1. Startseite
  2. Lokales
  3. Weilheim
  4. Penzberg

Neuer Unverpackt-Laden: Große Resonanz auf Umfrage - bereits mehr als 800 Fragebögen ausgefüllt

Erstellt:

Von: Wolfgang Schörner

Kommentare

Regional, plastikfrei, nachhaltig, bio und fair soll der Unverpackt-Laden nach der Vorstellung der Penzberger Initiative werden.
Regional, plastikfrei, nachhaltig, bio und fair soll der Unverpackt-Laden nach der Vorstellung der Penzberger Initiative werden. © dpa

Das Interesse an einem Unverpackt-Laden in Penzberg ist offenbar sehr groß. Über 800 Menschen haben mittlerweile an einer Umfrage teilgenommen, mit der unter anderem der Bedarf für ein derartiges Geschäft ermittelt werden soll. Ein Vierer-Team arbeitet derzeit an der Umsetzung der Idee.

Penzberg – Seit vergangenem Sommer gibt es die Initiative, die in der Penzberger Innenstadt einen Unverpackt-Laden auf die Beine stellen will. Um den Bedarf zu ermitteln, läuft seit kurz vor Weihnachten eine Umfrage. Bis Dienstag wurde der Fragebogen 878 Mal ausgefüllt. Die Umfrage endet am 21. Januar (zu finden unter https://web.umfrageonline.com/s/j7efsdd)..

Gefragt wird danach, ob man aktuell einen Unverpackt-Laden in der Region nutzt und ob man gern in Penzberg in einem derartigen Geschäft einkaufen würde. Ebenso geht es darum, mit welchen Warengruppen man sich dort beim Wocheneinkauf eindecken würde, also zum Beispiel mit trockenen Lebensmitteln wie Mehl, Müsli, Kaffee und Gewürze, oder auch mit Molkereiprodukten, Obst, Gemüse, Backwaren und Drogerieartikeln. Gefragt wird auch nach dem Interesse an einem Café- oder Bistroangebot.

Bei Initiative herrscht Freude über Resonanz - mit so einer hohen Zahl nicht gerechnet

Freude herrscht über die große Resonanz auf die Umfrage. Sie habe mit einer so hohen Zahl nicht gerechnet, sagt Johanna Bartsch. Sie gehört zu dem Kernteam von vier Frauen, die derzeit die Planungen für einen Unverpackt-Laden vorantreiben. Insgesamt ist der Kreis der Initiative viel größer. Im Hintergrund, erzählt sie, gebe es allerhand Mitstreiter, die schon bei den Workshops im vergangenen Jahr dabei waren, und viele, die sich als praktische Helfer einbringen wollen, sei es als Handwerker beim Einrichten oder später beim Verkauf.

Über die Umfrage wolle man evaluieren, ob Bedarf vorhanden ist und an welchen Produkten die Leute interessiert sind, sagt Johanna Bartsch. Laut einer Zwischenbilanz teilten über 95 Prozent der Umfrage-Teilnehmer mit, dass sie einen Unverpackt-Laden wollen. Viele würden vor allem Trockenwaren kaufen. Sehr großes Interesse besteht demnach auch an einem Café oder Bistro. Es habe außerdem Stimmen gegeben, die nach einem veganen Angebot gefragt haben, berichtet sie. Insgesamt sei die Umfrage bisher sehr positiv verlaufen. Es ist ihr zufolge eine Basis, um in die nächste Planungsrunde zu gehen. Vorgesehen ist zum Beispiel auch, sich am „Klimafrühling Oberland 2022“ im Mai mit einer eigenen Veranstaltung zu beteiligen.

Noch viele Fragen zu klären - Suche nach Ladenfläche in Innenstadt

Zu klären sind außerdem noch eine ganze Reihe von Fragen. Neben der Sortiments- und Café-Frage geht es auch um die Rechtsform, also ob der Unverpackt-Laden zum Beispiel von einer Genossenschaft wie in Bad Tölz oder von einem Verein getragen werden soll. Eine Überlegung sei, einen gemeinnützigen Verein zu gründen, sagt Johanna Bartsch. Ihr zufolge könnte man in dem Rahmen auch Workshops zum Beispiel für Schüler anbieten.

Und da ist auch die Frage, wo der Laden entstehen soll. Das Ziel ist, das Geschäft in der Innenstadt zu eröffnen. Die Initiative steht dabei in engem Kontakt zur städtischen Wirtschaftsförderin Monique van Eijk, die im Sommer das erste Online-Treffen für potenzielle Laden-Gründer organisiert hatte. Van Eijk erklärte dazu, sie helfe der Initiative im Rahmen der normalen Unterstützung für Unternehmensgründungen. Die Stadt hat ihr zufolge eine Förderung aus dem Fonds „Innenstädte beleben“ der bayerischen Staatsregierung beantragt. Der Freistaat bezuschusst damit, wie berichtet, Kommunen, die in ihrer Innenstadt leer stehende Räume als Ladenlokal anmieten und an „innovative und frequenzbringende Nutzungen“ günstig weitervermieten. Wann es so weit ist, ist schwer zu sagen. Johanna Bartsch ist aber optimistisch: „Wir sind bestrebt, dass wir dieses Jahr in die Gründung gehen und nach Möglichkeit den Laden eröffnen können.“

Auch interessant

Kommentare