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Lasershow statt Feuerwerk: Debatten in Penzberg und Iffeldorf

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Von: Wolfgang Schörner

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In letzter Zeit werden die Debatten darüber, ob Feuerwerke noch zeitgemäß sind, häufiger. © dpa

Eine Lasershow an Silvester, um die Bevölkerung zum Verzicht auf Böller zu animieren, und eine Lasershow anstatt des traditionellen Feuerwerks zum Volksfest-Ende in Penzberg: Das wollen die Grünen in Penzberg. Auch in Iffeldorf wurde diskutiert.

Penzberg – Die Grünen hatten ihren Antrag zum einen mit der Feinstaubbelastung begründet, die ein Feuerwerk binnen weniger Stunden verursacht. In Deutschland seien es 4500 Tonnen, was zirka 15,5 Prozent der Jahresfeinststaubbelastung durch den Verkehr entspreche, so Fraktionschefin Kerstin Engel, die sich dabei auf das Umweltbundesamt beruft. Zum anderen argumentierten die Grünen damit, dass „Wild- und Haustiere massiv erschreckt“ würden.

Grünen-Antrag in Penzberg: Lasershow statt Feuerwerk - an Silvester und zum Volksfest-Finale

Die Grünen beantragten deshalb, das traditionelle Feuerwerk zum Volksfest-Ende durch eine Lasershow zu ersetzen. Zugleich erklärten sie, dass die Stadt selbst an Silvester eine Lasershow veranstalten soll, „um Bürgern, die gerne auf ein Feuerwerk verzichten wollen, eine Alternative zu bieten“. Verbieten wolle man den Bürgern ihr eigenes Feuerwerk jedoch nicht, fügte Engel diese Woche im Stadtrat hinzu. Als Lasershow-Vorbilder nannten die Grünen Straubing, Olching und Kreuth.

Stadt Penzberg: Eigenes Feuerwerk an Silvester nicht geplant

Die Stadtverwaltung erklärte dazu, dass eine Volksfest-Lasershow im Vertrag mit dem Festwirt vereinbart werden müsste – er ist der Veranstalter. Zu Silvester hieß es, dass die Stadt selbst letztmals zum Millennium ein Feuerwerk veranstaltet habe. Für das Ende des aktuellen Jubiläumsjahrs sei seitens der Stadt kein eigenes Feuerwerk geplant. Die Stadtverwaltung bezweifelte in ihrer Stellungnahme zudem, dass die Bevölkerung durch eine Lasershow zum Feuerwerk-Verzicht bewogen werden kann. Die Kosten für eine Lasershow bezifferte Rathaus-Geschäftsleiter Roman Reis auf 15 000 bis 20 000 Euro, „wenn man es gescheit macht“. Grünen-Fraktionschefin Engel hatte auf 7000 Euro getippt, was Ihr zufolge „in etwa dem Preis eines Feuerwerks entspricht“.

Zum Silvester-Feuerwerk fiel das Urteil im Stadtrat eindeutig aus. Hardi Lenk (SPD) fasste die Mehrheitsmeinung zusammen: Man könne gern an die Bürger appellieren, kein Feuerwerk abzuschießen („das schickt sich heutzutage nicht mehr“). Weil aber die Stadt selbst kein Feuerwerk veranstalte, brauche es auch keine Lasershow als Ersatz, sagte er. Nur die Grünen stimmten am Ende für die Lasershow.

Stadtratsdiskussion um Feuerwerk zum Volksfest-Finale

Eine klare Mehrheit sprach sich auch dagegen aus, den Volksfestwirt zur Lasershow zu verpflichten. CSU-Fraktionschefin Christine Geiger warnte, man habe den Festwirt „schon so oft gegängelt“. Womit sie den jüngsten Streit um die Festzelt-Öffnungszeiten ansprach – demnächst stehen die Gespräche für 2020 an. Geiger erklärte, man könne ihm eine Lasershow nicht auferlegen, wenn sie so viel koste. Außerdem würden sich die Bürger über das Feuerwerk freuen. Was Michael Kühberger (FLP) bestätigte. Der Festwirt sollte die freie Wahl haben, pflichtete Rüdiger Kammel (BfP) bei. Engel machte noch den Vorschlag, dem Festwirt bei einer Lasershow die Hälfte „bis maximal 5000 Euro“ zu zahlen – allerdings erfolglos.

Appell des Iffeldorfer Gemeinderats: „Böllerfreies Silvester“

Der Iffeldorfer Gemeinderat appellierte am Mittwochabend zugleich an die Bevölkerung, an Silvester auf Böller und Feuerwerk zu verzichten. Georg Goldhofer (CSU) hatte in der Sitzung zunächst ein Verbot von Silvesterböllern zur Diskussion gestellt. Wobei er selbst einschränkte, man sollte Feuerwerke nicht ganz verbieten, aber versuchen, es auf ein zentrales Feuerwerk zu konzentrieren, zum Beispiel gemeinsam mit dem Landgasthof Osterseen. Ein Appell an die Bevölkerung für ein „böllerfreies Silvester“ stieß in der Gemeinderatsrunde auf Zustimmung, ein Verbot dagegen auf Skepsis. Der Gemeinderat einigte sich schließlich darauf, es beim Appell an die Bevölkerung zu belassen.

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