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Regina Schmeken zeigt ihre großformatigen Fotografien von der deutschen Nationalmannschaft. Hier ein Bild von Torwart Manuel Neuer.

Sonderausstellung im Campendonk-Museum

Ein Ball, ein Penzberger und die Nationalmannschaft in Schwarzweiß   

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Pünktlich zur Wiedereröffnung des Spielbetriebs in der Fußball-Bundesliga präsentiert das Campendonk-Museum in Penzberg eine Sonderausstellung für alle fußballbegeisterten Kunstfans: „Rasenglück. Die Erfindung des Elfmeterschießens“setzt auch dem Penzberger Karl Wald ein Denkmal. Eröffnung ist am morgigen Dienstag.

Penzberg– Karl Wald begrüßt den Besucher schon am Eingang. Das gehört sich auch so. Immerhin ist der 2011 verstorbene Penzberger die prägende Figur der Ausstellung, die mit ihrem Kunstrasen auf dem Boden, einem angedeuteten Tor und dem Kicker in der Ecke gleich beim Eintreten Stadion-Atmosphäre erzeugt und unmissverständlich klar macht: Hier steht der Fußball im Zentrum der Kunst.

Im Erdgeschoss des Museums wirft die Schau zunächst einen ganz speziellen, auch penzberg-spezifischen Blick auf den Fußball: Hier wird die Geschichte des Penzberger Schiedsrichters Karl Wald erzählt, der mit seiner Erfindung des Elfmeterschießens zur regelrechten Legende im Fußballsport wurde – eine Geschichte, die heuer exakt 50 Jahre alt wird, denn im Mai 1970 hatte Wald den sogenannten „Elfmeter-Antrag“ beim Bayerischen Fußball-Verband eingereicht. „Bis dahin entschied ein Münzwurf über den Ausgang eines Fußballspiels“, erläutert Diana Oesterle. Das Jubiläum dieser Erfindung sei der Aufhänger für die Sonderschau gewesen, so die Museumsleiterin, die die Schau zusammen mit Anne Götzelmann kuratiert hat.

Der Penzberger Schiedsrichter Karl Wald.

Ausgehend von der Persönlichkeit des leidenschaftlichen Schiedsrichters Karl Wald wolle die Ausstellung den Besuchern verschiedene Aspekte eröffnen, die weit über den reinen Fußball hinausreichen, so Oesterle. Etwa zu den historischen Gegebenheiten der damaligen Zeit. Zu den psychologischen Faktoren, die beim Elfmeterschießen über Sieg oder Niederlage entscheiden. Oder zu aktuellen Debatten um faire Entscheidungen im Sport.

Ein eigenes kleines Ausstellungskapitel widmet sich außerdem der Geschichte des 1. FC Penzberg. Dieser traditionsreiche Sportverein der Stadt feiert heuer sein 100-jähriges Bestehen.

Künstler setzen sich humoristisch, ästhetisch, aber auch kritisch mit dem Thema „Fußball“ auseinander

Ausgehend von Karl Wald und dem Elfmeterschießen spannt die Ausstellung dann einen Bogen zur zeitgenössischen Kunst – freilich auch hier mit dem Fußball im Fokus. In den oberen Räumen haben sich zeitgenössische Künstler wie Christoph Niemann oder Janina Stübler in Grafiken, Fotografien, Skulpturen oder Malereien mit dem Phänomen Fußball auseinandergesetzt. Das passierte auf humoristische oder ästhetische Weise, mitunter aber auch durchaus kritisch, wie etwa bei dem US-amerikanischen Künstler Greg Colson, der den Fußball ins Zentrum des Sonnensystems rückt und so zu einer kritischen Betrachtungsweise dieses Sports auffordert. Oesterle freut es, dass so mancher namhafte Künstler für die Schau gewonnen werden konnte. So etwa Andreas Gursky, der einige kleinformatige frühe Arbeiten zeigt: Er gelte immerhin als „deutschlands berühmtester Kunstfotograf“, so Oesterle. Oder der für seine Nagelbilder „weltberühmte“ Objektkünstler Günther Uecker sowie der ehemalige Nationalspieler und heutige Künstler Rudi Kargus. Nicht zu vergessen die deutsche Fotokünstlerin Regina Schmeken, deren großformatige Schwarz-Weiß-Fotografien der deutschen Nationalmannschaft jeden Fußballbegeisterten auch zu einem Kunstbegeisterten machen müssen.

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Oesterle würde sich wünschen, dass die Sonderausstellung vor allem auch Familien anlockt. Allerdings betont sie, dass die Ausstellung unter erhöhten Schutz- und Hygienebedingungen stattfinde; unter anderem sei das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes Pflicht. Da nur eine begrenzte Zahl Besucher eingelassen werden dürfe, könne es zu Wartezeiten kommen. Die Besucher sollten als etwas Geduld mitbringen und sich bestenfalls auf die Wochentage verteilen.

Informationen: Die Sonderausstellung „Rasenglück. Die Erfindung des Elfmeterschießens“ wird am morgigen Dienstag, 19. Mai, eröffnet und dauert bis 4. Oktober. Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag jeweils von 10 bis 17 Uhr. Weitere Informationen im Internet unter www.museum-penzberg.de sowie telefonisch unter der Nummer 08856/813480.

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