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Viele Geschäfte öffnen wieder - aber bitte Abstand halten.

Corona-Pandemie

Endlich wieder aufsperren: Penzberger Geschäfte rüsten sich für Wiedereröffnung

  • Franziska Seliger
    vonFranziska Seliger
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Nachdem ihre Geschäfte wochenlang geschlossen bleiben mussten, dürfen am kommenden Montag viele Einzelhändler in Penzberg wieder öffnen – die Freude ist groß. Um ihren Kunden bestmöglichen Schutz vor einer Corona-Infektion zu bieten, werden zusätzlich zur Mundschutzpflicht verschiedene Schutzmaßnahmen ergriffen.

Penzberg– Ab kommenden Montag dürfen Geschäfte mit einer Verkaufsfläche bis 800 Quadratmeter wieder öffnen. Buchhandlungen dürfen generell ihre Türen aufschließen – für die Einzelhändler in Penzberg eine große Erleichterung. „Es war schon eine harte Zeit“, bilanziert etwa Tatjana Patermann von der „Trachtenstube Inge“ die wochenlange Zwangsschließung. Eigentlich sei der April, in dem normalerweise viele Kommunionen und Hochzeiten stattfinden, ihr „Hauptumsatzmonat“. Nun habe man sich unter anderem mit dem Ausliefern von Gutscheinen über Wasser gehalten. Außerdem hätten einige der Schneiderinnen in Heimarbeit Masken für Krankenhäuser und Firmen genäht. Ein Teil davon wurde in den vergangenen Tagen auch bereits in der „Trachtenstube“ verkauft.

Mit Gutscheinen und Lieferservice die Schließung überbrückt

Auch Nicola Eggendorfer-Schropp, Inhaberin des Spielwarengeschäfts „Purzmurzel“, stellte gleich nach der verordneten Ladenschließung auf Lieferservice um. In der Spielwaren-Branche sei Ostern „ein sehr wichtiger Geschäftszweig“. Durch die Schließung sei ihr Verlust zwar „hoch“. Dank des überregionalen Lieferservices, sagt sie, „konnten wir aber einen kleinen Teil des Umsatzes generieren“. Beratungen hätten am Telefon, per Mail oder WhatsApp stattgefunden und so manches Päckchen sei im Auftrag einer Oma an den Enkel verschickt worden. „Anstrengend“ sei das schon gewesen, sagt Eggendorfer-Schropp.

Und irgendwie unbefriedigend, denn telefonische Beratung und Lieferdienst könnten „niemals den Kundenkontakt ersetzen“, betont Reingard Ketterer, Inhaberin des Haushaltwaren-Fachgeschäfts „Schlesinger“. Dass es in den vergangenen Wochen aber so viele treue Kunden gegeben habe, die etwa via Online-Shop eingekauft hätten, habe sie als „tröstlich“ empfunden.

Auch Karin Rolles von der gleichnamigen Buchhandlung ist begeistert über den Rückhalt ihrer Kunden. Dank ihnen, die unter anderem den aus der Not geborenen Lieferdienst gut angenommen hätten, sei ihr Geschäft bisher „eigentlich gut“ durch die Krise gekommen. Wenigstens rund 30 Prozent des regulären Umsatzes habe generiert werden können – freilich mit immensem Mehraufwand, so Rolles.

„So ein Laden ohne Kunden ist unwirklich“

Dass sie ihre Geschäfte nun wieder öffnen dürfen, freut alle befragten Einzelhändler, denn: „So ein Laden ohne Kunden ist schon unwirklich“, sagt Barbara Lampka vom gleichnamigen Mode- und Trendhaus. Um das Ansteckungsrisiko möglichst gering zu halten, sollen in beiden Bekleidungsgeschäften Türklinken und Co. künftig verstärkt desinfiziert werden. Außerdem dürfen Kunden Ware großzügig zur Anprobe mit nach Hause nehmen und müssen sie nicht in den Umkleiden im Geschäft probieren.

Desinfektionsmittel, Masken und Abstandsmarkierungen

In der „Trachtenstube Inge“ wird laut Patermann am Eingang eine Hygienestation mit Hand-Desinfektionsmittel aufgebaut, im „Purzmurzel“ liegen Einwegmasken bereit, für die Kunden, die ihre eigene Maske vergessen haben, und bei „Schlesinger“ sowie der Buchhandlung Rolles werden schützende Plexiglas-Wände an der Kasse sowie den Beratungsstationen angebracht. Zusätzlich werden in beiden Läden Abstandsmarkierungen vor der Kasse aufgeklebt.

Dass sich nicht zu viele Kunden gleichzeitig in den Geschäften drängen und der Sicherheitsabstand von 1,50 Meter unter den Personen im Laden eingehalten wird: Das wollen die Einzelhändler genau im Auge behalten. Keiner von ihnen glaubt aber an einen immensen Ansturm am Montag. Eggendorfer-Schropp rechnet eher mit einem „verhaltenen“ Einkaufsverhalten.

Einige setzen darum auf verschiedene Rabatt-Aktionen. Und alle hoffen, dass die Lust, zum Einkaufen zu gehen, größer sein wird als die Angst vor dem Virus.

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