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Der Wagen für die Leonhardifahrt wurde am Freitag am Bauhof erstmals präsentiert, darauf die Kirche St. Johannisrain, die schon bei vielen Festzügen zu sehen war. Gestiftet hat den Wagen die Familie Off aus Sindelsdorf-Füllersried.

Penzberg ist bereit für Benediktbeuern: Neuer Wagen zur Leonhardifahrt dank Nachbarschaftshilfe

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Es ist ein prächtiger Wagen, mit dem Penzberg am Sonntag nach einem Jahr Pause wieder an der Leonhardifahrt in Benediktbeuern teilnimmt. Ein Wagen, auf dem die Kirche von St. Johannisrain thront, der Keimzelle Penzbergs. Möglich gemacht hat dies die Familie Off aus Sindelsdorf – eine besondere Art der Nachbarschaftshilfe.

Penzberg – In den vergangenen Jahren hatte Penzberg regelmäßig mit einem Wagen samt Kircherl an der Benediktbeurer Leonhardifahrt teilgenommen. Allerdings war der alte Wagen mit der Zeit immer schwerer zu fahren. „Die Räder liefen unrund“, erzählt Siegfried Brunner, der in Benediktbeuern selbst mit einem eigenen Wagen dabei ist, auf dem die Frauen des Penzberger Trachtenvereins Birknstoana sitzen. Neue Räder wären jedoch sehr teuer gewesen. Also hatte Siegfried Brunner eine Idee: Er sprach mit Hans Georg Off. Denn die Familie Off aus Füllersried bei Sindelsdorf hatte einen alten Wagen in ihrem Stadl stehen, der zwar gut in Schuss war, aber nicht mehr genutzt wurde. So kam es, dass die Familie der Stadt Penzberg ihren alten Wagen stiftete – und der Bauhof ihn nun für die Leonhardifahrt in Benediktbeuern herrichtete. „Wir wollen diese Tradition aufrechterhalten, es ist uns eine große Ehre, mitfahren zu dürfen“, sagte Bürgermeisterin Elke Zehetner am Freitag bei der Präsentation. Zugleich dankte sie herzlich der Familie Off: „Wir sind froh, dass wir so eine gute Nachbarschaft haben.“

„Er schaut echt gut aus“, freute sich Christa Off. Die frühere Kreisbäuerin, ihr Mann Hans, ihr Sohn Hans-Georg und seine Frau Gabi samt Töchtern sahen am Freitag erstmals den hergerichteten und geschmückten Wagen am Bauhof. „Wir haben ihn vollständig zerlegt, geschliffen, mehrfach angestrichen und und wieder zusammengebaut“, berichtete Bauhofleiter Christian Eberl. „Wir mussten aber nichts erneuern, er war in einem Top-Zustand.“ Obendrauf kam zuletzt der Aufbau mit Marterl, Holzbank, Moos und Erika, ein Gehege mit Kühen und Pferden in Miniaturform – sowie die Nachbildung der Kirche St. Johannisrain, die schon bei vielen Festzügen zu sehen war. Diese Nachbildung gebaut hatte 1975 Georg Sporer, der Großvater von Bauhofleiter Eberl.

Der Wagen, den die Familie Off stiftete, hat selbst eine Leonhardi-Vergangenheit. Sein Vater Karl Off habe ihn nach dem Zweiten Weltkrieg, etwa 1948 oder 1949, eigens dafür gebaut, erzählte Hans Off. Die Eisenbeschläge habe Hans Sendef, Schmid in Sindelsdorf, gemacht. Bei der Benediktbeurer Wallfahrt fuhr der Wagen an die zehn Mal mit. Zwei Rösser zogen ihn, oben saßen 18 jungen Sindelsdorfer Frauen. Damals gehörte Karl Off sowohl die Sindelsdorfer Mühle als auch die Landwirtschaft, die später sein Sohn Hans übernahm. Für die Mühle, so Hans-Georg Off, sei die Teilnahme damals eine Prestigesache gewesen. Die letzten beiden Male, Ende der 1950er Jahre, fuhr Hans Off den Wagen selbst. Danach nutzte der Landwirt den Wagen, um Kartoffeln oder Heu zu transportieren. Als er dafür nicht mehr benötigt wurde, stand er auf dem Off-Hof, zwischendurch auch in Benediktbeuern.

Die 137. Leonhardifahrt in Benediktbeuern ist diesen Sonntag, 4. November. Um 9 Uhr geht es mit zirka 50 Wagen und 250 Pferden von der Dorfmitte zum Kloster, wo um 10 Uhr der Gottesdienst beginnt. Danach ziehen die Wallfahrer zurück zur Dorfmitte – mittendrin der Penzberger Wagen, gezogen von zwei Kaltblütern und gefahren von Hans Schweighofer.

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