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Gelände an der Seeshaupter Straße

HAP-Areal: Mutter von „Geiger Automotive“ verschiebt Entscheidung

  • vonWolfgang Schörner
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Siedelt sich das Murnauer Unternehmen „Geiger Automotive“ in Penzberg an, als Nachfolger von HAP? Diese Frage sollte eigentlich schon entschieden sein. Die Corona-Krise hat jedoch den Zeitplan durcheinandergewirbelt.

Penzberg – Seit drei Monaten ist bekannt, dass der Autozulieferer „Geiger Automotive“ ein „ernsthaftes Interesse“ hat, sich auf dem Gelände des HAP-Werks in Penzberg anzusiedeln. Die Entscheidung, hieß es Mitte März, wird aber nicht am Stammsitz in Murnau getroffen, sondern in Japan bei der Konzernmutter, dem Unternehmen „Sanoh“. Ende Mai sollte die Entscheidung in dessen Aufsichtsrat fallen. Daraus ist aber nichts geworden.

Konzernmutter in Japan verschiebt Entscheidung wegen Corona-Pandemie

Die Entscheidung sei um vier Wochen verschoben worden, erklärte Thomas Fahner, „Vice President“ bei „Geiger Automotive“, diese Woche auf Nachfrage der Heimatzeitung. Der Aufsichtsrat in Japan habe sich wegen der Corona-Pandemie mit vielen anderen Themen zu beschäftigen. Fahner erwartet nun eine Entscheidung für Ende Juni. Dies ist, wie berichtet, auch der Zeitpunkt, an dem das HAP-Werk an der Seeshaupter Straße in Penzberg schließen wird.

„Geiger Automotive“: Penzberg ist weiterhin eine von vier Optionen

Laut Fahner ist Penzberg nach wie vor aber nur eine von vier Optionen. Neben einem Wechsel nach Penzberg wären das ihm zufolge ein kompletter Umzug in die Nähe von Augsburg, wo das Unternehmen bereits einen Standort hat, oder ein kompletter Neubau in Murnau. Die vierte Option wäre, den Status Quo beizubehalten. Zu der Frage nach Präferenzen wollte Fahner sich nicht äußern. Es bestehe bei allen vier Optionen ein „ernsthaftes Interesse“, sagte er. Nach dem Wechsel im Penzberger Rathaus hat „Geiger Automotive“ aber Kontakt mit dem neuen Bürgermeister Stefan Korpan (CSU) aufgenommen. „Wir haben uns vorgestellt“, so Fahner. „Und wollten sehen, ob wir willkommen wären.“ Das habe sich auch bestätigt, erklärte er.

Mitte März hatten, wie berichtet, die damalige Bürgermeisterin Elke Zehetner (SPD) und Heinz Runte von „AIC Hörmann“, der Immobilientochter des Hörmann-Konzerns, bekannt gegeben, dass der Automobilzulieferer „Geiger Automotive“ seine Werke in Murnau und nahe Augsburg schließen und sich in Penzberg auf dem 100 000 Quadratmeter großen HAP-Gelände ansiedeln will. Die Wahrscheinlichkeit sahen sie bei 90 Prozent. Die Rede war von 300 bis 330 Arbeitsplätzen. Das Unternehmen bestätigte damals auf Anfrage ein „ernsthaftes Interesse“ und die Mitarbeiterzahl, verwies aber darauf, dass die Entscheidung noch ausstehe und es weitere Optionen gebe.

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