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Kreisel in der Kritik:  Für den Knotenpunkt von Bichler Straße und Karlstraße gibt es Pläne.

Bichler Straße und Seeshaupter Straße

Kreisel-Pläne in der Kritik: 1,4 Millionen Euro für zwei Kreisverkehre

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Jeweils etwa 600 000 bis 700 000 Euro könnten die zwei geplanten Kreisel an Bichler Straße und Seeshaupter Straße in Penzberg kosten. Das schätzt jedenfalls der Planer. Er erläuterte dem Stadtrat nun persönlich die Vorhaben. Die massive Kritik, vor allem am Kreisverkehr an der Bichler Straße, konnte er nicht ausräumen.

Penzberg – Machbar wären die zwei Kreisverkehre: der eine am Knotenpunkt von Bichler Straße und Karlstraße nahe dem Rewe-Markt, der andere an der Seeshaupter Straße bei der Abzweigung zum früheren Wellenbad. Dies haben zwei Machbarkeitsstudien gezeigt, die dem Stadtrat im vergangenen September vorlagen. Schon damals gab es aber Einwände (wir berichteten). Sie betrafen vor allem den geplanten Kreisel an der Bichler Straße. Die Kritik zielte vor allem darauf, dass die „Straße des 28. April 1945“ nicht an den Kreisel angebunden werden soll. Nun erläuterte Planungsingenieur Michael Lehner vom Büro „Bauen und Umwelt“ die Studien persönlich. Die Kritik konnte er jedoch nicht ausräumen. Es war sogar die Rede davon, sich das Geld zu sparen, wenn die Kreisel nicht optimal sind.

Kreisel-Kritik: Straße des 28. April 1945 nicht berücksichtigt

Dass er die „Straße des 28. April 1945“ nicht berücksichtigt hat, begründete der Planer damit, dass der Kreisel sonst größer sein müsste (mindestens 30 Meter Durchmesser für vier statt drei Zufahrten) und die „Straße des 28. April 1945“ verlagert werden müsste. In diesem Fall würde ihm zufolge der Säubach tangiert und ein Teil des Parkplatzes wegfallen.

An der Kritik änderte dies nichts. „Wenn ein Kreisverkehr, dann gescheit“, sagte Kerstin Engel (Grüne). Sie finde es „extrem wichtig“, dass die „Straße des 28. April 1945“ angebunden wird. Ihr Fraktionskollege Johannes Bauer warnte, dass es für Autofahrer schwierig werde, von dieser Straße einzufädeln, wenn der Verkehr wegen des Kreisels auf der Bichler Straße besser fließt. Beide schlugen vor, mit Rewe über einen Flächentausch zu sprechen. Markus Bocksberger wiederholte seinen Vorschlag, neben einem großen Kreisel noch einen Minikreisel für die „Straße des 28. April 1945“ zu bauen – was der Planer („Minikreisel übersieht man“) an der Stelle aber als nicht zielführend bezeichnete. Engel fragte zudem, wie sichergestellt werden kann, dass Fußgänger und Radler sicher den Kreisverkehr queren können, und ob eine Ampel nicht sinnvoller wäre. Lehner antwortete, dass Radler im Kreisel „am besten aufgehoben“ seien. Für Fußgänger werde es in der Mitte der Kreiselzufahrten zudem Querungsinseln geben. Was Engel nicht beruhigte: „Der Fußgänger geht trotzdem nicht los, weil er Angst hat.“

Kreisel-Pläne: Planer schätzt Kosten auf jeweils 600.000 bis 700.000 Euro

Auf die Frage Hardi Lenks (SPD) nach den Kosten antwortete der Planer, dass bei innerstädtischen Kreiseln erfahrungsgemäß mit 600 000 bis 700 000 Euro zu rechnen ist. Wobei sich das Staatliche Bauamt laut Ordnungsamtsleiter Holzmann nicht beteiligt – obwohl es sich um Staatsstraßen handelt. Es sehe dort keinen Gefahrenpunkt und halte einen Kreisverkehr nicht für notwendig, so Holzmann. Was Markus Kleinen (SPD) als seltsam empfand – weil das Staatliche Bauamt dort einst die mittlerweile wieder abgebaute Sichtschutzwand wollte.

Beim anderen geplanten Kreisverkehr an der Seeshaupter Straße/Bichler Straße nahe dem einstigen Wellenbad konzentrierte sich die Kritik daran, dass der Radweg am Kreisel auf die Straße geführt werden soll. Jack Eberl (FLP) monierte, dass es dort für die vielen Schüler, die per Rad unterwegs sind, gefährlich sei, wenn sie durch den Kreisverkehr müssen.

Kreisel-Pläne in Penzberg: Pläne überdenken

„Man sollte noch mal grundsätzlich überdenken, ob wir die Kreisverkehre brauchen“, sagte Engel am Ende der Debatte. Ähnlich äußerte sich Regina Bartusch (SPD). Sie schlug vor, in den Fraktionen gründlich zu überlegen: „Steht es dafür, 1,5 Millionen Euro für zwei Kreisverkehre auszugeben, die nicht optimal sind?“ Ein Beschluss stand in der Stadtratssitzung nicht auf der Tagesordnung. Als Aufgabe für die Verwaltung nahm Bürgermeisterin Elke Zehetner (SPD) mit: bei Rewe wegen eines Grundstückstausches und beim Staatlichen Bauamt wegen Geld nachfragen.

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