Ende der Zeitumstellung: EU nennt Termin - Bald könnte es soweit sein

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Schon heute herrscht reger Verkehr in Penzberg. Wenn die Umleitung während der B 472-Sanierung durch die Innenstadt führt, befürchten viele ein endloses Verkehrschaos.

Vier Monate Sperrung der B472

Penzberg fürchtet den Mega-Stau

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Auf Penzberg rollt eine gewaltige Blechlawine zu. Wenn im Sommer die B 472 für vier Monate gesperrt wird, liegt die Stadt auf der Umleitungsstrecke. Das Penzberger Rathaus befürchtet, dass der Verkehr zusammenbricht. Es gibt sogar die Idee, Ampeln zur Blockabfertigung aufzustellen. Das Staatliche Bauamt sagt aber Nein.

Penzberg – Vier Monate Ausnahmezustand in Penzberg – das befürchtet das Rathaus, wenn das Staatliche Bauamt Weilheim von 19. Juni bis 27. Oktober die B 472 zwischen Bichl und Sindelsdorf komplett sperrt. Wie berichtet, wird die Bundesstraße saniert. Eine der Umleitungsstrecken führt mitten durch Penzberg. Johannes Jauß, Vizeleiter des städtischen Ordnungsamtes, erwartet, dass dann 10 000 bis 15 000 Fahrzeuge zusätzlich durch Penzbergs Innenstadt fahren werden – pro Tag. Insbesondere der Schwerlastverkehr werde sich „spürbar erhöhen“.

„Die Innenstadt ist für diese Verkehrsmengen nicht ausgelegt“, sagt Jauß. Er sieht mehrere Probleme auf Penzberg zukommen. Das beginnt mit der Gefahr, dass die Feuerwehr nicht schnell genug ausrücken kann, weil Feuerwehrleute auf dem Weg zum Feuerwehrhaus mit ihren Privatautos im Stau stehen. Dieses Problem sehen auch Adrian Leinweber und Jack Eberl, die der Feuerwehr angehören und im Stadtrat sitzen. „Ich habe dafür kein Verständnis, wenn das Staatliche Bauamt Sachwerte und Menschenleben gefährdet, nur um sich ein paar Euro zu sparen“, sagt Leinweber – ein paar Euro, meint er, für eine Ersatzfahrbahn neben der zu sanierenden Bundesstraße. „Es wird unmöglich bis unwahrscheinlich sein, zum Einsatz zu kommen“, warnt Eberl.

Jauß erwartet ebenso, dass Schulbus, Stadtbus und überregionaler Busverkehr ihren Takt nicht einhalten können. Auch Veranstaltungen wie die „Skate Night“, der Volksfesteinzug oder „Public Viewing“ am Stadtplatz während der Fußball-WM könnten nicht wie gewohnt oder nur eingeschränkt stattfinden. Die normalen Umleitungen im Stadtgebiet seien für diesen Verkehr nicht ausgelegt. Ebenso glaubt Jauß, dass sich viel Verkehr in Wohnstraßen verlagert, um Staus zu umgehen, auf „Schleichwege“ wie Meichelbeckstraße, Ludwig-März-Straße, Sonnenstraße, Bürgermeister-Rummer- und Friedrich-Ebert-Straße.

Ersatzfahrbahn laut Staatlichem Bauamt technisch unmöglich

Laut Jauß hat das Staatliche Bauamt in mehreren Gesprächen vorgetragen, dass eine abschnittsweise, halbseitige Bauweise nicht möglich sei. Auch der Penzberger Vorschlag, die Vollsperrung für den Brückenbau nur in den Sommerferien und nachts vorzunehmen, sei abgelehnt worden. Eine Ersatzfahrbahn ist laut Behörde wegen des Untergrunds und der Loisach nicht möglich. Zur Entlastung für Penzberg hat sie zugesagt, weiträumig Umleitungsschilder aufzustellen. Was nach Ansicht des Ordnungsamts nicht ausreicht.

Seitens der Penzberger Polizei gab es sogar die Idee, an den Ortseingängen Ampeln für eine Blockabfertigung aufzustellen. Sie würden auf Rot schalten, wenn die Innenstadt überlastet ist. Das Ordnungsamt hält dies für eine gute Idee. Allerdings ist eine Blockabfertigung rechtlich nur bei Tunneln aus Sicherheitsgründen möglich. Ganz vom Tisch ist dies laut Jauß trotzdem nicht: „Sie wurde uns in Aussicht gestellt, wenn wir komplett untergehen.“ Die Stadt will nun mit anderen betroffenen Kommunen in Kontakt treten. Eine davon ist Bad Heilbrunn, wo man der Vollsperrung ebenfalls mit großer Sorge entgegensieht (wir berichteten).

Das Staatliche Bauamt ist dagegen der Ansicht, dass es nicht so schlimm kommen wird. Nur in den ersten Wochen sei die Belastung stark, dann suchen sich die Autofahrer andere Routen. Diese Auffassung vertritt auch Penzbergs Polizeichef Jan Pfeil. Die Autofahrer würden dann großräumige Umfahrungen nehmen, vor allem die Lastwagen. „Am Anfang ist das Verkehrsaufkommen erheblich“, sagt er, „aber dann wird es sich verringern.“

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