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Sammelaktion auf der Loisach: Eines der Stand-Up-Boards voller Müll.

Müllsammelaktion

Die Loisach als Müllhalde - Stand-Up-Paddler Wacke und seine Helfer sind entsetzt

Tonnenweise Müll haben der Penzberger André Wacke und seine freiwilligen Helfer am Samstag aus der Loisach gefischt. Mehrere Stunden waren sie auf ihren Stehpaddel-Brettern auf dem Fluss unterwegs. Viel zu früh mussten sie ihre Aktion abbrechen, weil alle ihre Bretter heillos überladen waren mit achtlos entsorgtem Müll.

Penzberg/Großweil– „Ich bin total erschüttert. Mir ist richtig schlecht.“ Mit diesen Worten beschreibt Pascal Rösler, einer der Freiwilligen im Team von André Wacke, seine Gefühle, als er nach rund fünfstündiger Sammelaktion auf der Loisach wieder am Ufer steht. Insgesamt haben laut Organisator Wacke 17 Freiwillige auf so genannten Stand-Up-Boards die Loisach abgefahren. Start war am frühen Morgen in Ohlstadt. Gegen Mittag landeten sie kurz vor der Loisachbrücke bei Großweil wieder an.

„Eigentlich hätten wir noch viel mehr Müll gefunden“, erläutert Wacke. Doch die sechs kleinen sowie das eine große Stand-Up-Board hätten nicht mehr Unrat aufladen können – sonst wären sie gesunken.

Müllberge in der Loisach: „Mich regt das unwahrscheinlich auf“

„Ich bin so sauer. Mich regt das unwahrscheinlich auf“, beschreibt der 48-Jährige seine Gefühle beim Blick auf die regelrechten Müllberge, die auf den Boards am Ufer festgezurrt sind. Darunter verrostete Skelette alter Fahrräder, ein Einkaufswagen, ein Kinderwagen sowie Gartenstühle, Skier und sogar ein alter Computer. Hinzu kommen unzählige Plastikverpackungen und Kleinschrott. Alles triefend von Schlamm und eingesponnen in grünen Tang.

Dass das meiste dieses Mülls mutwillig in der Natur entsorgt wurde, das findet Wacke am allerschlimmsten. „Was sind wir nur für Menschen“, sagt Rösler leise. Er ist der Gründer von „Pure Water for Generations“, eines Vereins, der sich dafür einsetzt, dass das Wasser der Donau wieder trinkbar wird, wie Rösler erklärt. Der Mann aus Breitbrunn am Ammersee begleitete Wacke bereits das zweite Mal beim Müllsammeln auf der Loisach, um zu verhindern, dass Müll von der Loisach über die Isar bis in die Donau gespült wird. „Jeden Tag gelangen vier Tonnen Plastik von der Donau ins Schwarze Meer“, erklärt er. Müll, den man bereits aus der Loisach bergen könne, gelange nicht mehr in die Donau und auch nicht mehr ins Meer. Rösler hatte den Penzberger Wacke auch zu der Loisach-Aktion, die erstmals vor einem Jahr stattfand, inspiriert.

Zum ersten Mal mit dem Stand-Up-Board Müll gesammelt hat Astrid Hoß. Die Iffeldorferin ist in ihrer Freizeit gerne auf Flüssen unterwegs. Flüsse tun ihr gut. Jetzt will sie dem Fluss etwas Gutes tun, denn: „Ich finde es traurig, dass wir Menschen immer nur nehmen“, sagt die Iffeldorferin.

Müllsammel-Aktion auf der Loisach: 17 Helfer waren dabei

Mit 17 Helfern haben sich in diesem Jahr mehr Freiwillige an André Wackes Müllsammel-Aktion beteiligt als bei der Premiere 2018. Um all den Müll zu bergen, seien es aber viel zu wenige gewesen, bilanziert er. Wacke hatte auf noch mehr Engagierte gehofft, sagt Wacke. Im kommenden Jahr will der Penzberger auf jeden Fall wieder lospaddeln, um ein Zeichen zu setzen gegen die Umweltverschmutzung und die Loisach von Müll zu befreien. Dann entlang eines anderen Abschnitts.

Begleitet wurden die Müllsammler dieses Mal übrigens von einem Fernseh-Team des Bayerischen Rundfunk, das laut Sylvia von Miller einen Beitrag für die Sendung „Unter unserem Himmel“ gedreht hat. Des Arbeitstitel des rund 45-minütigen Beitrags lautet: „Über die Belastung der Flüsse“. Als Sendetermin nannte von Miller grob das kommende Frühjahr.

Text: Franziska Seliger

Lesen Sie auch: Müll-Fischer auf dem Stand-Up-Board: André Wacke und seine Helfer paddeln wieder auf der Loisach

Und über die Premiere vor einem Jahr: 

Auf dem Stehpaddel-Brett - wie der Penzberger André Wacke die Loisach säubert

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