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Die Ruine des alten Pumpwerks in Maxkron.

Debatte im Penzberger Ortsteil Maxkron

Maxkroner vermuten schleichenden Prozess - Behörden wollen genauer auf Pumpwerk-Ruine schauen

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Die anhaltenden Befürchtungen der Maxkroner, dass auf dem früheren Pumpwerk-Areal Fakten geschaffen werden und doch ein Betrieb entsteht, haben die Stadt Penzberg zu einem Ortstermin mit den Anwohnern veranlasst. Das Ergebnis: Landratsamt, Stadt und Polizei wollen stärker aufpassen.

Penzberg – Eigentlich müsste auf dem Gelände mit der Pumpwerk-Ruine und dem Wasserturm weitgehend Ruhe herrschen. Im September hatte es der Penzberger Stadtrat abgelehnt, dass sich dort der Garten- und Landschaftsbaubetrieb Lachmuth ansiedelt. Im November sagte der Bauausschuss Nein zur Instandsetzung der Halle. Und kurz zuvor erließ das Landratsamt eine Anordnung, dass Arbeiten auf dem Gelände zu stoppen sind.

Pumpwerk-Ruine: Anwohner fürchten, dass Fakten geschaffen werden

Anwohner erzählen jedoch davon, dass es weiterhin Lkw-Fahrten auf das Gelände gibt, dass Kies und Bäume rein- und raustransportiert würden, dass dort gearbeitet werde und dass deswegen schon geschützte Tierarten Reißaus genommen hätten. Mehrmals meldeten sie dies bei Polizei und Landratsamt. Die Sorge der Anwohner ist, dass auf dem Gelände trotz fehlender Genehmigungen Fakten geschaffen werden und schleichend ein Gewerbebetrieb entsteht. Dies schilderten sie auch beim Ortstermin am Dienstag, zu dem die Stadt eingeladen hatte. Das Grundstück blieb versperrt. Um vor Wind und Wetter geschützt zu sein, hatte das Rathaus einen Reisebus gechartet, der in Sichtweite der Ruine parkte. Was trotz mehrerer Nachfragen aus Datenschutzgründen nicht beantwortet wurde, war, wer nun Eigentümer ist. Lachmuth sei „der Nutzer des Grundstücks“, erklärte Kämmerer Hans Blank nur.

Laut Kreisbaumeister waren Baukontrolleure fünf Mal vor Ort

Anwesend war auch Kreisbaumeister Horst Nadler. Er sagte, dass es aktuell weder ein Bebauungsplanverfahren noch einen Bauantrag gebe. Baurecht, so Nadler, herrsche für einen Außenbereich ohne Bauleitplanung unter bestimmten Bedingungen nur für Privilegierte wie Forst- und Landwirte, zum Beispiel für eine Baumschule, Pflanzenzucht, Gemüse- oder Obstanbau, was Matthias Hett von der Unteren Naturschutzbehörde bestätigte. Aber auch in diesem Fall müsste erst das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten prüfen, ob eine Privilegierung überhaupt vorliegt. Ein Landschaftsbaubetrieb gehört nach Hetts Einschätzung nicht dazu.

Der Kreisbaumeister äußerte sich ebenso zu der Anordnung, mit der das Landratsamt einen Arbeitsstopp auf dem Gelände verhängte. Der Baukontrolleur habe festgestellt, dass die Fläche, auf der gearbeitet wurde, 500 Quadratmeter überschritten habe – das ist offenbar die zulässige Grenze. Momentan, sagte er, gebe es dazu ein Streitverfahren vor Gericht. Laut Nadler war die Baukontrolle fünf Mal nach Anwohner-Hinweisen vor Ort. Dabei sei aber kein weiterer Verstoß festgestellt worden.

Pumpwerk-Ruine: Landratsamt, Stadt und Polizei wollen sich „enger verzahnen“

Genau dem widersprachen die Anwohner bei dem Ortstermin. Gemeldet hatten sich Maxkroner deswegen auch mehrmals bei der Polizei. Dort fühlten sie sich aber nicht ernst genommen. Polizeichef Jan Pfeil sagte zu dem Vorwurf, die Polizei schaue nach, wenn sie gerufen werde, müsse aber auch abwägen, wenn gerade ein anderer Einsatz wichtiger ist.

Das Problem sei der Nachweis und die Überwachung, räumte Kreisbaumeister Nadler ein. Was sich aber ändern soll. Pfeil erklärte, dass die Polizei Bilder von oben machen könne, sich Anwohner weiterhin bei Polizei und Landratsamt melden sollen und – nach kurzer Rücksprache – dass Landratsamt, Stadt und Polizei „dies in Zukunft abarbeiten“. Bürgermeisterin Elke Zehetner sprach davon, sich enger zu verzahnen. Und, so Polizeichef Pfeil auf eine weitere Nachfrage, es werde geprüft, ob die große FLP-Wahlwerbung auf dem Grundstück stehen darf.

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