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Ein Neubau soll hier an der Philippstraße entstehen. Abgerissen wird dafür auch das kaffeemühlenartige leer stehende Wohnhaus.

An der Philippstraße

Neubau bei Penzberger Bahnhof: Landesdenkmalamt übt deutliche Kritik

  • Sabine Schörner
    vonSabine Schörner
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Massive Kritik übt das Landesdenkmalamt an den Plänen für das Grundstück gegenüber dem Bahnhof. Ein Einwand lautet, dass der viergeschossige Neubau zu nah an die denkmalgeschützte frühere Gaststätte an der Philippstraßen-Ecke heranrücken würde. Der Bauausschuss schlug nun einen Vier-Meter-Kompromiss vor.

Penzberg – Der Penzberger Denkmalverein hatte bereits im Frühjahr die Neubauplänen gegenüber dem Bahnhof deutlich kritisiert.Er sprach, wie berichtet, von einem „massiven Riegel“ und einem „monströsen Baukörper“, der zu nahe an die denkmalgeschützte frühere Gaststätte an der Philippstraße 35 heranrücke und dessen Flachdach „in keiner Weise“ in die Umgebung passe. Rückendeckung erhielt der Verein nun vom bayerischen Landesamt für Denkmalpflege. Die Stadtverwaltung sah sich deshalb zu einem ungewöhnlichen Schritt veranlasst: Noch bevor der Bebauungsplan das nächste Mal behandelt wird, legte das Stadtbauamt diese Woche dem Bauausschuss die Denkmal-Kritik vor. Auch einen Ortstermin gab es.

Über die Neubaupläne wird seit Jahren gestritten

Die Neubaupläne der Firma „MTP“, über die seit Jahren gestritten wird, umfassen zwei Grundstücke an der Philippstraße gegenüber dem Bahnhof: zum einen die seit fünf Jahren bestehende Brachfläche an der Ecke zur Bahnhofstraße, zum anderen das Grundstück mit dem leer stehenden, kaffeemühlenartigen Wohnhaus an der Philippstraße 37. Die aktuellen Pläne sehen vor, auf dem Streifen ein durchgehendes Gebäude zu errichten, mit vier Etagen, die oberste als zurückgesetztes Staffelgeschoss. Bereits im vergangenen November hatte der Bauausschuss über die Nähe zur benachbarten früheren Gaststätte diskutiert. Er empfahl damals, auf der Seite, die an das denkmalgeschützte Gebäude grenzt, das Staffelgeschoss zu kürzen.

Behörde fordert: Neubau soll vom Denkmal abrücken

Das Bauamt hatte nun die Kritikpunkte von Landesdenkmalamt, Penzberger Denkmalverein und drei Bürgern in einer Liste zusammengefasst. Darin heißt es, dass der Neubau dem denkmalgeschützten Gasthaus zu nahe komme sowie Höhe und Dachform die städtebauliche Wirkung des Denkmals beeinträchtigten. Seitens der Denkmalpflege könne keine Zustimmung für Neubauten in unmittelbarer Nähe des Gasthauses in Aussicht gestellt werden. Eine neue Bebauung, so der Vorschlag, sollte zudem in drei Baukörpern mit Satteldach unterteilt sein. Als „außerordentlich bedauerlich“ bewerten die Kritiker zudem, dass das kaffeemühlenartige Wohnhaus abgerissen wird, auch wenn es nicht unter Denkmalschutz steht.

Bauausschuss schlägt Vier-Meter-Kompromiss vor

Eindruck machte das offenbar im Bauausschuss. Die große Mehrheit sprach sich dafür aus, die Neubau-Grenze vom denkmalgeschützten Nachbarhaus abzurücken – um vier Meter. Das heißt: Der Neubau soll dort enden, wo die Kante des leer stehenden Wohnhauses ist, also nicht noch den halben Garten einnehmen. Der Ausschuss empfahl zudem, das oberste Staffelgeschoss weiter einzurücken und mit einer transparenten Brüstung zu versehen. An Dachform und Höhe rüttelte er aber nicht. Die Empfehlung geht nun an den Stadtrat für die Beratung des Bebauungsplans. Einzig Jack Eberl (FLP) stimmte dagegen. Er warnte, dass der Bauträger das Interesse am Neubau verlieren könnte und das leer stehende Haus verfällt. Eberl plädierte, die alte Baulinie zu belassen und besser mit zurückgesetzten Stockwerken zu arbeiten, „damit an der Ecke etwas vorwärtsgeht“.

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