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Preisträger: (v.l.) Filmer Christian Podolski, Anna Gmelin, die einen Sonderpreis für ihren Zeichentrickfilm erhielt, und Chris Gilcher, der das Lied mit Eric Volkert schrieb.

Wettbewerb zur 100-Jahr-Feier

Penzberg hat jetzt einen Film und eine Hymne

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Ein Logo für die 100-Jahr-Feier zur Stadterhebung hat Penzberg bereits. Nun gibt es auch eine Hymne und einen Film für die Feiern im nächsten Jahr. Die Preisträger stehen fest.

Penzberg – 15 Lieder und fünf Filme wurden für die beiden Wettbewerbe eingereicht. Am Dienstagabend gaben Bürgermeisterin Elke Zehetner und Festorganisator Thomas Sendl die Preisträger bekannt. Dennoch macht die Stadt weiterhin ein Geheimnis aus Film und Lied, die nächstes Jahr die Feiern zur Stadterhebung begleiten. Die Medienvertreter durften zwar beides anschauen und anhören. Doch danach landeten Film und Lied wieder unter Verschluss. Der Grund: Die Stadt will die Spannung erhalten. „Wir wollen vorsichtig mit unserem Pulver umgehen“, sagte Sendl. Film und Lied sollen erst veröffentlicht werden, wenn im kommenden November die Jubiläumsbroschüre an alle Haushalte verteilt ist. Nur den Liedtext gab die Stadt heraus.

Bei den 15 Lied-Vorschläge habe nicht die Aufnahme-Qualität gezählt, sagte Sendl, sondern die Melodie und die Eignung als Jubiläumshymne. Der Festausschuss habe zum Beispiel lang über ein Lied diskutiert, das eine Frau ohne Instrumente gesungen hat. Am Ende entschied der Ausschuss sich aber für zwei Profimusiker: Chris Gilcher aus Penzberg und Eric Volkert aus München. Sie haben das Lied „Unser Penzberg“ komponiert und getextet.

Wie bei „La Brass Banda“

Es klingt ein bisschen wie von der Band „La Brass Banda“. Angetrieben von Bass und Schlagzeug, dazu Bläsersätze und Akkordeon, dazwischen E-Gitarre, der Text natürlich auf Bairisch. Ein Ohrwurm zum Mitsingen. „Uns war es wichtig, dass sich im Text Tradition und Zukunft widerspiegeln“, sagt Chris Gilcher. Das gilt auch für die Musik. Der 46-jährige Musiker ist in Penzberg aufgewachsen, lebt in München und ist Ton-Ingenieur. Er komponiert seit Anfang der 2000er Jahre für Werbung, Film und Fernsehen. Mit der Band „Los Sopranos“ steht er auch selbst auf der Bühne. Mit Eric Volkert arbeitet er in einem Münchner Studio-Komplex („Weltraumstudios“). „Wir haben uns den Ball hin und her geworfen“, erzählt Gilcher über die Arbeit an dem Lied. „Es ging relativ zackig.“ Das Lied müssen die beiden Musiker nun noch einmal richtig im Studio einspielen – das ist im Preisgeld von 5000 Euro enthalten. Laut Sendl, der Gilcher noch aus alten Jugendzentrum-Zeiten kennt, werden dazu auch jene Musiker eingeladen, die ebenfalls Beiträge eingereicht haben – um gemeinsam im Chor den Refrain zu singen.

Begleitet wird das Jubiläumsjahr auch von einem Film. Unter fünf Einsendungen wählte der Festausschuss den knapp zweieinhalbminütigen Trailer von Christian Podolski aus – ebenfalls eine Mischung aus Tradition und Moderne. Er beginnt mit einem Bergarbeiter, zoomt auf ein Stück Kohle, in dem sich die Stadtbilder entfalten. Und er endet in einem Kohlestück, das ein Mädchen im Dirndl in einen Hunt wirft. Podolski profitierte davon, dass er in den vergangenen Jahren viele Aufnahmen in Penzberg machte: sei es vom Loisachgaufest 2015 oder vor sieben Jahren vom „Flashmob“ beim Stadtfest. Dazu kommen neue Bilder im Zeitraffer vom Rathaus, von der Hubkirche oder von der Stadthalle, garniert mit einer passend-bombastischen Musik. Auch eine Drohne ließ Christian Podolski fliegen. „Die Grundidee war schnell da“, erzählt der 46-jährige Filmer, der seit 36 Jahren in Iffeldorf. lebt. Nur die Umsetzung sei zeitaufwendig gewesen. Für die Bergwerk-Computeranimation habe er zwei Wochen gebraucht. Insgesamt arbeitete er mit Unterbrechungen zwei Monate an dem Film.

Sonderpreis für Anna Gmelin

Vom Preisgeld erhält er 4000 Euro. Die restlichen 1000 Euro gehen als Sonderpreis an Anna Gmelin. Die Penzberger Architektin, die auch die Internetplattform „drawlk“ betreibt, hat einen 32 Sekunden langen Zeichentrick-Film über ein Lamm mit Bergwerk-Hammer und Fahne erstellt – Penzbergs Wappen entnommen. Er sei ihr rausgerutscht, so die 43-Jährige. „Ich habe mir ein Herz gefasst und ihn eingereicht.“ Die witzige Idee soll auch gezeigt werden – beim Facebook-Auftritt zum Jubiläum.

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