Die Stadt muss handeln

Penzberg: Neue Regeln für Ortsgestaltung nötig

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Die Stadt Penzberg muss ihre Satzung für die Ortsgestaltung auf Vordermann bringen. Ein Entwurf liegt vor.

Penzberg – Wie dürfen Dachgauben aussehen? Und sind Mauern statt Zäune erlaubt? Dies regelt in Penzberg seit vielen Jahren eine Ortsgestaltungssatzung. Die Stadt macht sich nun daran, das Regelwerk zu aktualisieren.

In der jüngsten Bauausschuss-Sitzung wurde darüber beraten. Eine wesentliche Neuerung laut Stadtbaumeister Justus Klement: Aus rechtlichen Gründen dürfen derartige Satzungen nicht mehr für ein gesamtes Stadtgebiet gelten. Sie müssen aufgeteilt werden, zum Beispiel in Wohn- und Mischgebiete, Innenstadtbereich und Gewerbegebiete. Bei Letzteren sind die entsprechenden Bebauungspläne ausschlaggebend.

In der Beratung ging es zum einen um Dachgauben in Wohn- und Mischgebieten. Künftig, so der Vorschlag, sollen sie bis zu 2,5 Meter breit sein dürfen. Bisher liegt das Maximum bei 1,3 Metern. Die Dachneigung an Schleppgauben, hieß es, dürfe zudem 0 bis 20 Grad betragen. Festgelegt werden soll auch, dass Flachdächer mit Attikaaufkantungen extensiv zu begrünen sind, außer wo dies zum Beispiel wegen Photovoltaikanlagen nicht möglich ist. Ebenso heißt es in dem Satzungsentwurf, dass bei Doppel- und Reihenhäusern wegen des einheitlichen Erscheinungsbildes die Höhenlage von Schleppgauben abgestimmt sein sollen. Lockerer sind die Gauben-Vorschriften im Innenstadtbereich. Dort soll laut Satzungsentwurf die Breite aller Gauben zusammengenommen zwei Drittel der Dachlänge betragen dürfen.

Diskutiert wurde in der Sitzung auch über Zäune. Sie sollen allein als Staketenzäune mit senkrechter Holzlattung, als bepflanzte filigrane Metallzäune oder als Gehölzhecke erlaubt sein, so der Satzungsentwurf. Zäune, heißt es dort zudem, seien mit einer Höhe von maximal 1,20 Metern und grundsätzlich nur ohne Sockel zulässig. Bestehende Sockel dürften aber beibehalten werden.

Ursprünglich hatte der Satzungsentwurf auch Regelungen zu Mauern beinhaltet, die die Gärten von den Straßen trennen. Zugelassen werden sollten sie abschnittsweise an den Staatsstraßen, Wölfl, Haselbergstraße, Bichler Straße, Am Schlossbichl, Grube, Nonnenwaldstraße, Sindelsdorfer Straße und Antdorfer Straße. Der Bauausschuss sprach sich aber dafür aus, zunächst abzuwarten, welche Auswirkungen Tempo 30 – falls es denn kommt – für diese Straßen hat. In der Innenstadt, hieß es, würden dagegen neue Mauern und Zäune nicht erlaubt werden. Ausnahmsweise zulässig sein sollen Zäune nur an der Philippstraße.

Dem Entwurf stimmte der Bauausschuss geschlossen zu. Das letzte Wort hat nun der Stadtrat.

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