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Um diese Baulücke gegenüber dem Bahnhof (links) geht es. Das Haus in der Verlängerung soll für den Neubau auch abgerissen werden. Rechts dahinter ist die frühere Gaststätte (Philippstraße 35) zu sehen.

In Nähe von denkmalgeschützter ehemaliger Gaststätte

Penzberger Denkmalverein gegen Neubaupläne an Philippstraße - „ein zu massiver Riegel“

  • vonWolfgang Schörner
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Auf die Kritik der Penzberger Denkmalschützer stoßen auch die neuen Pläne für die seit fünf Jahren bestehende Baulücke gegenüber dem Bahnhof. Sie sprechen von einem „massiven Riegel“, der zu nahe an die denkmalgeschützte frühere Gaststätte an der Philippstraße heranrücke.

Penzberg – Der Penzberger Bauausschuss hatte vergangenen November einen neuen Bebauungsplanentwurf für den Grundstücksstreifen gegenüber dem Bahnhof beraten. Darin ging es um einen viergeschossigen Neubau mit Wohnungen und Gewerbe, der von der Bahnhofstraße bis kurz vor das denkmalgeschützte Haus, die frühere Wirtschaft mit Biergarten, an der Philippstraße 35 reicht. Auf dieser Seite, so der Ausschuss, müsse der Neubau ein Stockwerk niedriger ausfallen als die vom Bauherrn „MTP“ gewünschten vier Etagen.

Denkmalverein: Neubau wäre zu nah an denkmalgeschützter früherer Gaststätte

Die Penzberger Denkmalschützer sehen dagegen „keine gravierenden Verbesserungen“ im Vergleich zu der ersten Planung im Oktober 2015, „die damals schon auf heftige Ablehnung stieß“. Das teilte die Vorstandschaft des Denkmalpflegevereins mit, nachdem sie sich kürzlich mit der Bebauungsplanänderung befasst hatte. Das geplante Gebäude kritisieren sie als „monströsen Baukörper“, der „viel zu nah“ an das Baudenkmal der früheren Bahnhofsgaststätte an der Philippstraße 35 rücke. Die vorgesehene Flachdachform passe sich „in keiner Weise an die Bestandsbauten in der Umgebung an, wo ausschließlich Walmdächer in der Philippstraße und Satteldächer in der Bahnhofstraße das gesamte Viertel prägen“. Einig sei man sich, so die Denkmalschützer, dass das Bauvorhaben „einen zu massiven Riegel zum benachbarten Bestand“ darstelle und abzulehnen sei. Der Denkmalverein hegt auch Zweifel, inwieweit die geplante Begrünung des zurückgesetzten vierten Geschosses einen stadtökologisch positiven Beitrag zum Stadtklima leistet, wie es in der Planvorgabe heißt.

Denkmalverein: Satteldächer und vom Nachbargrundstück abrücken

Nach Ansicht der Denkmalschützer sollte ein Neubau mit Satteldächern die Bauweise der Umgebung aufgreifen, deutlich vom Nachbargrundstück abrücken und zudem aufgefächert werden, um später Durchlässe für Fußgänger zur Innenstadt zu ermöglichen. Dies, so der Verein, sei ein „stadtplanerischer Wunsch, der in der modernen Stadtplanung längst Standard ist und in Penzberg schon in der Wessner-Ära diskutiert wurde“.

Der Verein ruft vor diesem Hintergrund die Bevölkerung auf, vom Recht Gebrauch zu machen, selbst Bedenken und Anregungen zur Bebauungsplan-Änderung einzureichen. Er bietet dazu auch „Hilfestellung“ unter Telefon 08856/2935 und 6976766 an. Die öffentliche Auslegung im Stadtbauamt läuft bis 18. März. Dort heißt es, dass auch später eingehende Anregungen nach Möglichkeit noch behandelt würden.

Denkmalamt nicht beteiligt? Stadtbauamt widerspricht

Der Vereinsvorstand erklärte zudem, er habe „mit Befremden“ zur Kenntnis genommen, dass die Stadt Penzberg „das Denkmalamt auf Nachfrage noch nicht einbezogen hat, obwohl die Untere Denkmalschutzbehörde bereits im Februar 2016 um frühzeitige Beteiligung im Verfahren gebeten hat“. Man habe deshalb eine Anfrage beim Landesamt für Denkmalpflege beschlossen.

Das Stadtbauamt widerspricht dem. Es erklärte gegenüber der Heimatzeitung, dass die Behördenbeteiligung am 4. März in die Wege geleitet wurde. Die E-Mail sei unter anderem an das Landratsamt gegangen, das das Schreiben, wie bei Bauleitplanverfahren üblich, an seine Sachgebiete – wie die Untere Denkmalschutzbehörde – weiterleite. Zum Einholen von Stellungnahmen erhielten laut Bauamt direkte E-Mails zudem das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege und der Penzberger Verein für Denkmalpflege.

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