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Mit schwerem Gerät wurde der Maibaum entfernt.

Vor der Stadthalle

Der Penzberger Maibaum ist weg

Nicht einmal zwei Jahre stand der Maibaum vor der Penzberger Stadthalle. Jetzt wurde er aus Sicherheitsgründen  umgelegt und zersägt. So lief die Aktion ab.

Penzberg– Für Hardi Lenk war am Dienstag kein guter Tag. Als der Maibaum-Meister morgens gegen 9.15 Uhr mit Kleinlaster samt Anhänger vor der Stadthalle anrückte, konnte man ihm am Gesicht ablesen, wie sehr es ihm widerstrebte, den so stolz aufragenden Maibaum umzulegen. Dabei war er selbst es, der kürzlich ihm Rahmen der jährlichen Maibaum-Prüfung gefährliche Risse im oberen Teil der blau-weiß lackierten Stange festgestellt hatte.

Verursacht worden seien sie vermutlich durch den Einschluss von Feuchtigkeit, so Lenk. Zusammen mit zwei seiner Mitarbeiter machte er sich zunächst daran, den Baum aus seiner himmelblauen Halterung, der so genannten Maibaum-Schiene, zu lösen. Mit kräftigen Hammerschlägen wurden die zur Befestigung dienenden massiven Schrauben herausgetrieben, während Feuerwehrler StephanKammel mit Hilfe der Drehleiter seines Feuerwehrfahrzeugs einige Meter unterhalb der Spitze einen Haltegurt um den Stamm wand. Hier sollte der Haken des mobilen Schwerlastkrans einhaken und den Baum vorsichtig von der Senkrechten in die Waagrechte befördern. Dieses Umlegen war für Bauhofleiter Christian Eberl eine äußerst diffizile Angelegenheit. Weiträumig wurde die Straße rund um die Stadthalle dafür abgesperrt für den Fall, dass der Maibaum beim Umlegen irgendwelche Mätzchen machen sollte. Der zwischenzeitlich aufkommende Wind, der immerhin so kräftig war, dass er ein Absperrschild umpustete, erschwerte die Situation zusätzlich und verdeutlichte zugleich die Dringlichkeit der Aktion: Nicht auszudenken, wenn die Baumspitze durch Wind abbrechen und Personen verletzen würde. Doch das Umlegen verlief reibungslos. Langsam und vorsichtig wurde der rund 1,8 Tonnen schwere Maibaum mit Hilfe des Krans umgelegt und vor dem Stadthallenvorplatz abgelegt.

Und jetzt? Zumindest für den oberen Teil des Traditionsstangerls war bereits gestern ein neues Zuhause gefunden. Wie Lenk sagte, werde man die rund 8 Meter lange Spitze dem ehemaligen Augenarzt Dr. Günther Pohle noch heute gegen eine Spende in den heimischen Garten liefern. Den Rest des Baumes zersägte Lenk vor Ort in rund 6 Meter lange Abschnitte. Sie wurden zunächst per Kleinlaster zum Bauhof gebracht. Bürgermeisterin Elke Zehetner sagte, sie könne sich vorstellen, dass daraus Bänke oder Spielgeräte für Kinder gemacht werden.

Zersägt wurde der Maibaum freilich erst, nachdem Bauhofchef Eberl mit weiteren Helfern alle Zunftzeichen sowie das Stadtwappen abmontiert hatte. Sie werden laut Lenk bis zu ihrem nächsten Gebrauch ebenfalls am Bauhof eingelagert.

Ob auf der Rasenfläche vor der Stadthalle in naher Zukunft wieder ein Maibaum errichtet wird, ist laut Bürgermeisterin Zehetner nach wie vor unklar. Bei der nächsten Versammlung des Festausschusses zu den Feierlichkeiten für 100 Jahre Stadterhebung am 21. Januar solle das entschieden werden.

Franziska Seliger

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