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Kerstin Engel (mit Blumenstrauß) wurde zur Bürgermeister-Kandidatin gewählt, rechts Katharina von Platen.

Kommunalwahl 2020

Penzberger Grüne schicken Kerstin Engel ins Rennen um das Bürgermeisteramt

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Kerstin Engel geht für die Penzberger Grünen in das Rennen um das Bürgermeisteramt in Penzberg. Sie gewann am Montagabend die Abstimmung gegen Katharina von Platen knapp mit 12:10 Stimmen. Für die Grünen war es ein Novum: zwei Bewerberinnen, die für das Rathaus kandidieren wollten.

Penzberg – Nach Klaus Adler (1996) und Johannes Bauer (2002 und 2008) schicken die Penzberger Grünen erstmals eine Frau in die Penzberger Bürgermeisterwahl. Kerstin Engel war bereits 2014 als Kandidatin gehandelt worden, trat aber nicht an. Nun ist sie im März 2020 Herausforderin von Amtsinhaberin Elke Zehetner (SPD). Ebenfalls im Rennen ist Stefan Korpan für die CSU. Eigene Kandidaten angekündigt haben BfP, FLP und FDP.

Kerstin Engel (50), die seit 20 Jahren in Penzberg lebt, ist Diplom-Biologin und arbeitet seit 2008 bei Roche. Dem Penzberger Stadtrat gehört sie seit 2008 an. Sie ist Vorsitzende der Grünen-Fraktion. In der geheimen Wahl am Montag setzte sich Engel mit 12:10 Stimmen gegen Katharina von Platen (39) durch, die dem Sprecherrat im Orts- und Kreisverband angehört. Die Rechtsfachwirtin, die in einer Wolfratshauser Rechtsanwaltskanzlei als Kanzleileiterin arbeitet, kündigte noch vor der Wahl an, im Falle einer Niederlage für den Stadtrat kandidieren zu wollen.

Grünen-Nominierung: Auch Sympathisanten durften mitstimmen

Eine Besonderheit: Es durften nicht nur Mitglieder abstimmen, sondern auch extra eingeladene Grünen-Sympathisanten. In der zweieinhalbstündigen Versammlung ging es um fast jede Facette der Penzberger Stadtpolitik. Erst stellten die Kandidatinnen ihre Ziele vor, dann wurden sie in einer ausgiebigen Fragerunde gelöchert. Beide Frauen zeigten sich dabei gut vorbereitet. Am schwersten taten sie sich noch mit der Abschlussfrage: Was die eine von der jeweils anderen unterscheidet? Sie halte sich für wagemutiger, entspannter beim Geldausgeben, sei die „größere Rampensau“ für den Wahlkampf und komme aus der freien Wirtschaft, sagte Katharina von Platen. Kerstin Engel antwortete, sie stehe für Sachpolitik, nicht für Show und verfolge Ziele hartnäckig, sie habe zwar schwäbische Wurzeln, schaue aber nicht aufs Geld, wenn es um Menschen geht, sie sei Nicht-Juristin, aber Pragmatikerin, die sich „von gesetzlichen Hürden nicht zwangsweise ausbremsen lässt“.

Grünen-Nominierung: Fragerunde über Fußgängerzone, Breitfilz und Co.

Keine Probleme sahen beide darin, sich Mehrheiten im Stadtrat zu suchen. Auch bei der Frage, was sie von einer Fußgängerzone hielten, unterschieden sie sich kaum. Sie sei sich nicht sicher, ob dies in Penzberg, anders als in Tourismusorten, funktionieren würde, sagte Engel, außerdem wäre so etwas nur mit dem Einzelhändlern („Ihre Stimme ist mir wichtig“) zu machen. Anders als von Platen steht sie einem Blaulichtzentrum – eine weitere von vielen Fragen aus der Runde – wegen der Kosten skeptisch gegenüber. Gefragt wurde auch nach den Schrebergärten im Breitfilz: Sie wolle sie den Pächtern nicht komplett nehmen, so Engel, dem Moor müsse aber mehr Raum gegeben werden.

Engel erklärte in ihrer Rede, jeder Bürger und Rathaus-Mitarbeiter müsse seine Meinung offen sagen dürfen. Der Amtsinhaberin warf sie vor, die Expertise der Verwaltung nicht wertzuschätzen und den Mitarbeitern vorschreibe, was sie im Stadtrat sagen dürfen. Durch ihre Kandidatur werde sie die Wiederwahl Zehetners „deutlich erschweren“, so Engel. Als Ziele nannte sie ein Stadtentwicklungskonzept, kombiniert mit einer Sozialplanung für Kitas, Schulen, Sportstätten und Senioreneinrichtungen, bezahlbaren Wohnraum, eine Aufwertung innerstädtischen Grüns, mehr Bäume für Artenschutz und Stadtklima, weniger Versiegelung, ein Verkehrskonzept mit modernem Radwegenetz und ein vorausschauendes Kinderbetreuungskonzept. Ebenso will sie einen stärkeren Fokus auf den Hochwasserschutz legen und einen Klimaschutzmanager einstellen, der nicht, wie aktuell, auch für Grünordnung zuständig ist.

Lesen Sie auch: Das Duell: CSU Penzberg wählt Bürgermeisterkandidaten - diese Ziele hat Stefan Korpan

Und: SPD Penzberg: Elke Zehetner im zweiten Anlauf nominiert

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