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Die Bands - wie hier „Wois mas?“ - spielten tapfer gegen die Leere an.

Premiere auf der Berghalde

Festival fehlten die Besucher

Es war eine Premiere auf der Penzberger Berghalde. Die Bands machten gute junge-boarische Musik. Nur, es fehlten die Zuhörer.

PenzbergNein. An den Musikern lag es sicher nicht. Aber woran dann? Fest steht nur: Bei der Premiere des „Berghalden Sommerfestivals“ im ausgeräumten Penzberger Volksfestzelt war viel zu wenig los.

Manch ein Besucher des 1. Sommerfestivals, das am Montagabend auf der Berghalde stattfand, unkte, es habe an mangelnder Werbung gelegen. Oder an einem gewissen Feierüberdruss. Iris war extra wegen der Band „Gamskampler“ aus dem Ammertal gekommen. Die junge Penzbergerin war enttäuscht. Nicht wegen der Musiker aus „Schnacklsreith“, ihrem musikalischem Heimatort – die legten sich an diesem Montagabend mächtig ins Zeug. Gaben alles – sogar ihr letztes Hemd samt Krawatte – um irgendwie für Stimmung zu sorgen. „Aber das hier ist nichts, was den Namen ,Sommerfestival’ verdient“, kritisierte Iris und wies auf den leeren Raum um sie herum.

Und die Besucherin hatte leider recht. Bereits um 17 Uhr begann das „Berghalden Sommerfestival“, mit dem Festwirt Christian Fahrenschon im Anschluss an die Penzberger Wiesn eine Premiere startete. Doch auch noch vier Stunden später beherrschte die Leere den rund 1000 Quadratmeter großen Tanzboden des ausgeräumten Festzeltes. Nur im hinteren Bereich, dort wo noch einige Biertische stehen geblieben waren, saßen locker verteilt einige Besucher. Besucherin Iris ärgerte das vor allem wegen der drei Bands – neben „Gamskampler“ waren „Woas Mas?“ und „Heischneida“ angereist. „Die Idee für so ein Festival nach dem Volksfest finde ich gut. Aber die Umsetzung ist katastrophal.“ Viel zu wenig sei im Vorfeld für das Festival geworben worden. Dabei dürfe an so einem Event kein junger Mensch vorbeikommen.

Auch Andrea und Micha waren etwas enttäuscht von der Resonanz. „Vielleicht war das ein bisschen ungünstig, weil mit dem Volksfest schon in der letzten Zeit so viel los war?“, suchten die beiden Penzberger nach einem Grund für die fehlenden Festival-Besucher. Auch das Duo fand die Idee einer Veranstaltung im Anschluss an das zehntägige Volksfest eigentlich prinzipiell gut. „Das kostet schon Mut, so was zu starten“, sagt Andrea. Und Micha ergänzte: „So eine großer Raum war aber vielleicht ein bisschen zu ambitioniert.“

Wirklich ambitioniert waren an diesem Abend eigentlich nur die Musiker. Tapfer versuchten sie, das Beste aus der Situation zu machen – und mal mit bayerischen Satire-Texten, mal mit hausgemachten bayerischem Rock, vielen Ohrwürmern, so manch witziger Einlage und jeder Menge gutem Sound von der Leere abzulenken.7

Franziska Seliger

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