Vorfall in Penzberger Innenstadt im Januar 2018

Messer gezückt wegen Stimmen im Kopf: Asylbewerber bleibt in Psychiatrie

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Mit einem Messer war ein Asylbewerber im Januar 2018 durch die Penzberger Innenstadt gelaufen. Nun stand der 35-Jährige, der an Schizophrenie leidet, vor Gericht.

Penzberg – „Ich habe keine Probleme. Alles, was ich von euch möchte, ist, dass ihr mich freilasst“, sagte John S. (35, Name geändert). Doch S. hat Probleme. Schwere sogar. Er leidet an paranoider Schizophrenie mit Wahnvorstellungen, hört Stimmen. Deshalb zog er am 5. Januar 2018 mit einem Brotmesser durch Penzberg und bedrohte Menschen. Nun hat das Landgericht München II beschlossen, dass es ihn nicht freilässt, sondern ihn dauerhaft in die Psychiatrie einweist, weil er eine Gefahr für die Allgemeinheit ist.

Es war am Abend des 5. Januars 2018, als der 35-jährige, nigerianische Asylbewerber, der Kfz-Mechaniker ist, schreiend mit einem Messer von seiner Unterkunft in der Nonnenwaldstraße in die Bahnhofstraße lief. Das etwa 30 Zentimeter lange Brotmesser hielt er dabei mit ausgestrecktem Arm in der Hand und schrie dazu: „I kill all people!“ (Ich bringe alle Menschen um).

Angesichts dieser Drohung riefen mehrere Bürger verängstigt bei der Polizei an. Diese konnte S. schließlich überwältigen und festnehmen. Er wurde einstweilig in der geschlossenen Psychiatrie untergebracht. Die Staatsanwaltschaft hat in dem Verfahren vor dem Landgericht die zeitlich unbefristete Unterbringung beantragt. Der Verteidiger stellte die Entscheidung ins Ermessen des Gerichts.

Schon davor in Supermarkt randaliert 

Bereits am 14. November 2017 hatte John S. in einem Penzberger Supermarkt randaliert. Dort hatte er zwei Sixpacks Bier auf den Boden geschleudert und versucht, einem Angestellten mit der Faust ins Gesicht zu schlagen. Die Faust traf den Mann nur deswegen nicht, weil er den Angreifer rechtzeitig zu Boden brachte und fixierte. Als die Polizei kam, waren drei Beamte nötig, um ihn auf die Dienststelle zu bringen. S. wurde in vier verschiedenen Kliniken behandelt, ehe er wieder entlassen wurde. Schon bald danach zog er mit dem Brotmesser los.

Der 35-Jährige erklärte dem Gericht, warum es zu den Taten kam. Er habe über ein GPS-Gerät Stimmen gehört, die nur er hören könne. Sie würden zu ihm sprechen. „Diese Stimmen haben mich 24 Stunden am Tag beobachtet“, sagte er. Das habe ihn sauer gemacht. Deshalb habe er das Bier auf den Boden geschmissen. Und deshalb sei er mit dem Messer umher gelaufen. Aber: „Ich habe nichts mit dem Messer gemacht.“

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Einsichtsfähigkeit vollständig aufgehoben

Das Landgericht kam am Ende zu dem Ergebnis, dass die Einsichtsfähigkeit des 35-Jährigen zum Tatzeitpunkt vollständig aufgehoben war. Bis heute hat er keinerlei Krankheitseinsicht. Deshalb könne er nicht auf freien Fuß gesetzt werden. „Das macht es tragisch“, sagte die Vorsitzende Richterin in ihrer Urteilsbegründung. Ob S. die Psychiatrie irgendwann einmal wieder verlassen darf, ist nach Ansicht einer Forensikerin ungewiss.

Rubriklistenbild: © dpa / Oliver Berg (Symbolbild)

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