Carl-Christian Zimmermann ist neuer Klimaschutzmanager in Penzberg.
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Carl-Christian Zimmermann ist neuer Klimaschutzmanager in Penzberg.

Carl-Christian Zimmermann tritt Dienst an

Penzberg hat jetzt einen Vollzeit-Klimaschutzmanager

  • vonWolfgang Schörner
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Carl-Christian Zimmermann ist seit diesem Monat der neue Klimaschutzmanager der Stadt Penzberg. Der 29-Jährige, geboren und aufgewachsen in Rheinland-Pfalz, kennt die Penzberger Region gut. Bei den Limnologen in Iffeldorf hat er sich einst mit Seerosen-Blattkäfern beschäftigt und später seine Masterarbeit gemacht.

Penzberg – Als der Penzberger Stadtrat im November 2019 sein großes Klimaschutz-Paket schnürte, gehörte dazu eine Vollzeitstelle für einen Klimaschutzmanager. Nun ist die Stelle besetzt: Seit Anfang Oktober arbeitet Carl-Christian Zimmermann als Vollzeit-Klimaschutzmanager der Stadt Penzberg. Seine vorrangige Aufgabe sei es, die im November gefassten Beschlüsse umzusetzen, sagt er. „Penzberg hat sehr ambitionierte Ziele“, so der 29-Jährige. Zum Beispiel die Klimaneutralität der städtischen Gebäude bis 2030. Zu seinen Hauptaufgaben wird gehören, das Energie- und Klimaschutzkonzept fortzuführen. Auch andere Rathaus-Abteilungen will er mit seinem Team – dazu gehören Andreas Wowra und Klaus Schwarzbeck – entlasten. Eigene Ideen habe er auch, die er aber erst im Rathaus abstimmen will.

Neuer Klimaschutzmanager hat seine Masterarbeit bei den iffeldorfer Limnologen gemacht

Carl-Christian Zimmermann stammt aus dem rheinland-pfälzischen Jockgrim nahe Karlsruhe. Dort in der Region besuchte er die Schule, machte seine Mittlere Reife und später seine Ausbildung zum biologisch-technischen Assistenten. Zugleich erwarb er die Fachhochschulreife, was ihn das erste Mal in die Penzberger Gegend verschlug. Denn für den praktischen Teil ging Zimmermann für ein halbes Jahr nach Iffeldorf zur Limnologischen Station. Das war vor etwa zehn Jahren. Bei den Gewässerkundlern begleitete er einen Doktoranden, der sich mit dem Fraßverhalten des Seerosen-Blattkäfers beschäftigte. „Das hat große Freude gemacht, auch das Privileg, mit einem Boot auf den Osterseen zu fahren“, erzählt Zimmermann. Jedenfalls reifte damals in ihm der Entschluss, langfristig in der Region zu bleiben.

Klimaschutzmanager: Wendepunkt bei der Mastbetrieb-Kontrolle

Allerdings klappte das nicht gleich von Anfang an. Nach einem Kurzaufenthalt bei Roche in Penzberg, wo er über eine Vermittlungsfirma eingestellt war, ging Zimmermann zunächst für zweieinhalb Jahre nach Stuttgart. Dort arbeitete er beim Chemischen- und Veterinäruntersuchungsamt in der Geflügeldiagnostik. Im Prinzip ging es dort darum, Kontrollen in Mastbetrieben durchzuführen.

Das sei sehr belastend gewesen, erzählt der 29-Jährige. Dieser Einblick habe ihm zum Umdenken bewogen. Er entschied sich gegen eine Festeinstellung in dem Amt und begann in Triesdorf nahe Ansbach ein Studium in „Umweltsicherung“, dem er einen Master in Umweltingenieurwesen hinzufügte. Dafür kehrte Zimmermann wieder zurück an die Limnologische Station nach Iffeldorf. Dort schrieb er seine Masterarbeit, die sich um Cyano-Bakterien, Klimawandel und die Auswirkungen auf Seen dreht.

Im Anschluss – für eineinhalb Jahre – leitete Zimmermann bei der Stadt Starnberg hauptamtlich das Ressort „Technischer Umweltschutz“. Als dann die Stadt Penzberg im Februar 2020 die Stelle eines Klimaschutzmanagers ausschrieb, „wollte ich die Chance nutzen“. Zimmermann lebt mittlerweile in Penzberg. Ihm gefalle die Stadt, er habe hier viele Freunde gefunden.

Was tut der neue Klimaschutzmanager persönlich fürs Klima?

Und was tut er persönlich für den Klimaschutz? Zimmermann erzählt, dass er schon von seinen Eltern umweltbewusst erzogen wurde. „Der Klimawandel ist eines unserer größten Probleme“, sagt er. „Wir sind gut beraten, aktiv etwas dagegen zu unternehmen, auch im regionalen Rahmen.“ Er und seine Freundin hätten sich entschlossen, gemeinsam nur ein Auto zu besitzen. Er selbst fahre mit dem öffentlichen Nahverkehr oder mit dem Fahrrad. Abfall vermeiden, Ökostrom beziehen, die Einrichtung aus Naturholz, Urlaube kompensieren – das sind weitere Dinge, die ihm auf die Schnelle zu der Frage einfallen. Er versuche, auf Fleisch zu verzichten. Fünf Jahre habe er vegan gelebt.

Er selbst will sich aber nicht herausstellen. Wichtig sei ihm der Input aus der Bevölkerung. Er sei offen für Ideen, auch für kritische Diskussionen. Er wolle die Menschen dafür sensibilisieren, den Klimaschutz in ihren Alltag zu integrieren. Wenn er ein paar Menschen durch seine Arbeit erreiche, vielleicht auch den einen oder anderen Skeptiker überzeugen könne, „wäre ich sehr froh“.

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