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Penzberg rüstet um: Fast nur noch LED an Straßen und Wegen - hohe Kosten, trotzdem soll es sich auszahlen

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Von: Wolfgang Schörner

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Die 2006 an der Bahnhofstraße aufgestellten Stelen-Leuchten sind noch Halogen-Metalldampflampen. Sie sollen auch auf LED umgerüstet werden.
Die 2006 an der Bahnhofstraße aufgestellten Stelen-Leuchten sind noch Halogen-Metalldampflampen. Sie sollen auch auf LED umgerüstet werden. © Wolfgang Schörner

Die Stadt Penzberg will fast alle ihre Leuchten an Straßen und Wegen umrüsten, die noch nicht mit LED-Technik ausgestattet sind. Dabei handelt es sich um rund 1400 Lichtpunkte. Die Stadt rechnet mit mehr als einer halben Million Euro Kosten – aber auch mit einer Energieeinsparung von circa 63 Prozent.

Penzberg – Um die Beleuchtung an Straßen und Wegen in Penzberg auf LED-Technik umzurüsten, hat die Stadt Penzberg ein Ingenieurbüro aus Weißendorf beauftragt. Es sollte das Einsparpotenzial untersuchen. Das Ergebnis in Kurzform: Die Kosten sind zwar hoch, es wird aber so viel Energie eingespart, dass sich die Ausgaben schon nach wenigen Jahren amortisieren. Zumal diese LED-Investition auch noch staatlich bezuschusst wird. Die jährliche Energieeinsparung bei einer kompletten Umrüstung würde nach Angaben der Stadt etwa dem durchschnittlichen Jahresstromverbrauch von 87 Drei-Personen-Haushalten entsprechen.

Leuchten an Straßen und Wegen: 2198 Lichtpunkte in Penzberg

Laut Jens Weißflog vom Stadtbauamt werden in Penzberg 2198 Lichtpunkte (eine Straßenlampe kann mehrere Lichtpunkte haben) mit 51 verschiedenen Leuchtsystemen betrieben. Davon wurden ihm zufolge über die Jahre bereits 766 Lichtpunkte mit LED-Technik ausgestattet. Bleiben also noch 1432 Lichtpunkte übrig. Fast alle sollen nun umgerüstet werden. Einige wenige Ausnahmen gibt es. Dabei handelt es sich laut Weißflog um Leuchten, die nicht umgerüstet werden können, zum Beispiel einige beleuchtete Verkehrszeichen mit gebogenen Leuchtstoffröhren.

Laut Stadt bringt Umrüstung Einsparungen an Energie und CO2

Weißflog erklärte, dass der derzeitige Stromverbrauch der Penzberger Straßenbeleuchtung bei knapp 430.000 Kilowattstunden im Jahr liegt. Wobei diese Zahl um bis zu zehn Prozent abweichen kann, weil die teilweise vorhandene Nachtabsenkung variiert und Leitungsverluste nicht berücksichtigt sind. Durch das Umrüstkonzept, so der Tiefbau-Sachgebietsleiter, könnte der Stromverbrauch aller Straßenlampen auf knapp 160.000 Kilowattstunden gesenkt werden, was eine Einsparung von circa 63 Prozent bedeuten würde. Nimmt man für die Rechnung allein die Leuchten, die noch nicht umgerüstet sind, beträgt die Energieeinsparung 75 Prozent. Die Gesamtsumme der installierten Leistung würde sich laut Weißflog von 110 auf 52 Kilowatt verringern und der verbrauchsbedingte CO2-Ausstoß von 172 auf 64 Tonnen im Jahr sinken.

Umrüstung kostet mehrere Hunderttausend Euro

Eine Umrüstung auf LED-Technik kostet allerdings viel Geld. Nach einer Grobkostenschätzung des Ingenieurbüros beträgt die Investition fast 784 000 Euro. Hinzu kämen rund 29 000 Euro für den Kauf von Beleuchtungsanlagen, die vertragsrechtlich noch der Bayernwerk Netz GmbH gehören. Sie müssten laut Weißflog zurückgekauft werden, da eine Förderung nur für Leuchten im direkten Eigentum der Kommune gewährt wird.

Aus wirtschaftlicher Sicht, so der Tiefbauamt-Chef, könne die Umrüstung empfohlen werden. Die Kosten würden sich ihm zufolge im Verlauf des zehnten Betriebsjahres amortisieren, wenn es keine staatliche Förderung gäbe. Mit Zuschüssen könnte es aber schon nach sieben oder acht Jahren so weit sein.

LED-Leuchten mit Bewegungssteuerung

Fördergeld für solche Vorhaben gibt es laut Ingenieurbüro im Rahmen der Nationalen Klimaschutzrichtlinie des Bundesumweltministeriums. Auf diesem Weg – so hat es das Büro errechnet – könnten womöglich fast 200 000 Euro nach Penzberg fließen, was die Kosten für die Stadt auf 588 000 Euro drücken würde. Geprüft werden sollte laut Weißflog, ob zusätzlich ein Fördertopf des Freistaats angezapft werden kann, was die Förderquote sogar auf 70 Prozent erhöhen könnte.

Als Beispiel für eine Umrüstung nannte Weißflog die vier LED-Leuchten, die vor zwei Jahren am Weg von der Eichthalstraße zum Schachthügel installiert wurden. Sie besitzen auch eine Bewegungssteuerung. Im Ruhemodus wird die Leistung auf 20 Prozent heruntergefahren. Eine ähnliche Steuerung will das Tiefbauamt in einem Teil der Loisachstraße testen. Die Erfahrungen, so Weißflog, sollen in das Umrüstkonzept einfließen.

Im Stadtrat stieß der Bericht jüngst auf Zustimmung. Nun sollen Planungsangebote für ein Umrüstkonzept eingeholt, Förderanträge gestellt und Brennstellen von Bayernwerk zurückgekauft werden.

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