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Penzberger Berghalde: Neue Drive-in-Station für Corona-Tests nimmt Arbeit auf

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Von: Wolfgang Schörner

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Corona-Teststation: Im Auto bleiben die Patienten sitzen. Der Penzberger Arzt Peter Lidzba und seine Mitarbeiterin stellen die Situation hier nach. © Wolfgang Schörner

Auf der Penzberger Berghalde hat am Montagnachmittag eine Station ihre Arbeit aufgenommen, bei der Patienten auf das Coronavirus getestet werden. Organisiert wird die Teststation von Ärzten. Kommen dürfen nur Menschen, die von ihrem Arzt zum Rachenabstrich geschickt werden. In den ersten zwei Stunden waren es mehr als zwei Dutzend.

Penzberg – Bayerns Innenministerium hatte die Landkreise aufgefordert, je Flächenlandkreis eine Abstrichstation für Coronavirus-Tests einzurichten. Das ist im Landkreis Weilheim-Schongau Mitte März geschehen. Diese Station befindet sich auf dem Weilheimer Volksfestplatz und wird vom Gesundheitsamt betrieben. Allerdings können niedergelassene Ärzte, nach Absprache mit der Führungsgruppe Katastrophenschutz im Landkreis, auch selbst in einer Gemeinschaftsaktion eine Teststation aufbauen, als „ausgelagerte Praxisräume“, wie es das Gesundheitsamt nennt.

Corona-Teststation auf der Berghalde: Gemeinschaftsaktion von Ärzten

Dies ist nun am Volksfestplatz der Penzberger Berghalde geschehen. Wie berichtet, hatte es dazu vergangene Woche eine Ärzte-Anfrage beim Gesundheitsamt gegeben. Auf Initiative von Peter Lidzba und Christoph Kempf, die eine Gemeinschaftspraxis in Penzberg betreiben, haben sich Ärzte aus Penzberg und Umgebung zusammengetan. Sie gehören zum Ärzteverbund der Region Penzberg. Momentan sind es die Ärzte und ihre Mitarbeiter aus acht Praxen, die mitmachen. Am Montagvormittag errichteten Bundeswehrsoldaten ein Zelt für die Logistik der Station. Am Nachmittag ging es los mit den Abstrichen für die Corona-Tests. Die Station ist werktags vier Stunden, verteilt auf Vor- und Nachmittag, sowie samstags zwei Stunden in Betrieb.

Berghalde: Wer sich testen lassen darf, ist streng geregelt

Wer sich dort testen lassen darf, ist streng geregelt – es kann nicht jeder kommen. Nur jene, bei denen ein Arzt eine Indikation nach den Kriterien des Robert-Koch-Instituts gestellt hat und die der Arzt dann samt Überweisungsschein zum Test schickt, so Peter Lidzba. Die Kriterien beinhalten ihm zufolge, dass der Patient Symptome einer Atemwegserkrankung aufweist und Kontakt zu einer positiv getesteten Person gehabt hat.

Etwa 25 bis 30 Patienten dürften es in den ersten zwei Stunden am Montagnachmittag gewesen sein. „Es muss sich noch einspielen“, sagt Peter Lidzba. Die Fachkräfte vor Ort mussten noch eigene Schutzkleidung mitbringen. Die Katastrophenschutz-Gruppe will aber die Teststation noch entsprechend ausstatten. Auch ein beheizbarer Container zum Aufwärmen wird erwartet.

Es könnten zwischen 80 und 150 Tests am Tag durchgeführt werden

Peter Lidzba schätzt, dass auf dem Volksfestplatz pro Tag zwischen 80 und 150 Abstriche für den Coronavirus-Test durchgeführt werden können. Dabei beruft er sich auf die Erfahrungen in Weilheim. Und er rechnet damit, dass die Station drei Monate bleiben wird, zum einen, „weil die Testhäufigkeit zunehmen wird“, zum anderen, weil in einer zweiten Phase dort auch Tests auf Antikörper folgen könnten. Mit solchen Tests – sie sind noch in der Entwicklung – könnte einmal festgestellt werden, wer nach einer ausgestandenen Infektion gegen Covid-19 immun geworden ist.

„Drive-in“-Station: Patienten fahren mit dem Auto vor

Wie in Weilheim handelt es sich in Penzberg um einen „Drive-in-Abstrich“. Wie das läuft, erklärt Peter Lidzba: Der Patient fährt mit dem Auto vor, muss aber nicht aussteigen. Das Testmaterial, eine Art Wattetupfer, hat er von seinem Arzt mitgebracht. Hinter geschlossener Scheibe macht er selbst bei sich den Rachenabstrich und steckt den Tupfer in ein Röhrchen. Ärzte und deren Mitarbeiter geben dabei Anweisungen. Der Patient gibt ihnen danach das Teströhrchen, das sie in einen Schutzbehälter stecken. Diesen bringt der Patient zu seinem eigenen Arzt, der den Abstrich zum eigentlichen Test ins Labor schickt. Die Praxen, so Lizdba, können den Abstrich aber auch am Zelt von einem Laborfahrer abholen lassen.

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Und: Roche entwickelt neuen Coronavirus-Test

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Roche hat angekündigt, im Mai einen Antikörpertest auf das Coronavirus auf den Markt zu bringen. Entwickelt wurde er am Biotchechnologiestandort Penzberg.

Über ein „Danke“ in Zeiten von Corona freuen sich wohl viele Mitarbeiter in systemrelevanten Berufen. In Weilheim haben sie nun besondere Botschaften erhalten.

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