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Müll-Fischen mit dem Stand-Up-Board auf der Loisach.

Penzberger plant Wiederholung

Müll-Fischer auf dem Stand-Up-Board: André Wacke und seine Helfer paddeln wieder auf der Loisach

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Vor einem Jahr stellte sich der Penzberger André Wacke erstmals auf sein Stehpaddel-Brett, um die Loisach von Müll zu befreien. Am Samstag Ende Juli will er die Aktion wiederholen. Denn es schaut wieder so aus wie vor der Müllsammel-Premiere 2018. Für die Neuauflage sucht André Wacke noch Helfer.

Penzberg – „Mein Fernziel ist eine nahezu müllfreie Loisach.“ Diesen Wunsch hatte der Penzberger André Wacke vor einem Jahr kurz nach seiner Müllsammel-Premiere formuliert. Damals, Ende Juli, waren der leidenschaftliche Stand-Up-Paddler und mehr als ein Dutzend Helfer aufgebrochen, um die Loisach zwischen Ohlstadt und Murnau vom Müll zu befreien, ein Großteil vom Stehpaddel-Brett aus, der Rest zu Fuß am Ufer. „Es war erschreckend, diese Mengen an großen Plastikfetzen“, erzählt der Penzberger. Auch jede Menge Damenbinden zogen er und seine Helfer aus dem Wasser, sogar Autoscheinwerfer und Einkaufswagen. Innerhalb von vier Stunden hatten sie ein Dutzend großer Müllsäcke voll Unrat beisammen.

André Wacke: An der Loisach schaut es wieder so aus wie vor einem Jahr

Schon damals war für André Wacke klar, dass er die Aktion jedes Jahr wiederholen will. Am Samstag, 27. Juli, ist es nun so weit. Der Penzberger will sich den Flussabschnitt von Murnau nach Großweil vornehmen, wenn genug Helfer dabei sind, vielleicht auch den Abschnitt von Eschenlohe nach Murnau. In der vergangenen Woche stieg André Wacke – er ist Ausbilder für Stand-Up-Paddeln – auf sein Brett und fuhr die Loisach vor dem Kochelsee ab. „Es schaut wieder so aus wie vor der Reinigung im letzten Jahr.“

Der 47-Jährige möchte mit solchen Aktionen andere Menschen anstacheln, Müll mitzunehmen, den sie in der Natur finden. „Wenn man etwas sieht, sich einfach bücken und aufheben.“ Oder, wie er anfügt: „Nimm drei.“ Wenn jeder drei Sachen aufhebt, die nicht in die Natur gehören, wäre schon „wahnsinnig viel erreicht“, sagt er.

André Wacke und das Motto „Nimm drei“

Das Motto „Nimm drei“ predigt der Verein „Pure Water for Generations“ von Pascal Rösler, einem Freund von André Wacke. Mit Pascal Rösler begann vor drei Jahren auch die Vorgeschichte zur Wackes Loisach-Aktion. 2016 war Pascal Rösler über Isar und Donau von München nach Wien und 2017 weiter bis zum Schwarzen Meer gepaddelt, um auf das Müllproblem in den Flüssen aufmerksam zu machen. André Wacke hatte den Münchner damals ein Stück auf dem Stehpaddel begleitet. Das inspirierte den Penzberger, selbst etwas zu tun. „Und zwar vor meiner Nase.“ Also auf der Loisach.

Unabhängig davon engagiert sich André Wacke, der seit 2009 die Windsurf- und Stand-Up-Paddelschule „Sunnawind“ betreibt, auch für den Verein „Pure Water for Generations“. Der Verein will Schüler für die Umwelt sensibilisieren und bietet ein tagesfüllendes Programm an, das von Achtsamkeitstraining über Vogelschutz bis Gewässerkunde reicht. André Wacke ist einer der Referenten: Er lässt die Kinder ins Stehpaddeln hineinschnuppern. Noch vor den Sommerferien macht er das mit zwei Penzberger Schulen am Iffeldorfer Fohnsee. Und natürlich geht es dann auch darum, bei den Kindern dafür zu werben, dass sie achtlos weggeworfene Plastikteile oder Flaschen mitnehmen.

Müll-Fischen auf der Loisach: André Wacke sucht noch Helfer

Für die Müll-Aktion an der Loisach am 27. Juli befindet sich André Wacke in der Vorbereitung. Er spricht sich zum Beispiel mit Grundstücksinhabern, Fischern und Vogelschutzbund ab. Von der bayerischen Staatsregierung holte er sich ganz offiziell eine Genehmigung.

Nun würde André Wacke gern noch mehr Helfer rekrutieren, also über seinen Bekanntenkreis und seine „Sunnawind“-Schüler hinaus. Mindestens 30 Männer und Frauen sollten es werden, sagt er. Für das Müllsammeln auf dem Wasser sind erfahrene Stand-Up-Paddler mit Ausbildung, Kanuten oder Kajakfahrer nötig. Aber es kann auch jeder andere mitmachen, um zu Fuß am Ufer den Müll zu sammeln, „weil auch das sehr wertvoll ist“, erklärt der Penzberger. Vier bis fünf Stunden wird es dauern. Für die Aktion hat sich der 47-Jährige auch ein Ziel gesetzt: „Wir wollen doppelt so viel Müll sammeln wie beim ersten Mal.“ So oder so: „Es wird einen Riesenspaß machen.“

Helfer

Wer bei der Müllsammelaktion an der Loisach am Samstag, 27. Juli, mitmachen will, meldet sich bis Sonntag, 21. Juli, bei André Wacke per E-Mail an „info@sunnawind.de“. Bei ihm gibt es auch nähere Infos zu den Voraussetzungen.

Lesen Sie auch über Wackes Premiere vor einem Jahr: Auf dem Stehpaddel-Brett - wie der Penzberger André Wacke die Loisach säubert

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