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Digitales Klassenzimmer: Viertklässlerin am „Activ Panel“.

Digitalisierung

Penzberg rüstet seine Schulen um - gewischt wird auch im digitalen Klassenzimmer

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Große Digitaltafeln hängen seit dem Schuljahresbeginn in den 15 Klassenzimmern der Grundschule an der Birkenstraße. Beendet ist damit die Zeit der Kreidetafeln. Nun will die Stadt Penzberg in einem nächsten Schritt auch die Bürgermeister-Prandl-Grundschule umrüsten. Dafür hat sie mehr als 250.000 Euro reserviert.

Penzberg – Die neuen Digitaltafeln, genannt „Activ Panels“, gleichen riesengroßen Smartphones, natürlich samt Internetzugang. Sie reagieren auf die Berührung mit der Hand. Gewischt werden darf freilich auch, aber eben nicht mehr mit dem Lappen, um Kreide zu entfernen. 15 Klassenzimmer und zwei Mehrzweckräume sind seit Schuljahresbeginn an der Birkenstraßen-Grundschule mit 17 Digitaltafeln ausgerüstet. Es sei eine Arbeitserleichterung, sagt Lehrer Matthias Mackner. Außerdem könne man so Kinder an digitale Medien heranführen. Anfangs habe es im Kollegium zwar auch Bedenken gegeben, zum Beispiel, falls etwas nicht funktioniert. Die Bedenken hätten sich aber zerstreut, sagt er.

Digitale Klassenzimmer in Penzberg: So lernen dort Grundschüler

Ein Vormittag in der 4b der Birkenstraßen-Schule: 23 Buben und Mädchen lernen in Deutsch die vier Fälle Nominativ, Genetiv, Dativ und Akkusativ. Am Display ziehen sie dazu per Hand die Wörter in das richtige Lösungsfeld. Dann tippt der Lehrer auf das Symbol für das Internetportal YouTube – über die Lautsprecher hören die Kinder den „4-Fälle-Rap“, den eine Bildungsinitiative produziert hat.

Danach geht es ans Multiplizieren und Dividieren. Auch die Rechenaufgaben erscheinen auf dem großen Display. Ein Schüler nach dem anderen geht zur Tafel und nimmt sich eine Aufgabe vor. Er zieht sie per Hand durch ein „Zauberfeld“, um zu sehen, ob er die richtige Lösung gefunden hat. Das sei natürlich „Show“, sagt Lehrer Matthias Mackner über die Vorführung mit dem „Zauberfeld“, zu der Bürgermeisterin Elke Zehetner und die beiden städtischen EDV-Experten Stefan Ahne und Michael Haberlander diese Woche in die Grundschule gekommen sind. Die Kinder würden mit den Digitaltafeln intuitiv umgehen, so der Lehrer. „Es macht Spaß, da hinzuschreiben“, bestätigt ein Mädchen. Als eine Mitschülerin eine falsche Zahl aufs Display schreibt, tippt sie schnell auf die Radiergummi-Funktion und löscht die Ziffer.

Digitale Klassenzimmer: Stadt investierte rund 225.000 Euro an der Birkenstraße

In den Sommerferien hatte die Stadt Penzberg die Grundschule an der Birkenstraße umgerüstet. Die Digitalisierung kostete laut Stefan Ahne rund 225.000 Euro. Davon stammen 81.000 Euro aus staatlicher Förderung. Investiert wurde das Geld in die Netzwerktechnik, die Digitaltafeln, die WLAN-Infrastruktur und in Lehrer-Notebooks. An der Reihe sind nun die beiden anderen Schulen, für die die Stadt Penzberg zuständig ist: die Bürgermeister-Prandl-Grundschule und Mittelschule. Dafür sind im Haushaltsentwurf über 310.000 Euro reserviert.

Digitale Klassenzimmer: Nun ist die Bürgermeister-Prandl-Schule an der Reihe

Der größere Anteil, nämlich 253.000 Euro, entfällt dabei auf die Bürgermeister-Prandl-Grundschule mit ihren 16 Klassen. Sie soll laut Stefan Ahne identisch wie die Grundschule an der Birkenstraße ausgestattet werden, also mit „Activ-Panels“, Netzwerktechnik, Wlan und Lehrer-Notebooks. Er rechnet damit, dass es ab dem Schuljahr 2020/21 so weit ist, falls es mit der Ausschreibung klappt und man Firmen bekommt.

Digitalisierung: Das wird an der Mittelschule gemacht

60.000 Euro sind für die Digitalisierung der Mittelschule vorgesehen. Dort, so Ahne, werde es in den Klassenzimmern keine digitalen Tafeln geben, weil sich das Lehrerkollegium für Beamer ausgesprochen habe. Notebooks und Dokumentenkamera gebe es schon. Es würden nur die vier PC-Arbeitsräume ausgestattet und eine WLAN-Infrastruktur geschaffen. Für beide Schulen soll laut Haberlander ein neu aufgelegtes Förderprogramm des Freistaats angezapft werden.

Lesen Sie auch: An Penzberger Grundschule beginnt das Digital-Zeitalter: 17 Kreidezeit-Tafeln für Tansania

Und: Gymnasium Penzberg: Die Vier-Millionen-Euro-Taufe

Auch interessant: Penzberg plant Investitionen für 115,7 Millionen Euro in den nächsten vier Jahren

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