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Applaus für den Frontmann Markus Bocksberger bei der Präsentation der neuen politischen Gruppierung.

Kommunalwahl 2020

Neue Gruppe „Penzberg miteinander“: Markus Bocksberger will Bürgermeister werden 

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Markus Bocksberger (49) will für das Bürgermeisteramt in Penzberg kandidieren. Zugleich stellt er momentan mit seinem Team eine Liste für die Stadtratswahl 2020 zusammen: unter dem Titel „Penzberg miteinander“. Für Montagabend lud er erstmals zu einem öffentlichen Treffen ein: Mehr als 70 Neugierige kamen.

Penzberg – Markus Bocksberger gehört seit 2014 dem Penzberger Stadtrat an. Er kam als Parteiloser auf dem SPD-Ticket in das Kommunalparlament. Im November 2018 trennten sich jedoch die Wege: Bocksberger trat aus der SPD-Fraktion aus. Er warf Bürgermeisterin Elke Zehetner einen „inakzeptablen Stil der Amtsführung“ vor. Knackpunkt war damals, dass SPD-Vorstand und Fraktion Zehetner für eine zweite Amtszeit wollten. Bocksberger, der sich selbst als Kandidat angeboten hatte, sitzt seither als Fraktionsloser im Stadtrat.

Bekannt ist Markus Bocksberger insbesondere als Wirt des Cafés Extra auf Gut Hub, als Darsteller beim Oberlandler Volkstheater und beim Derbleckn. Seit seinem Bruch mit der SPD-Fraktion werden ihm Ambitionen nachgesagt. Auch einen Flirt mit der FLP soll es gegeben haben. Versuchen will er es nun mit einer eigenen Liste. Dazu hat er ein Team um sich geschart, das ihm zufolge etwa ein Dutzend Leute umfasst. Dazu gehören zum Beispiel die „Pro Innenstadt“-Vorsitzende Monika Uhl, die ehemalige Grünen-Stadträtin Bärbel Scholz, Anette Völker-Rasor vom „Werkraum“-Verein, Michael Wolff und Christian Kuhrt.

Bürgermeisterwahl in Penzberg: Bisher gibt es drei Kandidaten

Für Montag luden Bocksberger und sein Team erstmals zu einer öffentlichen Veranstaltung ein. Dort kündigte der 49-Jährige eine Bürgermeisterkandidatur zwar noch nicht offen an. Am Rande erklärte er aber, er werde sich am 14. Oktober sicher darum bewerben: An dem Tag will „Penzberg miteinander“ sowohl eine Stadtratsliste als auch einen Bürgermeisterkandidaten nominieren. Es wäre der Vierte im Bunde: Momentan sind Amtsinhaberin Zehetner (SPD), Stefan Korpan (CSU) und Kerstin Engel (Grüne) im Rennen.

„Penzberg miteinander“: Mehr als 70 Neugierige beim Bocksberger-Auftritt

In seiner Rede vor über 70 Neugierigen im Café Extra kritisierte Bocksberger die Amtsführung Zehetners scharf, ohne ihren Namen zu nennen. „Wir müssen die Egotrips stoppen“, sagte er. 15 Prozent der städtischen Angestellten hätten in den vergangenen fünf Jahren gekündigt, der Personalrat sei geschlossen zurückgetreten, warf er ihr vor. Stadtverwaltung und Stadtrat würden immer weiter auseinanderdriften. „Wir wollen, dass die Stadtverwaltung wieder angstfrei arbeiten kann, mit einem Bürgermeister, der sich nicht als Topmanager sieht, sondern als Bürgermeister, der sich in den Dienst der Gemeinschaft stellt“, sagte Bocksberger.

Die neue Gruppe „Penzberg miteinander“ beschrieb er als „parteifrei, vereinsfrei und völlig unabhängig“. Er sprach von einem „neuen Politikstil“ mit „ehrlicher Bürgernähe statt Gier nach Medienpräsenz“. Man wolle vertrauensvolle Zusammenarbeit und Projekte mit Bedacht abarbeiten „und nicht mit Holzhammer und sündhaft teuren Beratern“.

„Penzberg miteinander“: Bocksberger zählt politische Eckpunkte auf

Bocksberger nannte auch erste politische Eckpunkte. Erster Punkt war „Soziales“: bezahlbarer Wohnraum, indem zum Beispiel die Stadt eigene Grundstücke bebaut, und eine bessere Förderung der Vereine „nicht nur im Wahljahr“. Zudem, so Bocksberger, dürften Senioren nicht mehr zum Spielball wie beim AWO-Heim werden. Beim Thema „Umwelt“ fordert er mehr Radwege und Platz für Fußgänger, einen verpflichtenden ökologischen Kriterienkatalog, die Umsetzung des Penzberger Klimaschutzplans sowie eine eigene Stabsstelle für Klimaschutz im Rathaus. Beim Thema „Wirtschaft“ zählte er ein schnelleres Internet für alle Stadtteile, die Schaffung eines Innovationsquartiers, einen Vollzeit-Wirtschaftsförderer und einen ehrenamtlichen Wirtschaftsbeirat auf.

Zu den drei Punkten folgten danach Diskussionen an „Gesprächsinseln“. Man wolle, so Unterstützerin Völker-Rasor, wie im „Kaffeehaus alten Stils“ zuhören, verschiedene Sichtweisen aufnehmen und in einen Dialog treten. Die Beiträge „nehmen wir mit nach Hause, sichten sie und werten sie aus“, sagte sie. Weitere Diskussionstreffen sind am 25. September (Soziales), 9. Oktober (Wirtschaft), und 24. Oktober (Umwelt) ab 19 Uhr im Café Extra.

Lesen Sie auch:Erst am Sonntag hatte die CSU als erste Partei ihre Stadtratsliste nominiert

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