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Nicht erlaubt sind Gestecke und Co. auf diesem Felsen-Urnenfeld.

Felsen-Urnenfeld am Penzberger Friedhof: Plötzlich war der Grabschmuck weg

Es war ein Schreck für eine Frau, als sie zum Urnengräberfeld des Penzberger Friedhofs kam und sah, dass alle Blumen und Kerzen abgeräumt waren. Tatsächlich ist dieser Schmuck bei der Anlage nicht erlaubt. Die Stadt sucht nun allerdings Auswege, den Angehörigen entgegenzukommen.

VON FRANZISKA SELIGER

Penzberg– Gestecke, Engel aus Ton oder Grablichter: Für viele, die einen lieben Menschen verloren haben, ist derartiger Schmuck wichtiger Bestandteil eines Grabes. Auch auf dem Urnengräberfeld auf dem Penzberger Friedhof, das im Herbst 2017 angelegt wurde, legen Angehörige regelmäßig Blumen und Co. ab. Nun hat das Ordnungsamt der Stadt Penzberg diesen Schmuck entfernen lassen – sehr zum Ärger vieler Betroffener.

Am Felsen-Urnenfeld waren Schalen, Lichter und Blumen abgeräumt

Eine Penzbergerin hatte sich deshalb nun an die Heimatzeitung gewandt. Sie hatte feststellen müssen, dass bei dem Urnenfeld mit dem Felsen alle Gebinde, Schalen, Gestecke, Grablichter und Blumen abgeräumt waren, nicht nur jener Schmuck, den sie dort selbst niedergelegt hatte. Sie wisse, dass bei den Urnengräber Gebinde und Blumen über längere Zeit nicht erwünscht sind. Sie appelliert aber an die Stadt Penzberg, dies doch bei besonderen Anlässen – zum Beispiel zum Geburtstag eines Verstorbenen – zu erlauben. Denn man wolle, zu solchen Anlässen „sein Gedenken zum Ausdruck bringen“.

Friedhofssatzung legt fest, dass das Areal frei zu halten ist

Dass der Schmuck entfernt wurde, geschah mit vollem Recht, wie Ordnungsamtsleiter Peter Holzmann auf Nachfrage sagt. Denn in der Friedhofsatzung sei klar festgelegt, dass das Areal frei zu halten sei. Gestecke und Co. seien hier „rechtlich nicht zulässig“. Das betont auch Rudolf Reis von der Friedhofsverwaltung. „Es ist eine Grabanlage, die pflegeleicht sein soll.“ Jeder, der hier ein Urnengrab habe, sei darüber informiert worden. Wer diese Schlichtheit nicht wolle, könne sich ein reguläres Grab kaufen.

Weil die Stadt jedoch wisse, wie wichtig es vielen Angehörigen sei, Blumen am Grab niederzulegen oder eine Kerze anzuzünden, habe man derartigen Schmuck lange geduldet, sagen Holzmann und Reis. „Aber es hat überhand genommen“, so Reis. Deshalb habe man jetzt jeglichen Schmuck entfernt. Allzu oft seien verwelke Blumen und Gestecke nicht mehr weggeräumt oder abgebrannte Grablichter entsorgt worden, so Holzmann. Unter anderem deshalb, vermutet er, weil die Angehörigen von Verstorbenen gar nicht in Penzberg leben oder nur selten auf den Friedhof gehen. „Wir müssen aber natürlich auf die Sauberkeit achten.“ Im Sommer müssten die Friedhofsmitarbeiter die Fläche außerdem mähen können – was deutlich aufwendiger sei, wenn zuvor erst der Grabschmuck entfernt werden müsse.

Stadt sucht Lösung, um Trauernden entgegenzukommen

Holzmann betont, dass bei einer Beerdigung natürlich Gestecke auf dem Grab abgelegt werden könnten. Auch zu besonderen Anlässen, etwa an Allerheiligen oder Weihnachten, kann sich Reis vorstellen, Blumen und Kerzen zu erlauben – aber eben nur ausnahmsweise. Darüber hinaus suche die Stadt nach Möglichkeiten, den Friedhofsbesuchern entgegenzukommen. So seien bereits Kerzenständer beauftragt, die zentral auf dem Areal aufgestellt werden sollen. Hier, so Holzmann, sollen die Besucher künftig ihre Grablichter anzünden können. Für die Zukunft würde sich der Ordnungsamtsleiter wünschen, dass sich die Angehörigen bei Beschwerden direkt an ihn wenden. Er stehe gerne für Gespräche bereit und sei offen für Lösungen.

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