Sollen im Frühjahr abgerissen werden: Die Gebäude des einstigen Schlachthofs in Penzberg. Hier soll nächstes Jahr ein provisorischer Parkplatz entstehen. Foto: wos/A
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Sollen im Frühjahr abgerissen werden: Die Gebäude des einstigen Schlachthofs in Penzberg. Hier soll nächstes Jahr ein provisorischer Parkplatz entstehen.

Stadtrat Penzberg macht den Weg frei

Abriss des Schlachthof-Geländes: Parkplätze auf dem „Filetgrundstück“

  • Franziska Seliger
    vonFranziska Seliger
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Die Gebäude auf dem ehemaligen Schlachthofgelände an der Karlstraße werden abgerissen. Das beschloss der Penzberger Stadtrat in seiner Feriensitzung mehrheitlich. Bis an der Stelle neu gebaut wird, soll die Fläche als Parkplatz dienen.

  • Die Gebäude auf dem Gelände des ehemaligen Schlachthofs an der Karlstraße in Penzberg sollen abgerissen werden.
  • Bis eine Neubebauung geplant und beschlossen ist, sollen dort Parkplätze entstehen, wie der Stadtrat jetzt beschlossen hat.
  • Das Vorhaben ist allerdings umstritten.

Penzberg – Die einstigen Schlachthof-Gebäude abzureißen und als Interims-Lösung einen Parkplatz zu errichten – diesen Empfehlungsbeschluss hat vor einigen Wochen bereits der Penzberger Bauausschuss mehrheitlich gefällt. Vor eineinhalb Jahren hatte es noch geheißen, dass der Abbruch erst dann erfolgen soll, wenn die Planung für einen künftigen Neubau vorliegt – was allerdings noch Jahre dauern kann. Wieder aufs Tapet gebracht wurde damit eine Idee, die die Penzberger CSU-Fraktion bereits im Oktober 2018 vorgelegt hatte. Sie hatte damals vorgeschlagen, die Gebäude an der Karlstraße 6 – sie sind im städtischen Eigentum – sofort abzureißen und dort übergangsweise einen provisorischen Parkplatz zu schaffen.

Peter Holzmann warb nun in der Stadtratssitzung für die Schaffung eines zentrumsnahen Parkplatzes als „Zwischenlösung“. Wie der Ordnungsamtsleiter erläuterte, soll es ein gebührenpflichtiger Parkplatz mit rund 40 Stellplätzen werden „für Leute, die sich längerfristig in Penzberg aufhalten“; beispielsweise Geschäftsleute oder Mitarbeiter von Geschäften der Innenstadt.

Bedarf an Parkplätzen für Geschäftsleute in Penzberg ist groß

Für diese Menschen gäbe es in Penzberg einen dringenden Bedarf an zentrumsnahen Parkplätzen. Der „Parkdruck“ in diesem Gebiet sei groß. Könnte man diesen Druck durch einen Interims-Parkplatz an der Karlstraße reduzieren, würde das die Parksituation in der Innenstadt entzerren und den Radfahrern dort mehr Freiraum verschaffen.

Konkret nicht gedacht sein sollte die Parkfläche für Dauerparker, so Holzmann. Er betonte, die nach dem Abriss geschaffene Parkfläche solle nicht versiegelt sondern mit „durchlässigem Material“ angelegt werden.

Tagesticket soll zwei bis drei Euro kosten

An einem konkreten Konzept werde derzeit zwar noch gearbeitet. Im Raum stehen aber zwei bis drei Euro für ein Tagesticket. Gebührenpflichtig könnte der Platz zwischen 5 und 22 Uhr sein. Den Schlachthof abzureißen und bis zur Neubebauung der Fläche einen Parkplatz anzulegen, ist für Martin Janner (PM) „keine adäquate Planung für dieses Gebiet“. Das Areal sei ein „Filet-Grundstück“ in Penzberg.

Außerdem würde der „parkähnliche Spielplatz“ hinter dem Grundstück durch einen Parkplatz beeinträchtigt. Nach Janners Ansicht gibt es in Penzberg bereits genug Parkplätze. Ein weiterer würde nur noch mehr Menschen animieren, Auto zu fahren, denn: „je bequemer das Parken ist, desto weniger werden der ÖPNV oder das Rad genutzt“.

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Mit den Gegenstimmen von Martin Janner, Anette Völker-Rasor, Ute Frohwein-Sendl (alle PM) und John-Christian Eilert (Grüne) beschloss der Stadtrat schließlich dennoch mehrheitlich, die Gebäude an der Karlstraße 6 abzureißen und einen Parkplatz als Zwischennutzung anzulegen.

Abriss soll im Frühjahr erfolgen

Wie Ordnungsamtsleiter Holzmann auf Nachfrage sagte, ist der Abriss für kommendes Frühjahr geplant. Sind die Gebäude weg, soll der Parkplatz gleich im Anschluss angelegt werden.

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In aller Ruhe möchte die Stadt dann überlegen, wie das Grundstück neu bebaut werden könnte. Eine Machbarkeitsstudie dazu läuft bereits seit einiger Zeit, so Holzmann. Im Gespräch seien eine Wohnbebauung ebenso wie eine Kindertagesstätte. Die Grünen-Fraktion brachte zudem erst im vergangenen Juli einen neuen Vorschlag ins Spiel: Hier eine Tagespflege-Einrichtung und seniorengerechte Wohnungen zu schaffen.  

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