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Protest der HAP-Mitarbeiter nach der Konzern-Ankündigung, das Werk zu schießen.

Aus für HAP-Werk: Stadt plant zentrale Jobbörse - Diskussion um Zukunft des Werksgeländes

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Scharfe Kritik übt die Penzberger Politik an der Entscheidung des Hörmann-Konzerns, das HAP-Werk zu schließen. Oberste Priorität habe es nun, den Mitarbeitern Arbeitsplätze zu vermitteln, heißt es. Ins Blickfeld rückt zugleich die Frage: Was passiert mit dem HAP-Gelände?

Penzberg – Bürgermeisterin Elke Zehetner teilte am Sonntag mit, dass die Stadt ab dem heutigen Montag auf ihrer Internetseite „alle derzeit zur Verfügung stehenden Stellenangebote“ von Firmen aus Penzberg und Umgebung veröffentlichen will. Diese „zentrale Jobbbörse“ solle für die HAP-Beschäftigten „eine zentrale Informationsquelle für eine mögliche Perspektive auf einen künftigen Arbeitsplatz“ sein. Zugleich erklärte sie, Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger um einen Termin gebeten zu haben.

Aus für HAP-Werk: Stadt soll Werkgelände kaufen

Die FLP-Stadtratsfraktion beantragte, dass die Stadt mit dem Eigentümer des HAP-Grundstücks verhandeln soll, „um das Areal in den Besitz der Stadt zu bringen“ und „anschließend hier die Entstehung von (Klein-) Gewerbeflächen zu ermöglichen“. Der Bedarf sei vorhanden, schreibt die FLP. Firmen, die sich neu ansiedeln oder vergrößern, könnten vielleicht schon im Vorfeld Bedarf an neuen Mitarbeitern haben, so die Wählervereinigung. Als „sehr bitter“ bezeichnet sie die angekündigte Schließung des Werks. Trotz Fachkräftemangels werde es nicht einfach sein, mehr als 600 Beschäftigte ortsnah unterzubringen.

Aus für HAP: Andere große Firma auf dem Gelände?

Scharfe Kritik äußert die Penzberger CSU am Konzern. „Das Verhalten löst in unseren Reihen nur noch Kopfschütteln aus. So sollte ein Betrieb nicht mit seinen Mitarbeitern umgehen“, schreibt CSU-Chef Nick Lisson. Für die CSU habe es oberste Priorität, den Mitarbeitern Arbeitsplätze zu vermitteln und neue Arbeitsplätze zu schaffen. Optimal aus CSU-Sicht wäre es laut Lisson, wenn eine andere große Firma oder mehrere mittelständische Unternehmen das HAP-Areal nutzen und so viele Mitarbeiter wie möglich übernehmen würden. Die CSU bot zugleich an, ein Arbeitstreffen mit Beschäftigten, Vertretern aus Politik, Wirtschaft und „Pro Innenstadt“ sowie der Wirtschaftsförderin zu moderieren, um „schnelle, umsetzbare und nachhaltige Lösungen“ zu finden.

An den Hörmann-Konzern appelliert Lisson, allen Auszubildenden ihren Ausbildungsabschluss im Frühjahr 2020 zu ermöglichen. Er teilte zudem mit, sich am Donnerstag mit dem Landtagsabgeordneten Harald Kühn an Ministerpräsident Markus Söder und Wirtschaftsminister Aiwanger gewendet „und dringende Unterstützung“ eingefordert zu haben.

HAP-Schließung: Scharfe Kritik am Konzern

Zu Wort meldete sich am Sonntag auch der neue FDP-Ortsverband, zu dessen Vorstand der frühere Werkleiter Ralf Simon gehört. Simon hatte in einem Interview mit unserer Zeitung das Management scharf kritisiert. Die FDP sprach gestern in diesem Sinne ebenfalls von „jahrelangem unökonomischen Management“, „intransparenter Personalpolitik“, einer „fragwürdigen strategischen Ausrichtung“ und einer „miserablen Kommunikationspolitik“ als Ursachen für den Niedergang. Kritik übt die FDP aber auch an der Stadt: Sie habe die Dringlichkeit einer neuen Lackieranlage für HAP nicht erkannt „und die Verabschiedung des Bebauungsplans immer weiter verschleppt“. Erst als 2018 die Sicherheit des Standorts in Frage stand, habe sie plötzlich sehr schnell aktiv werden wollen. Die FDP forderte die Stadt auf, auf eine rasche Umsetzung des Sozialplans zu drängen und das Gespräch mit Betrieben aus Penzberg und Umgebung zu suchen, um gegebenenfalls deren Personalbedarf mit HAP-Mitarbeitern zu decken. Drittens, so die FDP, sollte sie sich frühzeitig Gedanken um das HAP-Areal machen – „denn eine weitere Industriebrache wie am Edeka-Areal braucht Penzberg als allerletztes“.

Internet-Jobbörse

Elke Zehetner bittet Betriebe mit offenen Stellen, sich für die Jobbörse direkt bei ihr zu melden: „elke.zehetner@penzberg.de“. Die Jobbörse soll auf „www.penzberg.de“ zu finden sein.

Am vergangenen Donnerstag hatte der Hörmann-Konzern das Aus des HAP-Werks in Penzberg verkündet.

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