Wer will „Wunschoma“ oder „Wunschopa“ werden? Der „Penzberg hilft“-Verein stellte die Aktion vor.

Wenn die Großeltern fehlen: „Wunschomas“ für junge Penzberger Familien

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Für junge Familien ist es schön, wenn die Großeltern in der Nähe der Enkel leben. Doch das ist heutzutage immer seltener der Fall. Die Initiative „Penzberg hilft“ will nun Familien mit „Wunschomas“ und „Wunschopas“ zusammenbringen. Die Aktion startet jetzt. Was es aber keinesfalls sein soll: eine Babysittervermittlung.

Penzberg – Früher war es normal, dass mehrere Generationen in einem Haus oder zumindest nah beieinander wohnten. Großeltern passten auf die Enkel auf. Sie waren zum Trösten oder Ermutigen da. Feiertage verbrachten die Familien gemeinsam. Die älteren Menschen wiederum hatten eine Aufgabe, dies hielt sie jung und aktiv. Heutzutage leben junge Familien aus beruflichen Gründen jedoch häufig weit weg von den Großeltern.

Der Verein „Penzberg hilft“ hat deshalb eine neue Aktion mit dem Namen „Wunschoma“ ins Leben gerufen. Sie ging am Dienstag an den Start. André Anderl von „Penzberg hilft“ glaubt, dass in Penzberg der Bedarf relativ hoch sei, weil hier viele zugezogene Familien leben. Er schätzt, dass zwanzig Prozent der jungen Familien eine Leih-Oma oder einen Leih-Opa brauchen könnten. Benötigt werden aber auch ältere Menschen, die zur „Wunschoma“ oder zum „Wunschopa“ werden wollen. „Wir hoffen, dass sich bei uns Leute melden“, sagt André Anderl.

„Penzberg hilft“ sucht „Wunschomas“ und „Wunschopas“

Der Verein „Penzberg hilft“ sei der Vermittler, der die Familien mit Opas oder Omas zusammenbringt, erklärt Vorsitzender Stefan Fuchs. Wie wichtig Großeltern sind, weiß er selbst. Seine Großeltern leben in Iffeldorf. Er habe ein enges Verhältnis zu ihnen, erzählt er. Sie geben einem Halt und man kann sie um Rat fragen. Die „Wunschoma“-Aktion soll keine Babysittervermittlung sein, stellt Martina Gundhardt klar. Die „Wunschomas“ sollen mehr als Aufpasser sein. „Sie sollen auch Familienanschluss haben“, sagt die Mutter einer vierjährigen Tochter. Sie kann sich vorstellen, dass die Leih-Omas oder Opas Teil der Familie werden, sie die Familie über lange Zeit begleiten, dass sie zum Beispiel bei der Einschulung der Kinder dabei sind oder gemeinsam Ostern oder Weihnachten feiern. Ältern Menschen, von denen viele allein sind und die eine Aufgabe suchen, würden so ebenfalls profitieren, sagt Martina Gundhardt. „Sie können eine neue Familie finden.“ Im Kleinen hat sie selbst schon ein paar Erfahrungen gemacht. Ihre Eltern wohnen ganz in der Nähe. Die vierjährige Tochter hat die Großeltern also um sich. An Nachbarskinder, sagt Martina Gundhardt schmunzelnd, habe sie die Großeltern aber auch schon verliehen. Diese nennen sie ebenfalls Opa und Oma.

„Wunschoma“: Die Chemie muss stimmen

Um beide Seiten zusammenbringen, hat der Verein laut Stefan Fuchs Fragebögen entworfen und auf seine Internetseite gestellt. Der Verein schaut dann, wer zueinander passt. Beim ersten Kennenlernen sei man dabei, so Stefan Fuchs. „Am Ende entscheidet, ob die Chemie stimmt“, ergänzt André Anderl. Die Vorbereitung für die Aktion dauerte ein halbes Jahr. Zu klären war zum Beispiel die Versicherungsfrage und dass Omas und Opas keine Nachteile bei Steuern und Rente erleiden. Sie erhalten als Ehrenamtliche eine Aufwandsentschädigung.

„Penzberg hilft“: „Wunschoma“-Erfahrungen aus anderen Orten

„Penzberg hilft“ konnte dabei auf die Erfahrungen anderer „Wunschoma“-Aktionen zurückgreifen. In Leipzig und Fulda wird sie zum Beispiel von Sozialverbänden getragen, in Traunstein von der Diakonie. Dort erzählt eine „Wunschoma“, die auf drei Kinder aufpasst, aber auch Geburtstage und Weihnachten in der Familie verbringt: Es sei „das Beste, was mir passieren konnte, nachdem ich in Rente gegangen bin; es ist doch so wichtig, dass man eine Aufgabe hat und gebraucht wird“. Und: „Die fröhlichen Gesichter der Kinder und die vielen, kleinen, vertrauensvollen Gesten sind meine Belohnung.“

Weitere Infos für Familien sowie potenzielle „Wunschomas“ und „Wunschopas“ gibt es unter „www,penzberg-hilft.de“, per E-Mail an „servus@ penzberg-hilft.de“ oder bei Stefan Fuchs unter der Telefonnummer 0176/61389234.

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Brigitte Dreilich unterstützt andere Menschen bei der Partnersuche. Besonders jene über 50 Jahre. Denn jeder will geliebt werden – doch das Flirten verändert sich mit dem Alter.

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