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Neue Initiative „Penzberg gegen Corona“ wirbt fürs Impfen - „Wollen keine Konfrontation“

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Von: Wolfgang Schörner

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Fürs Impfen wirbt die neue Penzberger Initiative (Symbolfoto).
Fürs Impfen wirbt die neue Penzberger Initiative (Symbolfoto). © Sven Hoppe/dpa

In Penzberg hat sich als Reaktion auf die bundesweiten Demonstrationen gegen die Corona-Politik eine Initiative mit dem Namen „Impfen ist solidarisch – Penzberg gegen Corona“ gebildet. Sie will eigenen Worten nach für das Impfen werben.

Penzberg – Bereits vergangene Woche war bekannt geworden, dass in Penzberg eine private Initiative am Entstehen ist (wir berichteten). Am Montag stellte sie sich nun in einer Pressemitteilung vor. Die Initiative ging demnach aus einer Gruppe hervor, die sich zum gemeinsamen Sport trifft, aber auch regelmäßig über lokale Geschehnisse und politische Themen spricht. Die Corona-Pandemie, ihre Folgen und Bekämpfung seien dabei in den vergangenen zwei Jahren natürlich ein Dauerthema gewesen. so die Initiative in einem Schreiben, das Altbürgermeister Hans Mummert, der frühere TSV-Vorsitzende Peter Struzyna und Rainer Schäfer gezeichnet haben.

Initiative: „Nur flächendeckende Impfung“ ermöglicht Weg aus der Pandemie

Beim Thema Pandemie vertraue man auf Aussagen führender Wissenschaftler und ihren Empfehlungen, die sie aus dem jeweils aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstand ableiten, schreibt die Initiative. „Dabei bleiben wir weiterhin kritisch und versuchen, uns möglichst breit über die Medien und wissenschaftliche Publikationen zu informieren“, heißt es. Und: „Wir sind für die konsequente Einhaltung von Corona-Schutz-Maßnahmen und stellen dabei Solidarität vor Egoismus.“ Man sei überzeugt, erklärt die Initiative weiter, dass „nur flächendeckende Immunisierung der Bevölkerung durch Impfung dauerhaft den Weg aus der Pandemie hin zur Wiedererlangung unserer gesellschaftlichen Normalität ermöglicht“.

Initiative will der schweigenden Mehrheit ein Gesicht geben

Auf die Frage, was sie antreibt, verweist die Initiative zunächst auf die Erkrankten und Gestorbenen sowie auf die „katastrophalen Folgen“ der Corona-Pandemie für die Kinder, das Gesundheitssystem, Wirtschaft, Gastronomie, Kultur und andere Bereiche. „Uns stört“, schreibt sie, „dass zunehmend eine im Vergleich zur geimpften Bevölkerung kleine Minderheit eine so große Öffentlichkeitswirksamkeit erreicht hat.“ Man befürchte, dass deren „zum Teil verharmlosenden Thesen zu Impfung und den Corona-Maßnahmen viele Menschen verunsichern und von einer Impfung abhalten“. Dieser Entwicklung wolle man nicht tatenlos zusehen.

Mit der Initiative „Impfen ist solidarisch – Penzberg gegen Corona“ will die Gruppe eigenen Worten nach der großen Mehrheit der verantwortungsbewussten Bürger und Impfbefürworter in der Region ein Gesicht geben. Sie will „verschiedene Plattformen“ anbieten, auf denen diese „mit ihrem Namen ihre Solidarität bekunden können“ und so selbst „zum sichtbaren Sprecher der schweigenden Mehrheit“ werden. Vielleicht könne dadurch der eine oder andere Unentschlossene noch zum Impfen bewegt werden, schreibt die Gruppe.

Infostände und Plakataktionen geplant, aber keine Gegendemonstration

Die Initiative plant Infostände und Plakataktionen. Eine Internetseite ist im Aufbau. Es gebe eine große Ideensammlung, schreibt die Gruppe. Peter Struzyna sagte am Montag auf Anfrage, dass man die Initiative bisher nur intern kommuniziert habe, es aber schon sehr viele Anfragen und Unterstützer gebe. Die Gruppe selbst besteht ihm zufolge aus sieben Personen. Gemeldet hätten sich bisher aber schon über 200 Personen quer durch die Gesellschaft, die sich mit ihrem Namen beteiligen wollen. Wann der erste Infostand mit Aktionen stattfindet, womöglich Ende der Woche,will die Initiative noch bekannt gegeben. Man wolle dabei möglichst viele Unterstützer finden, so Struzyna. Es werde jedenfalls keine Demonstration sein, erklärte er. Man wolle keine Konfrontation, sagte er mit Blick auf die Penzberger Demonstrationen jeden Montag. Die Initiative wolle keinem eine Meinung aufzwingen. Ähnlich formulierte es Hans Mummert: „Wir wollen keine Gegendemo, sondern die Leute mit Aufklärung zum Impfen bringen.“

Eine Aussage zu einer Impfpflicht macht die Initiative in dem Schreiben nicht. Er persönlich sei aber der Meinung, so Mummert, dass „wir an einer Impfpflicht nicht vorbeikommen werden, wenn die Aufklärung nicht ausreicht.“

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