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Max Giesinger begeisterte am Sonntag beim Open-Air-Festival in Penzberg.
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Toller Auftritt am Sonntagabend

Max Giesinger bei Open-Air-Festival in Penzberg: So begeisterte der Sänger auf der Berghalde

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Max Giesinger begeisterte am Sonntagabend beim Open Air-Festival in Penzberg die Zuschauer. Hier gibt‘s die besten Bilder vom Auftritt - und eine ausführliche Konzertkritik.

Penzberg – Das mit dem Üben hätte sich „Antenne Bayern“-Moderatorin Lisa Augenthaler nun wirklich sparen können. Eine Stunde, bevor Max Giesinger die Bühne betritt, ist eh schon gute Stimmung auf der Penzberger Berghalde. Die Geduldsprobe, sich in Schneckentempo und sengender Sonne eine Dreiviertelstunde zum Einlass schlängeln zu müssen, haben die Besucher schon bester Laune überstanden. Da ist es ein Klacks, auch noch Lisas kleine Chorprobe fürs „Oh-oh-oh“ beim Mega-Hit „80 Millionen“ über sich ergehen zu lassen – nachdem die Einpeitscherin in einer Minute Begrüßung tatsächlich dreimal das Wort „geil“ und dann auch noch die Floskel vom „Gänsehautmoment“ untergebracht hat.

Klar gibt’s an diesem Abend jede Menge Gänsehaut. Aber erst mal fährt die Bassdrum in den Brustkorb, als Giesingers Band gegen 20.15 Uhr loslegt. Satt ist der Sound bei diesem Open-Air – als wolle da einer ab der ersten Sekunde das Klischee vom allzu soften Deutschpop-Gewinsel widerlegen. Doch schlimmer noch träfe den 30-Jährigen der Vorwurf, er wäre abgehoben. Also spaziert er in die Menge, gleich nach Song Nummer zwei, dem WM-Hit „Legenden“: „Hallo, ich bin der Max.“ Diese Nahbarkeit zieht sich durchs gesamte Konzert; und sie wirkt tatsächlich nicht wie eine Masche, sondern wie ein echtes Bedürfnis des Superstars, der am Abend zuvor noch ganz im Norden der Republik – in Uelzen – gespielt hat. 

Giesingers Auftritt ist eine faszinierende Mischung aus Macho-Pose und Kumpel von nebenan, großer Popgeste mit Nebel, Lichtshow, Konfettikanone einerseits und sympathisch geerdeter Straßenmusikerhaltung andererseits. In diesem Frontmann vereinen sich fettes Selbstbewusstsein und feine Selbstironie, schon in seinem Begrüßungssatz zum Wetter in Penzberg steckt beides: „Giesinger kommt, die Sonne scheint.“ Im Publikum sind viele Kinder, komplette Familien und auch ungewöhnlich viele Männer, wie der Sänger erfreut feststellt. Eine gute Mischung also, die von Giesinger umschmeichelt wird: „Ihr wohnt echt mitten im Urlaub, ich bin neidisch“, sagt der gebürtige Badener, der in Hamburg lebt. Sein Lied „Kalifornien“ wird flugs in „Penzberg“ umbenannt – und nicht von der großen Bühne gesungen, sondern von einer kleinen Unplugged-Bühne mitten im Publikum. Hier entsteht echte Nähe, eine wunderbar gelöste Stimmung, und man hat das Gefühl, die fünf formidablen Begleitmusiker haben an diesen Teil besonders Spaß. 

Was die Band kann, zeigt die Einlage, bei der eine Zuhörerin aus angeblich 300 Titeln quer durch die Popgeschichte drei Lieder ziehen darf. Und egal, wie spontan diese Coversongs wirklich sind: Giesinger und seine treuen Musiker überzeugen auch mit ihren Versionen der 80/90er-Jahre-Bretter „Gangsta’s Paradise“, „If you don’t know me by now“ und „The Look“. Dabei haben sie längst selbst einige Hits für die Ewigkeit: zum Beispiel „Wenn sie tanzt“. Giesingers kleines Melodica-Solo darin ist allenfalls ein netter Gag bei diesem Auftritt, der Song dennoch groß. Bekannter ist nur noch „80 Millionen“ – das dann schon die zweite Zugabe ist. 

Mitgesungen hätten die 2000 Besucher hier auch ohne Training. Als Chor holt der Popstar dann noch drei Kinder aus dem Publikum auf die Bühne. Melissa, Fabian und Lucia machen ihre Sache toll. Und bei aller Professionalität nimmt man es Giesinger ab, wenn er am Ende der Penzberg-Party sagt: „Ich hab’s sehr, sehr genossen.“ Genossen hat es auch der Nürnberger Songwriter Ferdinand Schwartz: Der junge Soulman – der bekannt wurde, als ihn „Coldplay“ 2017 im Münchner Olympiastadion spontan für einen Song auf die Bühne holten, das Video davon wurde millionenfach im Netz geklickt – war mit seiner Band Vorprogramm in Penzberg. Er hatte Max Giesinger vor ein paar Wochen zufällig im Zug getroffen und einfach angequatscht. Kurz darauf kam von Giesinger die Einladung, bei einigen seiner Shows aufzutreten: „Mut muss belohnt werden“, so die Erklärung des Stars. 

Giesinger selbst bietet nach zwei Stunden vollem Einsatz als dritte Zugabe noch die Ballade „Für immer“ – und einen letzten Schmeichlersatz fürs Publikum: „Es war uns ein inneres Blumenpflücken.“ Zu Musik von Paul Simon (vom Band) tanzt die Band ausgelassen von der Bühne. Und man denkt: „inneres Blumenpflücken“? Klingt irgendwie schwülstig. Und ist vielleicht doch genau die richtige Metapher für diesen Abend, mit dem in Penzberg 2019 der Sommer begonnen hat.

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