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Penzberg hat Solarstrom-Silber von der EWO erhalten.

Energiewende Oberland verleiht Preis

Nach zweimal Bronze: Solarstrom-Silber für Penzberg - aber es ist „noch Luft nach oben“

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Nur knapp hat Penzberg die Goldmedaille verpasst. Die Stadt erhielt am Dienstag Solarstrom-Silber von der „Energiewende Oberland“: Penzberg hatte vergangenes Jahr den zweitstärksten Zuwachs an Photovoltaikleistung in den vier Landkreisen der EWO-Region. Zirka 26 Prozent des Penzberger Strombedarfs werden mittlerweile über Solarenergie gedeckt.

Penzberg – Seit 2009 verleiht die „Energiewende Oberland“ (EWO) den Solarstrompreis. Penzberg erhielt 2015 und 2017 bereits Bronze. Nun kam Silber hinzu. Penzberg hatte 2018 den zweitstärksten Zuwachs an Photovoltaikleistung in den 94 Kommunen der vier Landkreise Weilheim-Schongau, Bad Tölz-Wolfratshausen, Garmisch-Partenkirchen und Miesbach. Fast zwei Drittel des Zuwachses machten die zwei Solarparks beidseits der Staatsstraße Penzberg-Bichl aus. Die Anlagen, ein Gemeinschaftsprojekt der Penzberger Stadtwerke und des Münchner Unternehmens Vispiron, gingen im August 2018 mit einer Leistung von 1500 kWp (Kilowatt Peak) ans Netz, was ausreicht, um 470 Vier-Personen-Haushalte zu versorgen.

Solarstrompreis: Penzberg landete knapp hinter Eschenlohe

Penzberg landete beim Solarstrompreis 2018 knapp hinter Eschenlohe und deutlich vor dem drittplatzierten Burggen. EWO-Vorsitzender Josef Kellner präsentierte dazu am Dienstag Zahlen. Demnach wurden in Penzberg 29 neue Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von 2391 kWp installiert. Damit waren Ende 2018 insgesamt 465 Anlagen mit zirka 7200 kWp am Netz. „Das ist schon eine Hausnummer“, sagte Kellner. „Es ist aber noch Luft nach oben.“ Denn Penzberg deckt bisher nur 26 Prozent des Strombedarfs mit Photovoltaik. Andererseits: Ein Jahr zuvor waren es 21 Prozent.

Zum Vergleich: Beim Goldgewinner Eschenlohe kamen 2468 kWp hinzu, die fast allein von einer großen Anlage an der Autobahn herrühren. Eschenlohe deckt seinen Strombedarf zu 120 Prozent aus Solarenergie. Burggen im Westen des Landkreises Weilheim-Schongau, Drittplatzierter mit 829 kWp, produziert sogar 200 Prozent seines Bedarfs aus Photovoltaik.

Die vier Landkreise der EWO-Region decken 40 Prozent des Strombedarfs mit Photovoltaik

Die vier Landkreise der EWO-Region deckten laut Josef Kellner Ende 2018 rund 40 Prozent des Strombedarfs mit Photovoltaik. Der Landkreis Weilheim-Schongau bildet dabei das Schlusslicht: Dort sind es nur fünf Prozent. Der Grund sei die Papierfabrik UPM in Schongau, so EWO Energiemanager Andreas Scharli. Sie benötige sehr viel Strom. Wobei das Unternehmen aber auch sehr viel tue für die Eigenstromproduktion.

Insgesamt stieg der Stromverbrauch laut Josef Kellner vergangenes Jahr in der Region. „Es bringt nicht viel, wenn man ein paar LED-Lampen einbaut und den ganzen Tag laufen zwei Computer und zwei Fernseher“, sagte er. Auch die Elektromobilität und die Umstellung von Ölheizung auf Wärmepumpe erhöhe den Stromverbrauch – wobei dies eben nicht negativ ist, wie EWO-Fachberater Walter Weiss hinzufügte.

Solarstrom-Silber für Penzberg: Es ist noch Luft nach oben

Auch wenn Eschenlohe und Penzberg 2018 wegen ihrer großen Solarparks an der Spitze lagen – der Solarstrompreis sei ein Bürgerpreis, sagte Energiemanager Scharli. Deshalb erhielten die Rathäuser die Preise stellvertretend für die Bürger. Denn auch die vielen kleinen privaten Anlagen würden die Energiewende ausmachen, so Scharli. Ähnlich äußerte sich Bürgermeisterin Elke Zehetner. Und sie bestätigte, dass „noch Luft nach oben“ sei. Sie appellierte an Häuslebauer, Photovoltaikanlagen aufs Dach zu setzen. Vorschreiben wie zum Beispiel die Dachziegelfarbe könne man das aber nicht, so Zehetner, auch wenn es wünschenswert wäre. Dies gestattet das Baugesetzbuch nicht.

Dass der Sindelsdorfer Gemeinderat jüngst einen Solarpark ablehnte (wir berichteten), weil wertvolle landwirtschaftliche Fläche verloren ginge, stößt bei der EWO auf Verständnis. „Die Lebensmittelproduktion hat Vorrang“, sagte Energiemanager Scharli. Anders sei es in Schwabsoien. Dort hätten sich drei Landwirte bewusst dazu entschieden, da sie keine Hofnachfolger fanden, so Scharli. Vor einem Monat ging dort ein 10-Megawatt-Solarpark ans Netz – was Schwabsoien sicher zum Solarstrom-Preisträger 2019 machen wird.

Lesen Sie auch: 2017 erhielt Penzberg Bronze für den Solarstrom-Zuwachs: Das nächste Mal sollte es Gold werden

Und: Antdorf war schon einmal Nummer Eins beim Solarstrom-Zuwachs

Auch interessant: Noch mehr Sonnenschein erwünscht - als Penzbergs erste Solarparks ans Netz gingen

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