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Auf diesem Gelände an der Birkentraße nahe der Familienbad-Baustelle (rechts das „Chillout“, links Heizwerk und Sporthalle) soll nun nicht das neue Kinderhaus, sondern das Familienbad-Parkhaus entstehen.

An der Birkenstraße

Neue Wende bei Standortsuche für Kinderhaus: Rochade mit Parkhaus und Krippe

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Bei der Suche nach einem Platz für das geplante Kinderhaus bahnt sich neuerlich eine Wende an. Der Vorschlag: Auf dem „Chillout“-Gelände, das zuletzt als Krippen-Standort ins Visier geriet, soll nun das neue Familienbad-Parkhaus entstehen. Das Kinderhaus soll dagegen an der Nonnnenwaldstraße gebaut werden.

Penzberg – Noch im Dezember war in Penzberg die Idee diskutiert worden, das neue Kinderhaus auf dem Gelände des „Chillout“-Jugendtreffs neben der Familienbad-Baustelle zu errichten. Es sollte dort kurzfristig die nahe Container-Krippe an der Birkenstraße ersetzen. Der Stadtrat beschloss Mitte Dezember, prüfen zu lassen, ob das „Chillout“-Areal zwischen Birkenstraße, Sporthalle und Heizkraftwerk für ein Kinderhaus geeignet ist.

Über den Haufen wirft dies nun ein Vorschlag, der am Dienstagabend im Bauausschuss vorgestellt wurde. Demnach soll auf dem „Chillout“-Areal nicht das Kinderhaus, sondern das Familienbad-Parkhaus entstehen. Das Kinderhaus wird an der Nonnenwaldstraße geplant.

Stadtbaumeister zum Vorschlag: „Gordischen Knoten“ durchgeschlagen

Den Lösungsvorschlag beschrieb Stadtbaumeister Justus Klement am Dienstag im Ausschuss mit Begriffen aus dem Schach und der griechischen Sagenwelt. Man wage eine „Rochade“ und durchschlage den „gordischen Knoten“, sagte er. Um die Begeisterung zu verstehen, ist ein kurzer Rückblick nötig: Bei der Suche nach einem Standort für das neue Kinderhaus war bisher immer von Zeitdruck die Rede. Deshalb, weil kurzfristig die Container-Krippe an der Birkenstraße ersetzt werden muss. Denn laut ursprünglicher Planung sollte an deren Stelle im Jahr 2021 das Familienbad-Parkhaus entstehen. Unter diesem Druck geriet im Dezember das „Chillout“-Areal (es gehört der Stadt) als Kinderhaus-Standort ins Visier. Mit der Parkhaus-Rochade gewinnt die Stadt nun Zeit für einen Kinderhaus-Neubau an der Nonnenwaldstraße – ein Grundstück der „Bayerischen Staatsforsten“, das schon einmal im Gespräch war, aber wegen des engen Zeitfensters als kurzfristiger Ersatz nicht in Frage kam.

Fachaufsicht sieht Kinderhaus auf „Chillout“-Gelände kritisch

Einen weiteren Aspekt, der für die Rochade spricht, nannte Rathaus-Geschäftsführer Roman Reis am Dienstag. Die Fachaufsicht, sagte er, sehe ein Kinderhaus auf dem „Chillout“-Areal kritisch. „Wir könnten es wohl durchboxen an der Stelle.“ Es wäre aber keine optimale Lösung, so Reis. „Es macht Sinn, von dem Standort loszulassen.“ Zumal die Alternative zwischen Nonnenwaldstraße und Stadion Entwicklungspotenzial hätte, sagte er.

Herausgestellt hat sich laut Reis zudem, dass eine Realisierung dort gar nicht so lange dauern würde wie gedacht. Möglich sei ein beschleunigtes Bebauungsplanverfahren, sagte er. Außerdem, so Bürgermeisterin Elke Zehetner, stelle der Staatsforst das Grundstück zur Verfügung. Laut Reis könnte der Bau 2021 beginnen. Im September 2022, so das „sportliche Ziel“, könnte das neue Kinderhaus in Betrieb gehen – und dann die Container-Krippe ersetzen.

Bauausschuss gibt Vorschlag als Empfehlung an den Stadtrat weiter

Ein Parkhaus auf dem Areal des „Chillout“ (der Jugendtreff soll in die alte Molkerei umziehen) hätte laut Klement indes den Vorteil, dass es näher am Familienbad läge. Und das Heizkraftwerk könnte ihm zufolge gestalterisch integriert werden.

Über den neuen Lösungsvorschlag hatten die Ausschussmitglieder bereits vor der Sitzung bei einem Treffen am „Chillout“-Gelände diskutieren. Regina Bartusch (SPD) merkte in der Sitzung an, dass man „zeitnah“ mit den Anwohner über das Parkhaus sprechen müsse. Ludwig Schmuck (CSU) sagte, es sei der richtige Parkhaus-Standort, auch wenn Planer früher erklärt hätten, es verdecke dort das neue Familienbad. Der Ausschuss stimmte geschlossen dafür, dem Stadtrat die Rochade zu empfehlen.

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