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Die Straße zum Stadion in Penzberg trägt schon den Namen von Karl Wald.

Erfinder des Elfmeterschießens soll Namensgeber werden: Karl-Wald-Stadion in Penzberg?

  • vonWolfgang Schörner
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Die Penzberger „Rasenglück“-Ausstellung über Karl Wald, der vor 50 Jahren das Elfmeterschießen erfand, sorgt derzeit für ein bundesweites Echo. Das ehemalige Stadtratsmitglied Nikolaus Lutz nutzt diese Gelegenheit nun für einen Vorschlag: Das Nonnenwaldstadion soll zum „Karl-Wald-Sportstadion“ werden.

Penzberg – Karl Wald ist so etwas wie eine Penzberger Berühmtheit. Wenn es in der Vergangenheit EM- oder WM-Turniere gab, baten ihn Fernsehsender und Zeitungen aus ganz Deutschland gern um Interviews. Er erhielt Autogrammwünsche. Und der frühere Fifa-Chef Sepp Blatter schrieb Karl Wald – er starb vor neun Jahren im Alter von 95 Jahren – jedes Mal zu Weihnachten.

Drei Jahre nach Walds Tod taufte die Stadt Penzberg die Stichstraße, die zum Nonnenwaldstation führt, auf seinen Namen: Seit 2014 heißt sie Karl-Wald-Straße. Seit Mai läuft nun im Museum Penzberg die Ausstellung „Rasenglück – die Erfindung des Elfmeterschießens“, die auf ein bundesweites Medienecho stößt.

Und jetzt ein „Karl-Wald-Sportstadion“? Diesen Vorschlag hat das ehemalige BfP-Stadtratsmitglied Nikolaus Lutz in einem Schreiben an das Penzberger Rathaus gemacht. Im Vorfeld hatte er bereits bei den Fraktionen von CSU und BfP vorgefühlt. Dort sei ihm Unterstützung signalisiert worden, erzählt Lutz. Auch bei den anderen Fraktionen will er noch nachfragen.

Vorschlag von Nikolaus Lutz: „der passende Zeitpunkt“

Karl Wald, der früher an der Ludwig-März-Straße lebte, „wird uns allen für immer als ein großartiger untadeliger Sportsmann und wunderbarer Mensch in Erinnerung bleiben“, so Lutz. Viele Penzberger seien wie er der Ansicht, dass es angebracht sei, die Persönlichkeit und Verdienste von Karl Wald nicht nur mit dessen Namen auf dem Straßenschild zum Stadion zu würdigen. Deshalb stelle Lutz den Antrag, „dem bisher noch namenlosen Sportstadion Penzberg ab sofort den Namen Karl-Wald-Sportstadion zu geben“, schreibt der ehemalige Stadtrat. Gerade in Verbindung mit der aktuellen Ausstellung im Museum hält der Antragsteller jetzt für den passendsten Zeitpunkt.

Karl Wald vor 50 jahren: die Erfindung des Elfmeterschießens

Karl Wald hatte 1970 bei einer Versammlung des Bayerischen Fußballverbands durchgesetzt, dass fortan bei einem Unentschieden zum Beispiel in einem Finalspiel der Sieger nicht mehr per Münzwurf, sondern per Elfmeterschießen ermittelt wird. Der neuen Regel folgte mit einiger Verzögerung erst der DFB, dann die UEFA und zuletzt im Jahr 1976 auch der Weltverband FIFA. Das erste Elfmeterschießen in einem großen Endspiel war übrigens 1976: Beim EM-Finale zwischen Deutschland und der Tschechoslowakei. Uli Hoeneß jagte damals seinen Elfer in den Himmel von Belgrad – Deutschland verlor.

Karl Wald, ein gebürtiger Hesse, war als junger Mann nach Penzberg gezogen. 1940 heiratete er in der damaligen Barbarakirche seine Frau Therese, mit der er 63 Jahre lang verheiratet war. Nach dem Krieg fand der gelernte Friseur Arbeit im Bergwerk, wo er Dieselloks fuhr. Als das Bergwerk schloss, arbeitete Karl Wald bis zu seiner Rente für MAN. Seine Leidenschaft war der Fußball. Im Alter von 20 Jahren wurde er Schiedsrichter. Anfang der Fünfzigerjahre pfiff der Penzberger im Grünwalder Stadion ein Pokalspiel zwischen dem TSV 1860 München und der SpVgg Fürth. Karl Wald war auch Geschäftsführer des FC Penzberg, als dieser 1955 in der zweiten Liga spielte. Mehr als 60 Jahre gehörte er dem Verein an. 2007 erhielt er für seine Verdienste eine Sonderehrung der Stadt.

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