+
Mit einem Rekord war das „Eismärchen“ zu Ende gegangen.

Stadtplatz in Penzberg

Nächstes „Eismärchen“ soll noch länger laufen - und womöglich auf einer Synthetik-Bahn

  • vonWolfgang Schörner
    schließen

Auch im nächsten Winter wird es in Penzberg ein „Eismärchen“ geben. Und es wird sogar eine Woche länger dauern, um die gesamten Weihnachtsferien abzudecken. Das hat der Stadtrat diese Woche beschlossen. Allerdings wurde auch darüber gesprochen, dass der Eisplatz nur schwer mit den Klimaschutzzielen vereinbar ist.

Penzberg – Einen neuen Rekord hatte das sechste „Eismärchen“ verbucht, das am 5. Januar zu Ende gegangen war. An den 37 Tagen kamen im Schnitt 469 Eisläufer.Insgesamt zählte die Stadt Penzberg 17 366 Besucher. „Ein Murren“ habe es nur gegeben, weil das „Eismärchen“ am Feiertag „Heiligdreikönig“ nach den Weihnachtsferien nicht mehr geöffnet war, berichtete Bürgermeisterin Elke Zehetner (SPD) diese Woche in der Stadtratssitzung. Deshalb unterbreitete sie nun den Vorschlag, das nächste „Eismärchen“ von Samstag, 28. November, dem Tag des Christkindlmarkts, bis zum Ende der Weihnachtsferien laufen zu lassen, also bis Sonntag, 10. Januar 2021. Das wären dann insgesamt 44 Tage, also gut sechs statt fünf Wochen.

Eismärchen: Stadtrat sagt Ja zu sechs Wochen im Winter 2020/2021

Einstimmig Ja sagte der Penzberger Stadtrat zum längsten „Eismärchen“ seit der Premiere 2014. Ebenso beschloss er, dass die Eisfläche wieder 600 Quadratmeter groß sein soll, laut Stadt die „größte Eisfläche südlich von München“. Der Stadtrat gab dem Rathaus auf Vorschlag von Jack Eberl (FLP) außerdem noch einen Auftrag mit auf den Weg: Die Verwaltung soll prüfen, ob eine Synthetik-Kunsteisbahn für das nächste „Eismärchen“ in Frage kommt.

Eismärchen: Diskussion über Energieverbrauch und Klimaschutz

Vor dieser Entscheidung war im Stadtrat eine Diskussion über den Energieverbrauch aufgeflammt. Laut Stadt wurden 30 700 Kilowattstunden Strom (inklusive Marktstände) verbraucht. Das waren zwar 13 000 Kilowattstunden weniger als im Jahr davor, wegen der kälteren Nächte, wie es hieß. Außerdem werde das „Eismärchen“ seit Januar 2020 mit Ökostrom beliefert. Allerdings rechnete Energiereferent Markus Kleinen (SPD) vor, dass es sich immer noch um den Jahresverbrauch von zehn Vier-Personen-Haushalten handelt.

Nehme man die jüngsten Stadtratsbeschlüsse zum Klimaschutz ernst, sagte Kleinen, „könnte das Eismärchen nicht stattfinden“. Ein Spielverderber wollte er allerdings nicht sein. Man müsse es „ganzheitlich betrachten“, fügte Kleinen hinzu. Das „Eismärchen“ habe sich zu einem „wichtigen Baustein des Zusammenlebens“ entwickelt. „Wir sollten nicht darauf verzichten.“ Man kann es ihm zufolge auch so sehen: Jeder Besucher habe 1,7 Kilowattstunden verbraucht, die er leicht einsparen könne, wenn er nachts den Fernseher nicht auf Standby laufen lässt und ganz ausschaltet.

Eismärchen: Womöglich nächstes Mal mit Synthetik-Kunsteisbahn

Jack Eberl, der für sich und André Anderl die Eisplatz-Idee („Wir waren 2004 visionär, sind aber gescheitert“) beanspruchte, machte daraufhin den Vorschlag, es mit einer „selbstschmierenden Kunsteisbahn“ aus Synthetik zu probieren. Ein Schweizer Unternehmen – es heißt „Glice“ und hat eine Niederlassung in Fürstenfeldbruck – habe die Bahn entwickelt, die von den Eishockeynationalteams Österreichs und der Schweiz im Training genutzt werde. Die Bahn werde umweltfreundlich hergestellt, zudem bräuchte man keine Eismaschine, warb Eberl. Bürgermeisterin Zehetner sagte zu, bei der Firma nachzufragen. Was man hingegen schon geprüft habe, sei eine Kunststoffbahn, so Zehetner. „Das geht aber gar nicht.“

Johannes Bauer (Grüne) schlug zudem vor, ein weiteres Photovoltaik-Feld zu errichten, das übers Jahr die Strommenge erzeugt, die der Eisplatz verbraucht. Ute Frohwein-Sendl („Penzberg miteinander“) gab zu Bedenken, dass ein Kind, das beim Eislaufen ist, nicht mit dem Smartphone, einem Stromfresser, spielen kann, also auch Energie spare. Nicht um Energie, sondern den Lärm und die entsprechenden Messungen ging es dagegen Wolfgang Schweiger (Grüne). Auf seine Frage hin erklärte Ordnungsamtsleiter Peter Holzmann, dass die Ergebnisse erst im Februar vorlägen.

So war das Eismärchen 2018/2019: Schon damals gab es einen Besucherrekord.

Auch interessant: Die große Rochade: Stadtrat sagt Ja zu „Chillout“ und Parkhaus

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Streiterei in Weilheim eskaliert: Angreifer schütteln sogar Kinderwagen samt Baby
Streiterei in Weilheim eskaliert: Angreifer schütteln sogar Kinderwagen samt Baby
Unfälle bei Weilheim, Bernried und Pähl fordern drei Schwerverletzte
Unfälle bei Weilheim, Bernried und Pähl fordern drei Schwerverletzte
Zu schnell, überladen und mit technischen Mängeln: Unfall mit Anhänger legt B 472 lahm
Zu schnell, überladen und mit technischen Mängeln: Unfall mit Anhänger legt B 472 lahm
73-Jährige von Lastwagen überfahren
73-Jährige von Lastwagen überfahren

Kommentare