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Handydiebin behindert Vermisstensuche — dann steht die Polizei vor ihrer Tür

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Von: Jennifer Battaglia

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Der Lenggrieser meldete sich später bei der Polizei. Nun wird er für sein Verhalten zur Verantwortung gezogen.
Eine Handydiebin behinderte kürzlich die Suche nach einem dementen Mann. Die Frau hatte ein gefundenes Handy eingesteckt und nicht abgegeben. Als der Besitzer des Mobiltelefons zwei Tage später vermisst wurde, klingelte schließlich die Polizei an der Tür der jungen Frau. Die Handyortung machte es möglich. Der Frau drohen jetzt rechtliche Konsequenzen. © Rene Ruprecht /dpa

Eine Frau findet ein fremdes Handy und steckt es ein. Zwei Tage später steht die Polizei vor ihrer Tür: Das Mobiltelefon gehört einem mittlerweile vermissten Mann.

Penzberg - Eine Frau aus Penzberg (Landkreis Weilheim-Schongau) findet ein fremdes Handy am Stadtplatz. Sie bringt es nicht zum Fundbüro oder zur Polizei, sondern steckt es ein. Zwei Tage später steht die Polizei vor ihrer Tür: Im Zuge einer Vermisstensuche hatten die Beamten das Handy geortet, in der Hoffnung, so den Besitzer des Mobiltelefons, einen leicht dementen 62-Jährigen, zu finden.

Handydiebin behindert Vermisstensuche: Großaufgebot der Polizei im Einsatz

„Das ist sehr ärgerlich gelaufen“, sagt Susanne Kettl, stellvertretende Chefin der Polizeiinspektion Penzberg. „Wir hatten bereits mehrere Stunden nach dem Vermissten gesucht.“ Der abgängige Bewohner eines Penzberger Seniorenheims war gegen Mittag des 3. August als vermisst gemeldet worden.

Zunächst führte eine Spur nach Langau nahe Bad Heilbrunn - dort hatten Zeugen den Vermissten an einer Bushaltestelle gesehen. Mit einem Hubschrauber, der Rettungshundestaffel und in Zusammenarbeit mit der Wasserwacht und den Feuerwehren Penzberg und Sindelsdorf-Bichl suchte man das Gebiet rund um die Langau ab, ebenso das Ufer der Loisach. Währenddessen versuchte die Polizei immer und immer wieder, das Mobiltelefon des Vermissten zu erreichen. „Es war eingeschaltet und klingelte“, so Polizeibeamtin Kettl. Deshalb entschied man sich schließlich zur Handyortung.

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Handydiebin behindert Vermisstensuche: Frau muss mit rechtlichen Konsequenzen rechnen

Das Handy wurde dann im Stadtgebiet Penzberg angepeilt. Was die Polizei nicht wissen konnte: Der vermisste 62-Jährige hatte sein Mobiltelefon zwei Tage zuvor am Stadtplatz in Penzberg verloren. Eine junge Frau fand das Handy und steckte es ein. „Ihr drohen jetzt rechtliche Konsequenzen wegen Fundunterschlagung“, sagt Kettl. „Es wird außerdem geprüft, ob sie für einen Teil der entstandenen Kosten der Suche aufkommen muss.“

Die Beamten hätten „leicht ungehalten“ reagiert als sie den Vermissten nicht in der Wohnung der 23-jährigen Frau antrafen. Diese gab zu, das Handy zwar gefunden, es aber nicht an die Polizei oder das Fundbüro weitergeleitet zu haben.

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Handydiebin behindert Vermisstensuche: 62-Jähriger wohlbehalten wieder aufgetaucht

Nachdem auch die zweite Spur nicht den gewünschten Erfolg brachte, wurde die Suche nach dem Vermissten in der Nacht zum 4. August abgebrochen. „Wir hatten keinerlei Anhaltspunkte, wo sich der Mann hätte aufhalten können“, erklärt Kettl die Entscheidung.

Trotzdem wendete sich noch alles zum Guten: Der Mann wurde am 4. August wohlbehalten im Stadtgebiet von Bad Tölz gefunden. „Gegen 6.30 Uhr bekamen wir einen Zeugenhinweis“, so Kettl. Beamte hätten dem Mann dann erst einmal eine Brezel und ein Wasser gekauft und ihn dann zurück nach Penzberg gebracht. Wo er sich die Nacht über aufgehalten hat, ist der Polizei nicht bekannt.

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