen in ganz Penzberg parat. Das Potenzial, so Klement, liege auf städtischen und privaten Grundstücken bei jeweils zirka 700 Wohnungen.

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