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Auf dem HAP-Areal in Penzberg soll der Automobilzulieferer „Geiger Automotive“ ein Werk eröffnen. Doch bei dem Unternehmen zeigte man sich von dieser Meldung „irritiert“. 

Entscheidung für Mai 2020 geplant

Irritation bei „Geiger Automotive“: Penzberg nur eine von drei, vier Optionen

  • Andreas Seiler
    vonAndreas Seiler
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  • Wolfgang Schörner
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Für Irritationen sorgt die Mitteilung, dass der Automobilzulieferer „Geiger Automotive“ wahrscheinlich 2021 auf dem HAP-Areal in Penzberg ein Werk eröffnet und dort seine Standorte Murnau und Ziemetshausen bei Augsburg zusammenlegt.

Penzberg – Irritation deshalb, weil diese Nachricht samt Details am Mittwoch vom Geschäftsführer der „Hörmann“-Immobiliengesellschaft, Heinz Runte, und Bürgermeisterin Elke Zehetner (SPD) verkündet wurde, aber Vertreter von „Geiger Automotive“ beim Pressegespräch nicht anwesend waren. Auf Nachfrage gab man sich am Mittwoch bei „Geiger Automotive“ in einer ersten Reaktion denn auch zurückhaltend (wir berichteten).

Presse-Statement war nicht abgesprochen

Auf eine weitere Anfrage hin erklärte nun Thomas Fahner, „Vice President“ für die weltweiten Produktionsstandorte bei „Geiger Automotive“, man sei „irritiert“. Das besagte Presse-Statement sei weder abgesprochen noch autorisiert gewesen. Zu den Plänen erklärte er: „Wir prüfen verschiedene Optionen. Eine Entscheidung ist aber noch nicht gefallen.“ Fahner bestätigte zwar, dass Penzberg eine Option ist. Es ist ihm zufolge aber nur eine von insgesamt „drei bis vier“ Möglichkeiten. Denkbar wäre auch eine Ansiedlung im Raum Augsburg – oder ein Verbleib in Murnau. Sanoh, die Konzernmutter in Japan, werde sich nicht vor Mai oder Juni festlegen, so Fahner.

Bürgermeisterin Zehetner teilte mit, dass man sich bei „Automotive Geiger“ selbstverständlich versichert habe, alle Aussagen so treffen zu können. Sie verweist auf einen E-Mail-Verkehr mit dem Unternehmen. Zehetner hatte in diesem Zuge Fahner zum Pressegespräch am Mittwoch eingeladen, dieser sich aber wegen „Terminüberschneidungen“ entschuldigt. In seiner E-Mail-Antwort vom 10. März schreibt „Vice President“ Fahner, dass Zehetner bei dem Pressegespräch „gemäß unseres gemeinsamen Meetings vom 19. Februar 2020 das von uns geäußerte ernsthafte Interesse der Geschäftsleitung von Geiger Automotive GmbH an der Anmietung des Areals der Hörmann Automotive in Penzberg wiedergeben“ könne. 

Entscheidung fällt erst im Mai 2020

Er teilt darin zudem mit, die Anzahl der Mitarbeitenden würde sich „zwischen 300 und 330 bewegen“. Fahner erklärt in der Mail auch, dass eine Entscheidung „erst im Mai 2020“ falle, da die Konzernmutter verbindlich zustimmen müsse. Die Bürgermeisterin hatte vor diesem Hintergrund am Mittwoch erklärt, die Wahrscheinlichkeit, dass „Geiger Automotive“ kommt, betrage wegen der noch fehlenden Zustimmung der Konzernmutter 90 Prozent.

Bei der Marktgemeinde Murnau will man indes nicht tatenlos zusehen, dass das Unternehmen mit fast 300 Mitarbeitern womöglich wegzieht. „Das wäre sehr bedauernswert“, sagte Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum), einst Wirtschaftsförderer bei der Stadt Penzberg. Er werde sich dafür einsetzen, dass der Autozulieferer bleibt und ihn weiter dabei unterstützen, das Bestandsgebäude zu optimieren. Tatsächlich beklagt das Unternehmen seit Jahren fehlende Erweiterungsmöglichkeiten an seinem Hauptsitz im Murnauer Ortsteil Neu-Egling. Die Marktgemeinde verfügt nicht über ausreichend große Flächen, die der Industriebetrieb benötigt. Eine Abwanderung war daher in dessen Chefetage immer ein Thema.

Zu „Geiger Automotive“ äußerte sich am Donnerstag auch die „Freie Lokalpolitik Penzberg“ (FLP) in einer Mitteilung: Sie habe sich seit Bekanntwerden der HAP-Schließung für einen arbeitskräftestarken Nachfolger eingesetzt und werde eine Ansiedlung unterstützen.

Lesen Sie auch: Die Mitarbeiter, die derzeit im HAP-Werk in Penzberg arbeiten, sollen durch eine Jobmesse einen neuen Arbeitsplatz finden.

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