Die alte Layritzhalle in Penzberg wird gerade so auf Vordermann gebracht, dass eine Energiezentrale einziehen kann. Bis das Biomasse-Kraftwerk ans Netz geht, vergehen aber noch mindestens zwei Jahre.
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Die alte Layritzhalle in Penzberg wird gerade so auf Vordermann gebracht, dass eine Energiezentrale einziehen kann. Bis das Biomasse-Kraftwerk ans Netz geht, vergehen aber noch mindestens zwei Jahre.

Penzberg

Layritzhalle wird von Asbest befreit

  • VonWolfgang Schörner
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Die Penzberger Stadtwerke haben vorzeitig die alte Layritzhalle von der Stadt Penzberg gepachtet und die Sanierung selbst übernommen. Momentan wird das Innere von Asbest befreit. Bis dort die Energiezentrale entsteht, wird es noch dauern. Geplant ist, dass die Kraftwerk-Bauteile im Jahr 2023 einziehen – buchstäblich wie ein Dreimaster in die Flasche.

Penzberg – Ursprünglich war geplant, dass die Stadt Penzberg die alte Layritzhalle erst noch auf Vordermann bringt, bevor sie das riesige Gebäude an die Penzberger Stadtwerke verpachtet. Rund 3,3 Millionen Euro hatte die Stadt für diese Vorarbeiten veranschlagt. Tatsächlich gibt es eine Menge zu tun, bis in der Halle eine Energiezentrale errichtet werden kann. Etwa die Hälfte der Kosten frisst allein die Erneuerung des gesamten Daches, die dazu gehörende Dachentwässerung, die Regenwasserrückhaltung und der Anschluss an den Kanal auf.

Beide Seiten haben sich jedoch geeinigt, dass die Stadtwerke die Halle vorzeitig pachten und die Sanierung selbst übernehmen. Stadtwerke-Vorstand André Behre erklärte dazu auf Nachfrage, dass die Übergabe bereits zum 1. Juli vollzogen wurde. Man richte die Halle nun so her, dass sie nutzbar ist, sagte er. Momentan läuft ihm zufolge im Inneren die Beseitigung des Asbests. Dabei handelt es sich um Asbeststaub, der sich auf den abgehängten Deckenplatten angereichert hat. Spätestens Ende August sollen diese Arbeiten laut Behre abgeschlossen sein. Danach beginnt die Sanierung des Daches von West nach Ost. Die Verfügbarkeit von Material vorausgesetzt, so der Stadtwerke-Chef, werde dies wahrscheinlich bis Mitte nächsten Jahres dauern. Auf dem großen Dach soll auch eine Photovoltaik-Anlage installiert werden.

Nutzung der Halle erst wieder ab Ende 2022

Behre geht davon aus, dass es bis Ende 2022 dauern wird, bis die Halle so weit hergerichtet ist, dass sie genutzt werden kann. Ende des nächsten Jahres könnte somit der Einbau der Energiezentrale beginnen. Die Bauteile des Biomasseheizkraftwerks würden über das nördliche Tor in die Halle gebracht – „tatsächlich wie ein Dreimaster in der Flasche“, so Behre. Ein eigens in der Halle errichteter Kran – der alte, vorhandene Kran wird stillgelegt – positioniert die Bauteile. Aber auch hier gibt es wie bei vielen Baustellen zurzeit Unwägbarkeiten. Der Hauptfokus liege momentan auf der Materialverfügbarkeit und den Preisen, so der Stadtwerke-Chef.

Der Zeitplan sieht vor, dass das Biomasse-Kraftwerk etwa im September 2023 ans Netz geht – „idealerweise zur Heizperiode 2023/2024“, wie Behre erklärt. Es soll dann das gesamte Penzberger Fernwärmenetz versorgen. Das heißt, dass bis dahin auch die beiden Fernwärme-Insel verbunden werden müssen – die bestehende Insel in der Innenstadt, die auch das Neubaugebiet westlich der Birkenstraße umfassen wird, und die gerade im Bau befindliche Insel im Stadthallen-Viertel.

Energieerzeugung per Hackschnitzel

Der Beschluss, in der Layritzhalle ein Biomasse-Kraftwerk zu errichten, hatte eine Stadtratsmehrheit im vergangenen November gefällt. Hergenommen werden soll dafür die westliche Hälfte des Gebäudes. Die Gesamtinvestition wurde auf 10,6 Millionen Euro geschätzt. Noch nicht eingerechnet waren darin die 3,3 Millionen Euro, die die Stadt ursprünglich für das Herrichten der Halle veranschlagt hatte. Die Energieerzeugung soll zum überwiegenden Teil per Hackschnitzel erfolgen. In der ersten Ausbaustufe sind ein Holzkessel mit 1,8 Megawatt Nenn-Wärmeleistung und ein Erdgas-Spitzenlastkessel mit sieben Megawatt Nenn-Wärmeleistung vorgesehen. In einer zweiten Ausbaustufe soll dann, so der Plan, voraussichtlich bis 2020 noch einmal aufgerüstet werden – für eine Erweiterung des Fernwärmenetzes. In der Sitzung hieß es, dass im Jahr eine Holzmenge von 15 000 bis 20 000 Schüttraummeter in der ersten Ausbaustufe und von 30 000 bis 35 000 Schüttraummeter in der zweiten Stufe nötig sein werden. Letzteres entspreche im Schnitt sechs bis neun Lkw-Lieferungen in der Woche.

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