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Kontakte knüpfen bei der HAP-Jobmesse.

Arbeitsplätze

HAP: Großes Interesse an Jobmesse - über 50 Betriebe werben um Mitarbeiter

Rund 400 Menschen arbeiten derzeit noch im Penzberger HAP-Werk, das Ende Juni schließen wird. Die meisten von ihnen haben noch keine neue Beschäftigung gefunden. Bei einer Jobmesse konnten diese Mitarbeiter nun mit potentiellen neuen Arbeitgebern in Kontakt kommen.

Penzberg – In der rund 700 Quadratmeter großen Fertigungshalle von HAP stand der Betrieb am Mittwoch in weiten Teilen still. Über 50 Betriebe aus der Region hatten dort ihre Stände aufgebaut, um ihr Unternehmen den HAP-Mitarbeiten vorzustellen und in der verbliebenen Belegschaft nach neuen Arbeitskräften zu suchen. Darunter sieben ortsansässige Betriebe wie die Firma Roche und „Sport Conrad“ ebenso wie Betriebe aus Starnberg, Bad Tölz, Garmisch-Partenkirchen oder Lenggries.

Organisiert hatten diese Jobmesse – die Bürgermeisterin Elke Zehetner bei einem Messerundgang als bisher „einzigartig“ bezeichnete – die Stadt Penzberg, HAP sowie die beiden Arbeitsagenturen Bad Tölz und Weilheim.

Aktuell noch rund 400 Mitarbeiter im Penzberger HAP-Werk

Wie Betriebsratsmitglied Bayram Yerli sagte, hätten die meisten der aktuell noch rund 400 HAP-Mitarbeiter – darunter auch etwa 55 Schwerbehinderte sowie ungelernte Kräfte – noch keine neue Arbeitsstelle. Ursprünglich waren in dem Penzberger Werk rund 700 Menschen beschäftigt. Doch von denen, die den Betrieb bereits verlassen haben, hätten viele einen neuen Job gefunden.

HAP: Messeareal in der großen Fertigungshalle

Von 10 bis 16 Uhr konnten die Mitarbeiter beider Schichten über das kleine Messeareal schlendern – und das während ihrer Arbeitszeit, wie der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Ulf Wiedemann sagte. Und diese Möglichkeit nutzten viele HAPler, wie die Veranstalter einhellig betonten. „Ich habe für mich schon einige interessante Angebote gefunden“, bilanzierte etwa ein Mitarbeiter, der seit 25 Jahren in dem Werk arbeitet. Nun hatte er sich seine Bewerbungsmappe unter den Arm geklemmt, damit er sie bei Bedarf gleich bei einem möglichen neuen Chef abgeben kann. „Ich bin sehr positiv“, sagte er mit Blick in seine Zukunft – auch dank der Jobmesse, denn: „Ich finde es optimal, was heute hier geboten wird.“ Er hoffe sehr, über die Messe eine neue Arbeitsstelle zu finden.

Die Veranstalter ihrerseits sind nicht nur mit dem großen Interesse seitens der Belegschaft zufrieden, sondern auch mit der Anzahl der anwesenden Betriebe. Mehr Aussteller hätten gar nicht mehr hineingepasst in die große Halle, unter den anwesenden Arbeitsuchenden und Betrieben fände „ein reger Austausch“ statt, so Oliver Wackenhut von der Arbeitsagentur Weilheim.

Betriebe werben um HAP-Mitarbeiter

Ein Messestand wurde beispielsweise von Günter Jakob und seinem Team vom Zeitarbeitsunternehmen „Orizon GmbH“ aus Weilheim besetzt. „Ich finde es toll, dass wir uns hier vorstellen dürfen“, sagte Jakob. Allein in der ersten Stunde seit Messebeginn habe er bereits rund zehn Gespräche mit arbeitssuchenden HAPlern geführt. Manche dieser Erstkontakte seien vielversprechend gewesen. Diese Möglichkeit der persönlichen Kontaktaufnahme war für Udo Kohnen von der Arbeitsagentur Bad Tölz das Besondere an der Jobmesse. Dadurch hätten die Arbeitssuchenden die Chance, mit ihrer Persönlichkeit und Erfahrung zu punkten – vor allem für die älteren HAP-Beschäftigten ein Gewinn. Wackenhut hoffte, dass jeder Dritte, der die eintägige Jobmesse besuchte, in Kontakt mit einem neuen Arbeitgeber gebracht werden konnte.

Text: Franziska Seliger

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