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Um die rot umrandete Fläche nordöstlich von Reindl/Auf der Etz ging es bei dem Antrag. Rechts ist Maxkron zu sehen.

Wohnbau in Penzberg

Neuer Bauland-Wunsch in Penzberg-Reindl: Ausschuss stellt Antrag zurück - vorerst

  • vonWolfgang Schörner
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Mit der Frage, ob nordöstlich des Penzberger Ortsteils Reindl neue Wohnhäuser entstehen dürfen, hat sich der Penzberger Bauausschuss beschäftigt. Ihm lag der Wunsch von Grundstückseigentümern vor, für das Areal einen Bebauungsplan aufzustellen. Das lehnte der Ausschuss ab – zumindest vorerst.

Penzberg – Vor eineinhalb Jahren hat sich schon einmal der Stadtrat mit Bauwünschen auf der freien Fläche beschäftigt, die nordöstlich an Reindl angrenzt. Damals ging es aber um ein viel größeres Areal: um bis zu fünf Hektar, die bis zur Ortsteilgrenze von Maxkron reichten. Die Rede war von 60 bis 70 Einfamilienhäusern, die darauf Platz hätten. Damals stimmte eine deutliche Stadtratsmehrheit dagegen, ein Bebauungsplanverfahren einzuleiten.

Neuer Antrag für Bauland in Penzberg-Reindl: Fläche ist kleiner

Mittlerweile erreichte das Rathaus ein neuer Antrag von Grundstückseigentümern. Er lag am Dienstag dem Bauausschuss vor. Auch in diesem Fall ging es darum, ein Bebauungsplanverfahren einzuleiten. Die Fläche ist kleiner als das Areal, das vor eineinhalb Jahren zur Debatte stand. Sie umfasst circa ein Drittel des damaligen Gebiets. Die Fläche – laut Plan für etwa 16 Einzel- und Doppelhäuser – grenzt ebenfalls nordöstlich an Reindl/Auf der Etz an, reicht aber nicht bis Maxkron. Nach Angaben des Bauamts könnte die Stadt, gemäß den SoBoN-Richtlinien, davon rund 4000 Quadratmeter kaufen, um etwa zehn Doppelhaushälften mit sozialer Förderung zu errichten.

Bauamt: Teil der Fläche liegt in kartiertem Biotop

Stadtbaumeister Justus Klement erklärte in der Sitzung allerdings, dass die Fläche zum Teil in einem amtlich kartierten Biotop liege. Er verwies auch darauf, dass im aktuellen Flächennutzungsplan nur ein Bruchteil des Areals als Wohnbaufläche gekennzeichnet ist. Bevor ein Bebauungsplanverfahren eingeleitet wird, müsste erst der Flächennutzungsplan geändert werden. Klement schlug vor, den Antrag erst einmal zurückzustellen. Weil Penzberg innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahre ohnehin einen neuen Flächennutzungsplan erhalten wird, sollte die Frage seiner Ansicht nach in diesem Rahmen diskutiert werden.

Bauland-Wunsch soll bei Flächennutzungsplan-Diskussion besprochen werden

Ludwig Schmuck (CSU) sagte, dass das „große Problem“ der Kanal sei. Wird in Reindl gebaut, bekomme man das in Maxkron jedes Mal zu spüren. „Ohne vernünftige Entsorgung geht nichts.“ Zum kartierten Biotop erklärte er, es sei sehr wertvoll. Einen wertvolleren Ausgleich zu schaffen, sei nicht möglich. Was Jack Eberl (FLP) etwas anders sah. Er fragte, welche Möglichkeiten es gebe. Klement erklärte dazu, dass die Kartierung aus den Neunzigerjahren stammt und eine Neukartierung denkbar ist. Seiner Einschätzung nach, sagte er, sei es aber aussichtslos, die Biotopfläche, falls noch vorhanden, ausgleichen zu können.

Martin Janner (Penzberg miteinander) sagte, es müsse erst einmal grundsätzlich debattiert werden, wie viel Wohnraum Penzberg in Zukunft brauche und was das für die Infrastruktur bedeute. Eine Frage, die laut Stadtbaumeister Klement und Bürgermeister Stefan Korpan (CSU) genau in die Diskussion des neuen Flächennutzungsplans passt. Dem folgte der Bauausschuss. Er empfahl einstimmig dem Stadtrat, ein Bebauungsplanverfahren zurückzustellen und im Rahmen eines neuen Flächennutzungsplans zu besprechen, ob dort eine Wohnbebauung vorgesehen werden soll oder das Areal als Landschaftsentwicklungsfläche erhalten wird.

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