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Max Weigand auf Oliver Kahns Spuren - wie ein Penzberger Barfuß-Weltrekordler Schüler motiviert

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Von: Wolfgang Schörner

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Voller Energie: Leistungssportler Max Weigand, der 2014 sein Abi in Penzberg gemacht hatte, sprach bei zwei Psychologie-Vorträgen vor Penzberger Gymnasiasten, die dafür in die Aula der benachbarten Realschule umzogen.
Voller Energie: Leistungssportler Max Weigand, der 2014 sein Abi in Penzberg gemacht hatte, sprach bei zwei Psychologie-Vorträgen vor Penzberger Gymnasiasten, die dafür in die Aula der benachbarten Realschule umzogen. © Wolfgang Schörner

Als Ex-Nationaltorwart Oliver Kahn vor zwölf Jahren auf seiner Motivationstour „Ich schaff’s“ vor 500 Penzberger Schülern in der Stadthalle sprach, saß auch Max Weigand im Saal, damals ein 13-jähriger Gymnasiast. „Ich war so glücklich“, erinnert er sich. Heute ist der Leistungssportler selbst als Mentaltrainer unterwegs – und kehrte dafür nach Penzberg zurück.

Penzberg – Es war im Oktober 2009 ein Erlebnis für rund 500 Penzberger Schüler. Damals war „Torhüter-Titan“ Oliver Kahn in die Stadthalle gekommen, um den Kindern und Jugendlichen zu erzählen, wie man sich motiviert, wie man erfolgreich ist und mit Niederlagen umgeht. Max Weigand, heute 25, war als Gymnasiast selbst dabei – und begeistert. Kahns Botschaft sei gewesen „Weiter, immer weiter“, erzählt der Penzberger. Das habe Oli Kahn zum besten Torwart der Welt gemacht.

Max Weigand nahm sich das selbst zu Herzen. Er habe zu der Zeit mit Schüchternheit und Depressionen zu kämpfen gehabt, habe Angst gehabt, über seine eigenen Worte zu stolpern, wenn er vor anderen sprach, erzählt der Penzberger. Damals habe er zu Laufen begonnen, immer weiter. Er wurde zum erfolgreichen Leichtathleten, der es 2013 zur deutschen U-20-Meisterschaft brachte, dort den 3000-Meter-Lauf als Vierter beendete und die Norm fürs deutsche Nationalteam schaffte. „Es war die beste Leistung meines Lebens, der Moment, in dem alle Träume wahr wurden“, sagt er.

Der Penzberger Max Weigand lebt heute in Basel und arbeitet als Mentaltrainer

Heute lebt Max Weigand in Basel und arbeitet als Mentaltrainer. Als solcher wurde er nun von Lehrer Robert Einberger eingeladen, um vor knapp 200 Penzberger Gymnasiasten der elften und zwölften Jahrgangsstufe über das „Streben nach Glück und Erfolg“ zu sprechen. Den Jugendlichen erzählte der Leistungssportler dabei auch die Oli-Kahn-Anekdote. „Ihr bekommt leider nur einen Max“, scherzte er.

Weigand, der eigentlich in Göttingen geboren ist und im Alter von neun Jahren mit seiner Familie nach Penzberg zog, hatte 2014 in Penzberg Abitur gemacht. Danach ging er zum Psychologie-Studium in die USA, nach Fort Myers in Florida. Möglich war ihm dies, weil er über seinen Laufsport ein Stipendium erhielt. Nach dem Studium zog er nach Basel um, wo er als Mentalcoach bei Roche arbeitete. Per Online-Studium machte er parallel in London seinen Master in Positiver Psychologie und Coaching-Psychologie. Seit zwei Jahren ist er als Mentaltrainer selbstständig. Im vergangenen Februar sorgte Max Weigand für Aufsehen, als er im Basler Stadion einen neuen Weltrekord in Barfuß-Halbmarathon auf Schnee aufstellte.

Der schüchterne Bub ist längst Vergangenheit

Der schüchterne Bub ist längst Vergangenheit. Bei den zwei Psychologie-Vorträgen im Rahmen der Berufsorientierung in Penzberg steht vor den Schülern ein selbstbewusster junger Mann. Max Weigand, heute noch Mitglied des TSV Penzberg, spricht eineinhalb Stunden lang wie ein Maschinengewehr, sprüht förmlich vor Energie, läuft auf der Bühne hin und her, lässig mit weißem T-Shirt, offenem Hemd und hochgekrempelten Ärmeln, sein Publikum immer fest im Blick.

„Psychologie des guten Lebens“ ist sein Lieblingsthema

Die „Psychologie des guten Lebens“ sei sein Lieblingsthema, sagt Max Weigand zu den Schülern. Er wolle ihnen helfen, ein besseres und erfolgreicheres Leben zu führen. Der 25-Jährige erzählt, wie sich für ihn bei der deutschen Leichtathletik-Meisterschaft alle Träume erfüllten. Er sei glücklich gewesen. Aber nur für drei Tage, dann schwand das Glücksgefühl. Weigand erklärt den Schülern, dass man langfristiges Glück nicht in der Außenwelt finde, ob es nun ein „cooles Auto oder ein cooles Handy“ ist. Glück komme von innen, und das könne man über Gedanken und Handlungen steuern. Weigand erzählt, dass Perfektionismus einen blockieren kann, er spricht über positive Gedanken und Achtsamkeit, über Selbstbewusstsein und „mentales Workout“ und zeigt Tricks, um positiv in den Tag zu starten. „Glück“, endet er, „ist eine Entscheidung, die wir in jedem Moment unseres Lebens treffen können.“

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