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Gut Hub hat zehn Wochen lang keine Zufahrt: Café Extra muss schließen - „Das ist Enteignung“

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Von: Wolfgang Schörner

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Über den Hauptdamm führt die einzige Straße zum Campingplatz, zum Café Extra, zum Gut Hub/Vordermeier und zum Waldkindergarten. Sie soll wegen der Damm-Sanierung von März bis Mitte Mai komplett gesperrt werden. Café Extra, Campingplatz und Gutsgebäude von Anfang März bis Mitte Mai betroffen
Über den Hauptdamm führt die einzige Straße zum Campingplatz, zum Café Extra, zum Gut Hub/Vordermeier und zum Waldkindergarten. Sie soll wegen der Damm-Sanierung von März bis Mitte Mai komplett gesperrt werden. Café Extra, Campingplatz und Gutsgebäude von Anfang März bis Mitte Mai betroffen © Wolfgang Schörner

Massive Folgen hat die für nächstes Jahr geplante Sanierung des Hauptdamms auf Gut Hub. Die Straße, die zum Campingplatz, zum Café Extra und zum Waldkindergarten führt, muss zehn Wochen lang komplett für den Verkehr gesperrt werden. Andere Zufahrten gibt es nicht. Das Café Extra wird in der Zeit schließen müssen.

Penzberg – Für Markus Bocksberger war es ein Schock. Der Wirt des Café Extra, der zugleich zweiter Bürgermeister und Stadtratsmitglied (PM) ist, war davon ausgegangen, dass die Zufahrt wegen der Hauptdamm-Sanierung nur für zwei Wochen im Januar oder Februar gesperrt werden muss. Er hätte die zwei Wochen sein Café zugemacht, hätte vielleicht selbst ein wenig renoviert oder wäre in Urlaub gefahren. Vor wenigen Tagen habe er aber erfahren, dass es zehn Wochen sein sollen. „Das ist unvorstellbar, zweieinhalb Monate ohne Einkommen.“

Damm-Sanierung: Zufahrt von Anfang März bis Mitte Mai gesperrt

Thema war die Vollsperrung der Zufahrt auf Gut Hub diese Woche im Penzberger Stadtrat. Stadtbaumeister Justus Klement teilte mit, dass die gesamte Baumaßnahme, die neben den Hauptdamm auch eine Flutmulde, den Kleinen Weiher und ein Verbindungsbauwerk am Hubersee betrifft, nächstes Jahr von Anfang März bis Oktober vorgesehen sei. In einem ersten Schritt müsse die Straße über den Hauptdamm zwischen Kirnberger See (Badesee) und dem Kleinen Weiher für circa zehn Wochen komplett für den Verkehr gesperrt werden, und zwar von Anfang März bis Mitte Mai.

Betroffen sind Café Extra, Gut Hub, Campingplatz und Waldkindergarten

Laut Stadt wird das Café Extra (sie ist Verpächter) in den zehn Wochen schließen. Veranstaltungen auf Gut Hub seien erst ab Mitte Mai wieder vorgesehen, hieß es. Für die Camper würden Parkmöglichkeiten im Bereich des Fischerstüberls ausgewiesen. Ein Fußweg zum Campingplatz soll während der Sanierung des Hauptdamms über den Dammweg des Kleinen Weihers ermöglicht werden. Der Fischereiverein werde den Kleinen Weiher im Februar abfischen und ablassen. Für den Waldkindergarten, so das Rathaus, werde in Absprache mit dem Betreiber eine individuelle Lösung erarbeitet. Bürgermeister Stefan Korpan (CSU) sprach zudem von Überlegungen, eine „Lösung über die Kapellenwiese“ zu finden, also über den Ortsteil Steigenberg. Laut Stadt wird auch der Spazierweg auf dem Damm zwischen Kirnberger See und Hubersee gesperrt, wenn dort das Verbindungsbauwerk saniert wird.

PM-Fraktion: Das ist ein „enteignender Eingriff“

Protest wegen der zehnwöchigen Straßensperrung kam im Stadtrat von Bocksbergers PM-Fraktion. Das sei existenzgefährdend, sagte Martin Janner. Das könne kein Unternehmer verkraften bei weiterlaufenden Fixkosten. Er müsse befürchten, dass sich Personal und Kunden abwenden. Juristisch, so Janner, sei das ein „enteignender Eingriff“. Er forderte, dass die Stadt eine Entschädigung zahlt. Sonst könne man nicht zustimmen.

Bürgermeister: Werden Lösung mit dem Pächter suchen

Bürgermeister Korpan sagte, man werde „natürlich mit dem Pächter Lösungen suchen“. Darüber werde aber nicht öffentlich in einem Ausschuss entschieden. Versucht werde ebenso, Lösungen mit Campern und Waldkindergarten zu finden, erklärte er. Korpan verwies zugleich darauf, dass die Stadt zu der Baumaßnahme gezwungen ist – durch Vorgaben des Wasserwirtschaftsamtes. Bocksberger sagte dazu, ihm reiche die mündliche Zusage, dass man darüber reden werde. Dies, so fügte er an, hätte man aber auch schon vorher machen können.

Sanierung der Damm-Anlagen: Kosten steigen auf 1,2 Millionen Euro

In der Debatte ging fast unter, dass die Sanierung der Damm-Anlagen auf Gut Hub noch einmal teurer wird. Statt der im Sommer genannten knapp 1,1 Millionen Euro soll sie nun 1,2 Millionen Euro kosten, also fast zehn Prozent mehr. Das hat laut Stadtbaumeister Klement die derzeit laufende Ausführungsplanung ergeben. Der prognostizierte Eigenanteil der Stadt erhöht sich von knapp 660.000 auf rund 765.000 Euro. Ihm zufolge kann der Bau nicht eher beginnen, da vom Wasserwirtschaftsamt noch keine Zustimmung zum vorzeitigen Baubeginn vorliegt. Erst wenn dies der Fall ist, dürfe man die Bauleistungen an Firmen vergeben. Verlegt wird im Hauptdamm in dem Zuge auch die Stromtrasse zum geplanten Solarpark auf Gut Hub. Der Stadtrat stimmte am Ende dem Projekt mit der neuen Kostenhöhe geschlossen zu.

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