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Fridays for Future: Demo auf dem Penzberger Stadtplatz am Freitag.

Klimaschutz

„Fridays for Future“ in Penzberg: Wie reagiert der Stadtrat auf den Forderungskatalog?

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Nach der „Fridays for Future“-Demonstration in Penzberg setzen die Jugendlichen darauf, dass ihr Forderungskatalog im Stadtrat besprochen wird. Ob das am heutigen Dienstagabend der Fall ist, ist offen. Einige Jugendliche überlegen, selbst in die Sitzung zu kommen.

Penzberg – Fünf Forderungen umfasst der Katalog, den die Jugendlichen am Freitag an Bürgermeisterin Elke Zehetner überreicht haben. Zentraler Punkt darin ist, wie berichtet, die Ausrufung eines „Klimanotstands“. Ebenso fordern die jungen Demonstranten eine Vollzeitstelle für einen Klimaschutzbeauftragten „mit weitreichender Entscheidungsbefugnis“, die Verpflichtung der Stadt, im Zweifelsfall pro Klima-, Arten- und Umweltschutz zu entscheiden, das Penzberger Klimaschutzkonzept von 2011 zu reaktivieren und jährlich über Fortschritte zu informieren. Auf der vor einer Woche festgelegten Tagesordnung für die aktuelle Stadtratssitzung stehen die „Fridays for Future“-Forderungen nicht. Das gilt auch für mehrere Anträge der Grünen-Fraktion, die sich teilweise mit den Forderungen der Jugendlichen decken.

Fridays for Future: Stadtrat soll sich „ernsthaft damit beschäftigen

Lukas Bogner, einer der jungen Redner bei der „Fridays for Future“-Demo am vergangenen Freitag, hofft, dass der Stadtrat trotzdem bereits am heutigen Dienstag über die Forderungen spricht. Er glaubt, dass das auch geschehen wird, „weil die Demonstration noch im Gedächtnis ist“. Unabhängig davon erwartet er sich, dass sich der Penzberger Stadtrat „ernsthaft damit beschäftigt und nicht sagt, das tun wir jetzt auf die Tagesordnung und lassen es später wieder in der Schublade verschwinden“. Langfristiges Ziel sei, so Lukas Bogner, dass möglichst viel davon umgesetzt wird und Penzberg auf diese Weise einen Beitrag zum Klimaschutz leistet.

Fridays-for-Future-Katalog: Forderungen noch nicht auf der Tagesordnung

Bürgermeisterin Elke Zehetner erklärte am Montag auf Anfrage, dass die „Fridays for Future“-Forderungen am heutigen Dienstag (18.15 Uhr, Rathaus) noch nicht offiziell behandelt werden, also auch keine Beschlüsse dazu fallen werden. Sie werde den Stadtrat aber unterrichten, dass sie das Schreiben mit den Forderungen angenommen habe. Zehetner erklärte zudem, sie habe es bereits an die Stadtratskollegen und die Abteilungsleiter im Rathaus zur Information weitergeleitet. Auf die Frage, wann die Forderungen behandelt werden, antwortete die Bürgermeisterin, dass dies innerhalb der nächsten drei Monate im Zusammenhang mit den in Teilen deckungsgleichen Grünen-Anträgen geschehen wird.

Grünen-Fraktion stellt mehrere Anträge - von Klimaschutz bis Feuerwerk

Die Grünen-Fraktion von Kerstin Engel hatte vor zwei Wochen mehrere Anträge für den Stadtrat im Rathaus eingereicht. Die Ausrufung eines „Klimanotstands“ ist nicht darunter. Dafür decken sich die Forderungen mit dem „Fridays for Future“-Katalog in der Vollzeitstelle für einen Klimaschutzbeauftragten, in der Aktualisierung und Fortschreibung des Klimaschutzkonzepts und in der Berücksichtigung der Klimafolgen bei allen Entscheidungen. Weitere Punkte unter dem Titel „aktiver Klimaschutz in Penzberg“ sind Energiezentralen mit ausschließlich erneuerbaren Energiequellen bis 2026, ein stärkerer Schutz von Mooren und Wäldern als CO2-Speicher sowie der Ausbau des Radwegenetzes und der E-Tankstellen.

In einem weiteren Antrag fordern die Grünen Maßnahmen für die Biodiversität: das heißt unter anderem den Erhalt von Biotopen und hochwertigen Grünflächen, einen Biotopverbund, eine Senkung des Flächenverbrauchs und verpflichtende Dachbegrünung, falls das Dach nicht für Solarenergie genutzt wird. Ein dritter Antrag fordert einen klimafreundlichen Baustandard in Penzberg: Städtische Häuser, heißt es dort, sollen bis 2030 energetisch saniert sein und Privatpersonen beim Bau eines Passivhauses eine Prämie von 7500 Euro erhalten.

Die Grünen-Fraktion fordert die Stadt in zwei weiteren Anträgen außerdem zu umweltverträglichen Veranstaltungen auf, zum Beispiel, indem auf Einweg-Plastikgeschirr verzichtet wird. Und, so die Grünen: Am Ende des Volksfestes und an Silvester soll es in Penzberg kein Feuerwerk mehr geben. An dessen Stelle, so der Vorschlag, soll die Stadt als Alternative eine Lasershow veranstalten.

So war die bisher größte „Fridays for Future“-Demo in Penzberg: Schüler demonstrieren: Penzberg soll Klimanotstand ausrufen

In Weilheim fand die zweite große Demo statt: Klimademo: Rote Karte für Klimapolitik

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