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Da war die Welt noch in Ordnung: Festwirt Christian Fahrenschon (rechts) bei der Eröffnung auf der Berghalde.

Polizei-Chef reagiert deutlich

Festwirt wirft hin - angeblich, weil Polizei neue Auflagen wegen „Personalproblemen“ fordert

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Paukenschlag in Penzberg: Volksfestwirt Christian Fahrenschon hat seinen Vertrag mit der Stadt gekündigt. Mit interessanter Begründung. Dem Wirt droht jetzt sogar eine Anzeige.

Penzberg – Seit fünf Jahren ist Christian Fahrenschon Volksfestwirt in Penzberg. Am Samstag kam der große Knall: Der Rosenheimer kündigte per E-Mail seinen Vertrag mit der Stadt zum Jahresende. Am Montag ließ er einen Brief folgen. Fahrenschon begründete seinen Schritt mit strengeren Auflagen der Stadt – und dass ihm wegen Verstoßes gegen den Bescheid eine Anzeige der Polizei droht.

Die Stadt hatte Fahrenschon im Frühjahr den Festbetrieb genehmigt, aber mit kürzeren Zeiten für Musik, Ausschank und Zeltbetrieb. Gerade am besucherstarken Freitag und Samstag muss die Musik schon um 23 Uhr aufhören, aus dem Zapfhahn darf das letzte Bier um 0.30 Uhr fließen, und vor allem muss das Festzelt um 1 Uhr leer sein. An den anderen Tagen gelten noch frühere Zeiten. 

Laut Fahrenschon habe die Polizei die neuen Auflagen wegen „Personalproblemen“ gefordert. Der Wirt hatte „auf Ermessensspielraum gehofft“ – „damit man die Leute nicht mit Gewalt wie Vieh aus dem Zelt heraustreiben muss.“ Gleich zum Feststart machte der Rosenheimer Bekanntschaft mit der verschärften Gangart. Musik und Ausschank hätten am Freitag und Samstag die Zeiten eingehalten. Er habe sogar, wie gefordert, die Security auf bis zu 15 Mann verstärkt. 

Allerdings dauerte es bis zu 40 Minuten, bis das Zelt leer war, räumt Fahrenschon ein. „Die Leute sind noch gemütlich zusammengesessen.“ Dass dem Wirt deshalb eine Anzeige droht, bestätigt Polizeichef Jan Pfeil. Ob es ein Bußgeld gibt, entscheidet das Ordnungsamt. Man werde das Ende des Volksfestes abwarten, so zweiter Bürgermeister Dr. Johannes Bauer. Fahrenschon aber will so nicht weiter machen und hat vorsorglich gekündigt. „Das muss neu verhandelt werden.“ Der Wirt beklagt sich über Umsatzeinbußen und hohe Kosten für den Festplatz. 

PI-Chef in Penzberg wehrt sich gegen Vorwürfe: „Haben genug Personal“

Inspektionsleiter Pfeil lässt die Vorwürfe nicht stehen: „Die Polizei in Penzberg hat keine Probleme mit zu wenig Personal.“ Man betreue jedoch das Volksfest mit eigenen Kräften und die bräuchten aus arbeitsrechtlichen Gründen Ruhezeiten. „Sie haben einen Anspruch darauf. Sie müssen am nächsten Tag für den Bürger zur Verfügung stehen, um Sicherheit und Ordnung zu gewährleisten.“ Der Inspektionsleiter stellt klar: „Die Polizei erfährt viel Zuspruch von den Besuchern für ihre Präsenz.“

Es folgte eine Krisensitzung im Rathaus mit Verwaltung, Festwirt und Polizei. Vize-Bürgermeister Bauer spricht von einem „sehr konstruktiven Gespräch“. Allerdings habe man so gut wie keinen Handlungsspielraum. Die Kündigung nahm die Stadt zur Kenntnis. Man setzte sich wieder zusammen, so Bauer. Festwirt Fahrenschon will jetzt extra Hinweisschilder aufstellen.

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